Vom Sternenhimmel zum Sternenhimmel: VfL-Läufer beenden Laufjahr beim Antalya Ultra Marathon Trail
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CELLE. Mit einem außergewöhnlichen Abenteuer haben Sonja und Daniel Beer vom VfL Westercelle aus Celle ihr marathonintensives Laufjahr 2025 beendet. Beim Antalya Ultra Marathon Trail in der Türkei nahmen beide an der 85 Kilometer-Distanz teil, die von der Millionenstadt Antalya hinauf ins Taurusgebirge führte. Insgesamt waren rund 3.500 Höhenmeter im Aufstieg und etwa 3.000 Höhenmeter im Abstieg zu bewältigen. Der Startschuss fiel am 27.Dezember bereits um 4.30 Uhr morgens – mitten in der Nacht, bei milden zehn Grad und unter klarem Sternenhimmel. Die Hoffnung auf angenehm warme Temperaturen am Tag erfüllte sich jedoch nicht. Noch in der Dunkelheit mussten die beiden einen eiskalten Bergbach durchqueren, das Wasser reichte bis fast zur Hüfte. Als gegen 8 Uhr die Sonne aufging, keimte kurz Zuversicht auf, doch die hohen Berge verdeckten die Sonnenstrahlen fast völlig. Stattdessen ging es durch Pinienwälder und felsige Kletterpassagen bis auf rund 2.000 Meter Höhe hinauf, wo ein eisiger Wind mit Sturmböen herrschte und sogar die Trinkflaschen teilweise gefroren. „Darauf waren wir nicht eingestellt - am Tag zuvor wurde uns gesagt, es wird zwischen 4 und 8 Grad warm. Wir waren noch in kurzer Hose unterwegs, das war wirklich grenzwertig“, berichtete Daniel Beer. Auch die Handschuhe, die zur Pflichtausrüstung gehörten, erwiesen sich als zu dünn und Sonja Beer durfte sich noch einige Tage danach mit einem taub gefrorenen Daumen herumärgern. Doch die beiden bissen die Zähne zusammen und entschieden sich, gemeinsam weiterzulaufen.
Vom Start bis ins Ziel blieben sie Seite an Seite. Nach vielen Stunden im Schatten, Kälte und Wind folgte eine lange Bergabpassage von rund zwölf Kilometern – ehe kurz vor dem Ziel nochmals etwa 300 Höhenmeter im Anstieg warteten. „Das war für den Kopf nochmal richtig hart. Aber wir wollten dieses Rennen unbedingt ordentlich beenden“, sagte Sonja Beer. Nach 14 Stunden und 22 Minuten erreichten beide schließlich glücklich das Ziel – erneut in der Dunkelheit, wieder unter dem Sternenhimmel und mit Stirnlampen wie schon beim Start. Trotz aller Strapazen überwiegt die positive Erinnerung. Der Antalya Ultra Marathon Trail wurde für Daniel und Sonja Beer zu einem intensiven Erlebnis, das sie als Team noch enger zusammen-geschweißt hat. „Es war ein Lauf von der Dunkelheit in die Dunkelheit – vom Sternenhimmel in den Sternenhimmel. Genau solche Momente bleiben im Kopf“, so Daniel Beer.
Auch die Stadt Antalya hinterließ Eindruck: eine lebendige Metropole, die zugleich nur wenige Schritte entfernt Ruhe und Natur bietet. Vor allem das Hochland im Gebirge überraschte mit schneebedeckten schroffen Bergen, kahler Landschaft und absoluter Einsamkeit. Wer damit beim stundenlangen Laufen nicht umgehen kann, wird an diesem Lauf keine Freude finden. Für Sonja Beer ist es "eine wunderbare Möglichkeit, dass der Kopf endlich mal Ruhe gibt". Für das Laufpaar aus Celle war der Ultra Marathon Trail ein würdiger Abschluss des Jahres – mit vielen Herausforderungen, Zusammenhalt und der Erkenntnis, dass man gemeinsam mehr aushält, als man vorher glaubt.
Text: DB














