Kaum entfernt, schon wieder beschmiert: Graffiti sorgen in Celle für Frust
- Sheenara Wiebke
- vor 5 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

CELLE. Es ist ein Katz- und Maus-Spiel das zwischen Graffiti-Sprayern und Reinigungsfirmen herrscht. Erst vergangene Woche haben Florian Radtke und sein Team ein Graffiti an der Mauer der Kindertagesstätte am Sandkrug entfernt. Nur drei Tage später war die Fläche wieder beschmiert. "Für uns ist das extrem frustrierend", sagt der Geschäftsführer der Firma Ice-Tec-Celle. Der Vorfall ist kein Einzelfall. Seit Jahren erlebt Florian Radtke, zusammen mit Co-Geschäftsführer Andreas Bruns und Team, ein regelrechtes Wettrüsten gegen die Sprayer.
Graffiti-Sprayer rüsten auf – Reinigungsfirmen auch
Mit Chemikalien und Granulatstrahlen, umgangssprachlich auch Sandstrahlen genannt, rückt Ice-Tec-Celle seit Jahren unliebsamen Graffiti zu Leibe. Die Reinigungsmethoden entwickeln sich stetig weiter – nicht zuletzt weil die Sprayfarben immer hartnäckiger werden.
"Mein Job ist, zu recherchieren, welche neue Verfahren die Sprayer nutzen, um ihr Graffiti möglichst hartnäckig zu machen."
"Mein Job ist, zu recherchieren, welche neue Verfahren die Sprayer nutzen, um ihr Graffiti möglichst hartnäckig zu machen", erklärt Florian Radtke. "Die entwickeln sich weiter, versuchen neue Chemikalien, die auf Oberflächen aggressiver wirken. Und wir entwickeln uns immer weiter und finden neue Möglichkeiten, Gebäude vor diesen Schmierereien zu schützen." Ein Teufelskreis.
Reinigungsfirma könnte auf Schmierereien verzichten
Die Crux dabei: Die Sprühlacke müssen entfernt werden, ohne den Untergrund zu beschädigen. Das kann sehr zeitaufwendig sein. Auch die Reinigung der Mauer im Sandkrug habe sich alles andere als einfach gestaltet: "An der Wand haben wir drei verschiedene Verfahren eingesetzt", berichtet Florian Radtke.
"Wir verdienen damit zwar Geld, aber wir könnten auf das Wegmachen der Schmierereien auch verzichten, wenn dafür die Oberfläche sauber bleiben würden", erklärt der Geschäftsführer. Auch die Kosten für die Stadt und damit für den Steuerzahler seien enorm. Die Graffiti einfach dran zu lassen, sei in Florian Radtkes Augen jedoch ebenfalls keine Option. "Es lohnt sich, sie schnell wegmachen zu lassen, damit nicht gleich der nächste Sprayer sein Tag daneben setzt."

Außerdem schädigten Graffiti nicht nur das Erscheinungsbild einer Stadt, sondern auch die Gebäude und Bauwerke selbst. Mauerwerke könnten nicht richtig "atmen", also Feuchtigkeit nicht ausreichend entweichen, wie Florian Radtke erklärt. Bei Bauwerken aus Metall, etwa Brücken, entstehe zudem ein Sicherheitsrisiko, weil Sprühlacke Risse und Korrosionsschäden verdeckten und dadurch schwerer erkennbar machen könnten.
"Es ist für mich schwer verständlich, dass Jugendlichen Graffiti-Workshops angeboten werden und anschließend erwartet wird, dass sie das Gelernte nicht anwenden."
"Das Problem ist, es wird in der Gesellschaft oft als cool empfunden, so etwas zu machen", findet Florian Radtke. Auch dass in Schulen und Ferienprogrammen Graffiti-Workshops gegeben werden, sieht er kritisch. "Es ist für mich schwer verständlich, dass Jugendlichen Graffiti-Workshops angeboten werden und anschließend erwartet wird, dass sie das Gelernte nicht anwenden."


















