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60 Jahre Einsatz für die Johanniter: Gerhard Latt geehrt

  • Extern
  • vor 6 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit
Gerhard Latt (2.v.li.) wird vom Johanniter-Ortsbeauftragten Thomas Adasch (3.v.li.) ausgezeichnet. Links neben Gerhard Latt steht Johanniter-Dienststellenleiter Henning Hamann. Auf der rechten Seite beobachten Landrat Axel Falder (2.v.re.) und Johanniter-Regionalvorstand Sven Heine die feierliche Handlung. Foto: Johanniter/Lena Kopetz 
Gerhard Latt (2.v.li.) wird vom Johanniter-Ortsbeauftragten Thomas Adasch (3.v.li.) ausgezeichnet. Links neben Gerhard Latt steht Johanniter-Dienststellenleiter Henning Hamann. Auf der rechten Seite beobachten Landrat Axel Falder (2.v.re.) und Johanniter-Regionalvorstand Sven Heine die feierliche Handlung. Foto: Johanniter/Lena Kopetz 

CELLE. Das hätte er sich sicherlich nicht träumen lassen. als er am 6. Februar 1966 der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) in Celle beitrat – in einen Ortsverband, der zu diesem Zeitpunkt knapp 14 Jahre existierte. Kontinuierlich hat sich Gerhard Latt weitergebildet und eine beeindruckende ehrenamtliche Karriere vorzuweisen: Erste-Hilfe-Ausbilder, Zugführer, Rettungssanitäter, Fachberater Sanität, Stabsarbeit, Notfallseelsorger, Fachberater Psychotraumatologie, Lehrbeauftragter für Lehrkräfteausbildung und PSNV und dann bis 2025 Landeskoordinator PSNV im Landesverband Niedersachsen/Bremen der Johanniter. Er vertrat außerdem die JUH im Landesbeirat PSNV des niedersächsischen Innenministeriums.


„Es war rundum schön“, fasst Latt seine Anfangsjahre zusammen, „wir waren eine eingeschworene Gemeinschaft, jeder hat jedem geholfen.“ Seine große Schwester nahm ihn zu den Johannitern mit. Als 15-Jähriger fing er mit einem Erste-Hilfe-Kurs an. Dann noch der Erste-Hilfe-Kurs für Fortgeschrittene. „Man hatte eine Aufgabe und die Gruppenabende im Haus der Jugend waren wunderbar. Die Johanniter – das ist eine Familie!“ Der Junge war nun mit Feuer und Flamme dabei. Es folgten die Ausbildung zum Erste-Hilfe-Trainer 1968, dann die Ausbildungen im Katastrophenschutz vom Gruppen- bis zum Zugführer. 1977 wurde er Rettungssanitäter, besuchte in den 1980er Jahren den Stabslehrgang, wurde Fachberater Sanität. Er war unter anderem im Einsatz 1970 bei dem Zugunglück in Celle, beim verheerenden Waldbrand 1975 und auch beim ICE-Unglück in Eschede 1998 und 2021 bei der Flutkatastrophe in Ahrweiler.


Aber bereits ab den 1970er Jahren beobachtete Latt, was belastende Einsätze mit den Einsatzkräften machten und auch welche (langfristigen) Auswirkungen einschneidende Geschehen auf Betroffene haben können. Doch damals war die Zeit für eine systematische Aufarbeitung noch nicht reif. Seelische Belastungen wurden kaum thematisiert. Heute ist dies anders, aufgrund der Erfahrungen mit Katastrophen und Großschadenslagen, besonders Eschede bildet hier eine Zäsur. 



Gerd Latt begann 2004 eine Ausbildung zum Notfallseelsorger im Kirchenkreis Celle. Pastorin Inge Matern, heute Landespfarrerin der JUH (Niedersachsen/Bremen) und auch Celler Ortsverbandspastorin, begleitete ihn. Und das Metier ließ ihn nicht mehr los: Er war maßgeblich an den Entwicklungen der PSNV bei den Johannitern beteiligt. Ausbildung, Vorgehensweisen im und nach dem Einsatz, Voraussetzungen und Eignungen für das PSNV-Personal und vieles mehr. Es ist die Hilfe in der Akutphase eines Ereignisses, wenn sich für den betroffenen Menschen alles schlagartig geändert hat. Um das Erlebte zu verarbeiten, braucht es eine Erste Hilfe in Sachen Seele. „Du musst die Menschen zum Reden bringen, sie müssen sich das Erlebte wahrhaftig von der Seele reden, damit sie sich wiederfinden, zur eigenen Aktion zurückfinden.“ So holen sich Einsatzkräfte oder andere Beteiligte und Betroffene die Kontrolle über sich selbst und ihre Situation zurück – auch wenn das fürchterliche Geschehen weiterhin Bestand hat. „Wir sind die Ersthelfenden, die diese erste belastende und auch häufig schreckliche Erfahrung und die Reaktionen darauf auffangen. Dadurch werden sie nicht ausgelöscht oder bereits verarbeitet. Wir sind keine Therapeuten, wir reichen die Hand, halten aus, sind da und hören zu“, beschreibt Gerhard Latt die Bedeutung von psychosozialer Notfallversorgung. „Wir ebnen den Boden und führen die Betroffenen in einen ruhigen, geschützten Raum, damit sie Sicherheit erfahren können.“



Die Feierstunde im Celler Alten Rathaus

„Die Johanniter haben mich geprägt,“ sagt Gerhard Latt. „Dafür bin ich sehr dankbar.“ Dies gelte auch ausdrücklich für die Johanniter, betont Thomas Adasch, ehrenamtlicher Ortsbeauftragter des Ortsverbands Celle, bei seiner Begrüßung in der Feierstunde im Alten Rathaus. „Ein solches Engagement über so lange Jahre ist außergewöhnlich und bewundernswert. Gerd ist den Menschen zugetan. Er sieht, beobachtet und hilft. Die Kombination seiner Kompetenz und fachlichen Expertise auf der Basis christlicher Werte und besonders der von Gerd vorgelebten Nächstenliebe sind beispielslos. Wir sind unendlich dankbar, Gerhard Latt in unseren Reihen zu wissen“, so Adasch weiter.


Axel Flader, Landrat des Landkreises Celle, betonte die Bedeutung ehrenamtlicher Leistungen von Hilfsorganisationen im Allgemeinen – Übernahme von Verantwortung unter teilweise erschwerten Bedingungen, hohe fachliche Anforderung und die Bereitschaft für andere da zu sein –, die damit ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesellschaft seien. Flader drückte Gerhard Latt seine Anerkennung und hohe Wertschätzung aus: „Sie stehen in besonderer Weise für dieses Verständnis von Ehrenamt – nicht nur als Helfer, sondern auch als Mitgestalter. Ihr Wirken steht damit exemplarisch für viele Ehrenamtliche, die weit über das eigene Engagement hinausdenken, Verantwortung übernehmen und Strukturen schaffen, von denen andere profitieren.“ 


Besonders emotional und ergreifend wurde es bei der Feierstunde, als Sven Heine, ehrenamtliches Mitglied im Regionalvorstand Harz-Heide der JUH, das Wort ergriff. „Gerhard Latt ist mein Kamerad, mein Freund und mein verlässlicher Ratgeber. Er hat meinen Werdegang begleitet, mich manches Mal zum Nachdenken über Geschehenes gebracht und mir den Rücken gestärkt, wenn neue Herausforderungen anstanden und anstehen,“ sagte Heine. Er war gemeinsam als 26-Jähriger mit Latt im Einsatz vor Ort in Eschede. Auch er hat die PSNV-Ausbildung durchlaufen. Er konnte als Einheitsführer, Ortsbeauftragter und jetzt als Vorstand sich immer auf Latt verlassen. „Sein manchmal spitzfindiger Humor, das typische Augenzwinkern und Auflachen, seine Einschätzung von Menschen und Situationen, seine reflektierende Art, aber auch seine menschlichen Werte und seine Überzeugungen prägen mich bis heute. Danke, Gerd, es ist gut dich an der Seite zu wissen. Dies gilt gleichermaßen für die Johanniter in Celle und über dessen Grenzen hinaus und für mich im Besonderen!“ Auch bedankte sich Heine bei Latts Ehefrau und bei der Tochter des Geehrten für das unendliche Entgegenkommen, den Mann und den Vater mit der JUH zu teilen. „Ohne unsere Familien und deren Akzeptanz sind solche Leistungen nicht zu erbringen.“


Nach der offiziellen Feierstunde im Ratsherrensaal ging es noch in die neue Dienststelle im Behrenskamp, wo alle Kameradinnen und Kameraden Gerhard Latt ihre Glückwünsche überbringen konnten und ihn hochleben ließen.


Text: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

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