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Hilton-Neubau - Kämpfen für die grünen Riesen


Foto: CH


CELLE. Ein Offener Brief an den Oberbürgermeister, ein Antrag auf Aufnahme in die Vegetationsschutzsatzung, die Übergabe einer Petition, Interviews im Deutschlandfunk, Fachaufsichtsbeschwerden – die Aktionen zum Erhalt der Linden in der Breiten Straße sowie der Roteichen in der 77er Straße sind derzeit vielfältig und initiiert von unterschiedlichen Akteuren wie der Klimaplattform Celle, den Grünen, der Initiative Neuenhäusen oder einzelnen Celler Bürgern.


Auch vor dem Hintergrund, dass ab dem 1. Oktober offiziell gefällt werden darf, wird mit großem Engagement und ideenreich gekämpft, um an beiden Orten den drohenden Kahlschlag mit anschließenden Neuanpflanzungen abzuwenden. Im jüngsten Ausschuss für Klima und Umwelt brachte die Grünen-Fraktion einen Antrag ein, wonach die Amerikanischen Roteichen entlang der Baustelle für den Hilton-Hotel Ableger "Hampton" und Wohnblöcke an der 77er/Ecke Wehlstraße aufgenommen werden sollen in die derzeit gültige Vegetationsschutzsatzung der Stadt. „Wir wollen zweigleisig fahren“, sagte Juliane Schrader (Grüne) vor dem Hintergrund, dass in der morgigen Stadtratssitzung über die Einführung einer Baumschutzsatzung diskutiert und abgestimmt wird.


Das Procedere der Antragsumsetzung würde laut Auskunft von Stadtsprecherin Myriam Meißner mehrere Wochen umfassen. „Zunächst wird an den zuständigen Umweltausschuss verwiesen, frühestens im Dezember könnte der Rat über den Antrag beschließen.“ Ob dies einer aufschiebenden Wirkung gleichkomme, die sich derzeit in schönster Herbstfärbung befindenden Eichen also bis dahin nicht gefällt werden, lässt die Pressesprecherin trotz zweifacher Nachfrage offen.


"Eicheln liegen dort keine"

Eines dürften all jene, die den Fuß- und Radweg an der 77er Straße benutzen, bemerken – Eicheln liegen dort keine, anders als von Stadtbaurätin Elena Kuhls beschrieben: „Auch ist im Hinblick auf den Fruchtfall (Eicheln), welche bei dieser Art fast doppelt so groß ist wie bei den heimischen Arten, der Standort bezüglich des Radweges und der Straße eher ungünstig“, hatte sie öffentlich verlauten lassen.


Fernab der Politik wählen einige engagierte Celler einen anderen Zugang, um aufmerksam zu machen auf die Besonderheit der Lindenallee in der Breiten Straße. Sie fokussieren, wie etwa die Celler Klimaplattform, auf den bestehenden Denkmalschutz, der verankert und für alle einsehbar ist im Niedersächsischen Denkmalatlas. „Nach unseren Recherchen wurde der Eintrag der Breiten Straße im Denkmalschutzregister geändert – zulasten der Bäume“, schreibt Wolfram Steinmetz für die Klimaplattform im offenen Brief an Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge.


Einen Vermerk „zuletzt geändert“ sucht man in dem Verzeichnis vergeblich, Screenshots beweisen jedoch, dass die Inhalte in den vergangenen Wochen angepasst wurden, noch bis Anfang August lautete etwa die Bezeichnung/Titel noch „Allee“, danach „Breite Straße“. Ob ein Zusammenhang hergestellt werden kann zwischen erhobenen Fachaufsichtsbeschwerden aufgrund des Eindrucks, der Denkmalschutz werde nicht ausreichend berücksichtigt bei den Planungen zur Neugestaltung des geschichtsträchtigen Straßenzuges, ist nicht zu belegen.


Denkmalpflege: "Zu laufendem Verfahren keine Auskünfte"

„Grundsätzlich ist es üblich, dass im Rahmen unserer täglichen Arbeit oder den aktuellen Qualifizierungsmaßnahmen für das Projekt Denkmalatlas Niedersachsen Änderungen an Datensätzen vorgenommen werden“, schreibt der Referent für Öffentlichkeitsarbeit Dr. Tobias Wulf des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege (NLD), die als Aufsichtsbehörde für die Celler Denkmal-Abteilung fungiert und für das Nachschlagewerk zuständig ist, auf CH-Anfrage. Darüber hinaus könne er jedoch aufgrund eines laufenden Verfahrens keine Auskünfte erteilen.


"Noch liegt keine Baugenehmigung vor"

Ob all dieses Engagement am Ende spürbare Wirkung, und sei es für einzelne grüne Riesen, zeigen wird, bleibt abzuwarten. Noch ist eine Baugenehmigung für das Hilton-Hotel und die dazugehörige Wohnbebauung nicht erteilt.



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