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Von Operette bis Tango – beste Stimmung beim Kleinen Sommerfest


Stellena Duo: Elena Kondraschova an der Geige und Stella Perevalova Fotos: Peter Müller

CELLE. Der Zeitgeist mit seiner Schnelllebigkeit und dem Smartphone als bevorzugtem Kommunikationspartner bleibt draußen an diesem Sonntagnachmittag in der Celler Synagoge und dem kleinen Garten im Hinterhof. Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und die jüdische Gemeinde haben zum ersten Mal nach der Corona-Zwangspause wieder zu einem Kleinen Sommerfest eingeladen und mit dem Stellena Duo die rund 50 Besucher auf eine Reise in das Osteuropa, wie es einmal war, und nach Israel mitgenommen.


Die beiden Interpretinnen Stella Perevalova am Klavier und Elena Kondraschova an der Geige sind in Moskau zur Konzertpianistin bzw. Konzertgeigerin ausgebildet worden und leben mittlerweile in Hannover. Das Markenzeichen ihres Programms sind Potpourris aus jiddischer und israelischer Musik sowie Klassikern jüdischer Komponisten. Die Stile reichen von Tango bis Operette und Volkslied. „Sag nix“, unterbricht Elena Kondraschova die Moderation ihrer Kollegin Stella Perevalova, die zu den einzelnen Stücken ein wenig erzählt. Geht es jedoch um Melodien von Emmerich Kálmán, hält Elena Kondraschova dies nicht für nötig, zu bekannt ist die Musik des Ungarn, der gemeinsam mit Franz Lehár Operettenklassiker wie die „Csardasfürstin“ schuf.


Von dieser Ausnahme abgesehen sind die kleinen kurzweiligen Zwischenmoderationen inhaltlich sehr aufschlussreich, und formal trägt der Akzent der beiden Frauen bei zu einer Atmosphäre, irgendwo angesiedelt zwischen Caféhaus und Schtetl. „Moll ist die Tonlage jiddischer Musik“, berichtet Stella, „aber wenn Sie sehen, wie die Leute dazu tanzen, dann ist nix mehr mit wehmütig“. Fröhlichkeit wechselt ab mit Wehmut, das macht wohl den Reiz vieler Stücke aus.


Wer an diesem Sommernachmittag freudige Gesichter sehen will, der ist in der Synagoge gut aufgehoben. Die Gäste tauchen förmlich ein in die Klänge, klatschen, schnippen und singen mit. Auch der Tangorhythmus ist sehr typisch für jiddische Melodien, aber das Duo hat noch mehr in petto, auch Jazz und Blues sind eingeflossen in die Musik jüdischer Künstler. Vielsprachigkeit und Weltläufigkeit sind Markenzeichen.


Ein wenig ist dieses auch - abgesehen von der musikalischen Untermalung – beim Kleinen Sommerfest zu spüren. Im Garten werden Getränke gereicht, die Menschen stehen beieinander, unterhalten sich, einige nehmen auch auf der Bank vor der Synagoge Platz - zu hören ist neben Deutsch auch eine osteuropäische Sprachmelodie.



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