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Rodungen an Allerinsel und Breite Straße - kein Durchblick, keine Transparenz

Aktualisiert: 3. Nov.


CELLE. Die Arbeiten für den neuen „Allerauenpark“ entlang des #Naturschutzgebietes an der Aller auf der gleichnamigen Insel sind in vollem Gange. Nicht ihm, sondern der im Mai dieses Jahres begonnenen Neugestaltung der #Schützenanlage „Theo Wilkens“ samt #Parkplätzen wird der kleine, an den neuen Park angrenzende Eichenbestand weichen müssen.


Auch für die wenige Meter entfernte Lindenallee fällt die Prognose der Celler Grünen düster aus: „Das wird eine Herdplatte“, beschreibt der Fraktionsvorsitzende Stephan Ohl das zukünftig baumlose Schützenplatz-Gelände. Der Flächennutzungsplan weist die Hälfte der Allee bereits als gerodet aus aufgrund der geplanten Bebauung an der Grenze zur Festwiese, doch auch die restlichen Linden werden der Säge zum Opfer fallen, sagt die Grünen-Fraktion voraus nach erfolgter Akteneinsicht.


Breite Straße und Allerinsel: Politik gibt Rathaus erneut freie Hand

Einfluss nehmen kann die Politik nicht, mit ihrer Zustimmung zur Weiterentwicklung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) am 10.2. hat sie dem Neuen Rathaus freie Hand gegeben. Dessen Argumentationslinie wird sich orientieren wie bei anderen Rodungen auch an zugesagten Ersatz- und Ausgleichspflanzungen. Wie es um derartige Maßnahmen nicht selten bestellt ist, kann besichtigt werden: Nur wenige Schritte weiter die Aller entlang findet sich der Ersatz- für den Ersatzbaum in erbärmlichem Zustand häufig aufgrund mangelnder Anwuchspflege (CH berichtete: Vernachlässigt, verdorrt, verdurstet – Celler Bäumchen in Not | CELLEHEUTE.DE | Umwelt).


Informationen über die Sanierungsgebiete der Stadt, zu denen die Allerinsel gehört, erhält der interessierte Bürger auf der Internetpräsenz des Neuen Rathauses. Hier widmet sich eine eigene Rubrik dem Thema. Pressesprecherin Myriam Meißner verweist auf die Seite ergänzend zu einem kurzen Statement der Stadtbaurätin Elena Kuhls anlässlich einer CH-Anfrage zum aktuellen Stand bei der vorgesehenen Sanierung der Breiten Straße in Neuenhäusen.


Rathaus präsentiert überholte Vorentwürfe

Ein Klick führt zu den überholten Vorentwürfen mit den Varianten A und B, nichts, was man nicht längst wüsste, obwohl es Neuigkeiten gibt: „Grundsätzlich sind die Planungen zur Breiten Straße abgeschlossen. Jedoch stecken wir als Verwaltung noch in der Feinplanung.“ Im Fokus stehen dürfte hierbei auch die Gesamtanlage der Straße mit den breiten Fußwegbereichen und den Außentreppen vor den historischen Häusern, bislang war beispielsweise unklar, bis wohin die Grundstücke reichen, wo der öffentliche Raum beginnt. Ebenso wie sich unter der Überschrift Allerinsel kein Wort zum Umgang mit dem Baumbestand findet, ergibt die Suche auf der digitalen Rathaus-Präsenz keine aktuellen Informationen, wie die Breite Straße einmal aussehen wird.


"Ortsrat nicht eingebunden - das möge in Zukunft bitte anders werden"

Da es sich um einen ortsbildprägenden Vorgang handelt, müsste laut Niedersächsischem Kommunalverfassungs-Gesetz (NKomVG) der Ortsrat involviert worden sein. Der Bürgermeister von Neuenhäusen, Dr. Jörg Rodenwaldt, verneint: „Wir wurden nicht eingebunden.“


Ähnlich erging es den Ortsräten Hehlentor sowie Altstadt/Blumlage. „Eine Nacht- und Nebelaktion“ nennt eine CH-Leserin die Fällung der Birnbäume in der Fritzenwiese Anfang des Jahres im Zuge der anstehenden Straßensanierung. Im Protokoll der Ortsratssitzung Altstadt/Blumlage vom 9. März 2022 heißt es: „Die Entnahme der Bäume in der Fritzenwiese sowie auf dem Schützenplatz seien nicht kommuniziert worden. Dieses möge in der Zukunft wieder anders werden.“ Marianne Schiano beklagte sich in ihrer Eigenschaft als Bürgermeisterin des Stadtteils Hehlentor öffentlich über die mangelnde Kommunikation seitens der Verkehrsplaner, als die Wittinger Straße vor wenigen Wochen in eine Fahrradstraße umgewandelt wurde. Der Ortsrat konnte die Anwohner nicht vorbereiten, er wusste von nichts.


Chancen, Verwaltungshandeln transparent zu machen, bieten die sowohl für die Presse als auch die Einwohner öffentlichen Ausschuss-Sitzungen. Grundsätzlich enthält die jeweilige Tagesordnung den Punkt „Mitteilungen der Verwaltung“, doch die entsprechende Frage des oder der Vorsitzenden am Ende einer jeden Tagung ist von wenigen Ausnahmen abgesehen stets die gleiche: „Keine“.


Und so erfahren die Bürger der Stadt häufig erst in dem Moment, in dem vollendete Tatsachen geschaffen werden, von dem, was sich tut hinter den Mauern der früheren Kaserne, die heute ein Rathaus ist.

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