Aktenzeichen XY: Quecksilber-Anschlag auf Wienhäuser vor elf Jahren


Foto: ZDF/Nadine Rupp


MAINZ/WIENHAUSEN. Vor elf Jahren wurde Christoph B. aus Wienhausen nach der Arbeit auf dem Weg zu seinem Pkw in Hannover von einem Unbekannten mit einer an einem Regenschirm befestigten Spritze in das Gesäß gestochen. Das Opfer konnte noch einen Teil der Spritze vom Schirm reißen, ehe der Täter flüchtete. Der Familienvater starb nach knapp zehn Monaten an den Folgen einer Quecksilbervergiftung (CELLEHEUTE berichtete). Morgen, am 24.8.2022, wird der Fall in der ZDF Sendung "Aktenzeichen XY" gezeigt.

Der Mann wurde am 15.07.2011 im Bereich Fischerstraße/Ecke Moorwegstraße unvermittelt mit einer Spritze gestochen. Dabei injizierte der Täter Quecksilber. Der 40-Jährige starb rund zehn Monate nach der Attacke an den Folgen. Nun wird der Fall in der TV-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" erneut beleuchtet.

Am 15.07.2011 wurde der damals 40-jährige Familienvater im Bereich Fischerstraße/ Ecke Moorwegsgasse (Unterführung Bremer Damm) auf dem Weg von seiner Arbeitsstätte zu seinem Pkw von einer bislang unbekannten männlichen Person, im Vorbeigehen, ohne Vorwarnung und ohne ersichtlichen Grund, mit einer an einem Regenschirm befestigten Spritze in die linke Gesäßhälfte gestochen. Ein Teil der Spritzenkonstruktion konnte durch den 40-Jährigen vom Regenschirm abgerissen werden, woraufhin der Täter flüchtete.

Der Gesundheitszustand des Verletzten verschlechterte sich einige Tage nach der Tat rapide. Es war letztlich nicht mehr in der Lage, sich selbstständig zu bewegen oder zu sprechen, fiel nach einigen Wochen in ein Wachkoma und wurde ein Vollpflegepatient. Im Blut des Mannes wurde ein massiv erhöhter Quecksilberspiegel nachgewiesen. Weitere Untersuchungen ergaben, dass der 40-Jährige mit einer speziellen Form von Quecksilber (Methyl-Quecksilber) vergiftet worden war.

Letztlich verstarb der Mann nach langem körperlichen Leiden knapp zehn Monate nach der Tat an den Folgen der Quecksilbervergiftung.

Die polizeilichen Ermittlungen richteten sich zeitweise gegen einen inzwischen 60-Jährigen. Ein konkreter Tatverdacht konnte jedoch nicht erhärtet werden. Weitere umfangreiche polizeiliche Ermittlungen, sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld des Verstorbenen, haben bislang nicht zur Aufklärung der Tat führen können. Das Motiv für die Tat ist weiterhin völlig unklar.

Der Täter wurde sowohl von dem 40-Jährigen als auch von einigen Zeugen wie folgt beschrieben:

-	175-185 cm groß -	40-50 Jahre alt 
-	sehr schlanke, hagere Statur
-	hagere Gesichtszüge, markante Wangenknochen 
	gebräunte Gesichtshaut, leichte Narben im Gesicht, wie bei einer überstandenen 
	Akne "pockennarbig", trockene Haut 
-	schmale Lippen 
- 	dunkelblonde bis hellbraune, kurze Haare 
-	europäisches Aussehen 
- 	sprach deutsch ohne Akzent 
-	Basecap mit weißem Schriftzug 
- 	trug zeitweise eine Sonnenbrille 
- 	auffällig großes, beigefarbenes Pflaster auf der rechten Wange 
- 	schwarze, glänzende Jacke / Lederjacke mit Bündchen an  den Ärmeln und Bund im Bereich der Gürtellinie, mit Reißverschluss
- 	hellblaue, verwaschene Jeanshose - schwarzer Regenschirm (Stockschirm)

Für Hinweise, die zur Ermittlung und Festnahme des Täters führen, wurden seitens der Staatsanwaltschaft Hannover eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgelobt.

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