*4. Update* Sturmtief "Zeynep" - Bilanzen

Aktualisiert: 20. Feb.

LANDKREIS. Mit Orkanböen bis zu 170 Kilometer pro Stunde ist Sturmtief "Zeynep" in der Nacht über Niedersachsen und Celle hinweg. Nachdem die 64 Einsätze in Celle in der Nacht abgearbeitet waren und die Feuerwehr etwas zur Ruhe kam, erfolgte gegen 9:00 Uhr erneut die Alarmierung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Die Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde Flotwedel wurden zu 46 sturmbedingten Einsätzen alarmiert. Einsatzticker auf CELLEHEUTE.DE.



Foto: Michael Schäfer


NIEDERSACHSEN/BREMEN: Bei Cuxhaven starb eb ein Mann und ein 55-Meter-Kran krachte in ein Gebäude in Bremen. Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass der Bahnverkehr bis mindestens Montagnachmittag wegen der Schäden durch "Zeynep" beeinträchtigt bleibe. Tickets seien bis zu sieben Tage nach Störungsende nutzbar. Auch Metronom meldet stark eingeschränkten Zugverkehr. Vorhandene Züge pendeln zwischen den jeweiligen Zielbahnhöfen und fahren daher abweichend von den normalen Fahrplanzeiten. Bis auf Weiteres werde auch ein Busnotverkehr auf allen Strecken aufrecht erhalten, "hier kann es allerdings zu erheblichen Wartezeiten kommen", so Metronom. Auf Langeoog und Wangerooge wurde der Strand erneut Opfer des Sturms. 90 Prozent des Badestrandes von Wangerooge sieen nach Angaben von Bürgermeister Marcel Fangohr verloren gegangen. Auch der Deich der 600 Meter langen Schutzdüne wurde weggerissen. Erst Ende Januar hatte der Sturm "Nadja" zu Dünenabbrüchen geführt. Ein kurioser Einsatz in Ostfriesland: Ein Mann aus dem Brookmerland forderte per Notruf, dass die Feuerwehr sein beschädigtes Dach wieder eindeckt. Vor Ort stellten die Helfer fest, dass ganze vier Dachziegeln fehlten. Sie lehnten das Eindecken ab, ebenfalls das Beseitigen einer schiefen Tanne im Garten.


CELLE: Im Feuerwehrhaus im Herzog-Ernst-Ring wurde wieder ein Stab eingerichtet. Bis 12 Uhr wurden 17 weitere wetterbedingte Einsätze abgearbeitet. Hierbei kamen 147 Einsatzkräfte mit 24 Fahrzeugen zum Einsatz. Um 12 Uhr konnte der Stab seine Arbeit beenden.


Einen weiteren Unwettereinsatz gab es um 14:01 Uhr. Durch die Feuerwehr Lachendorf wurde eine Drehleiter zur Unterstützung angefordert. Text/Fotos: FF Celle


FLOTWEDEL:

In Folge des Sturmtiefs "Zeynep", welches am 18. und 19. Februar 2022 in weiten Teilen Niedersachsens für orkanartige Böen sorgte,

Die erste Alarmierung ereilte die Besatzung des Einsatzleitwagens (ELW) am 18. Februar 2022 um 20:36 Uhr. Dieser koordinierte vom Standort Langlingen aus die Einsätze der Gemeinden Flotwedel, Wathlingen und Lachendorf. Kurz nachdem der ELW den Betrieb unter Leitung des Gemeindebrandmeisters Cord Krüger aufgenommen hatte, folgten die ersten Alarmierung für die Ortsfeuerwehren.


Neben diversen Bäumen, welche die Kreis- und Landstraßen blockierten, galt es ebenfalls diverse Einsatzstellen abzuarbeiten, bei denen Bäume auf Wohnhäuser gestürzt waren. Zudem rückten die Einsatzkräfte auf die B214 zwischen der Ortschaft Bröckel und dem Übergang zur B188 aus, wo ebenfalls mehrere Bäume den Verkehr behinderten. Des Weiteren galt es für die Einsatzkräfte mehrere Bäume zu entfernen, welche auf das Feuerwehrhaus in Bockelskamp gestürzt waren.

Über die gesamte Einsatzdauer verteilt waren insgesamt knapp 100 Einsatzkräfte aus neun der 11 Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde Flotwedel im Einsatz. Der Einsatz der letzten Ortsfeuerwehren war 12:00 Uhr beendet.

Personen kamen bei keinem der Einsätze zu Schaden. Zur Höhe der Schäden liegen bisher keine Informationen vor.

Text/Fotos: Marcel Neumann




SÜDHEIDE:


Orkan Zeynep verschont auch die Gemeinde Südheide nicht - Feuerwehren im Dauereinsatz

Wie in vielen Teilen von Deutschland sorgt auch Orkan Zeynep für zahlreiche Feuerwehreinsätze in der Gemeinde Südheide. Ab den 18.02.2022 um kurz vor 20 Uhr waren die Feuerwehren der Gemeinde Südheide praktisch im Dauereinsatz. Besonders traf es die Ortschaft Unterlüß. Hier mussten bis zum Mittag des 19.02.2022 rund 30 Einsätze abgearbeitet werden. Ein weiterer Einsatzschwerpunkt lag auf der L 281 und K 17. Hier mussten durch die Kräfte zahlreiche Bäume entfernt werden. Koordiniert und dokumentiert wurden die Einsätze durch die Besatzung des Einsatzleitwagens der Feuerwehr Hermannsburg. Die Alarmierung der Einsatzkräfte erfolgte wie gewohnt durch die Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle.

Ein großes Lob muss den Landwirten ausgesprochen werden, welche mit ihren Treckern die Einsatzkräfte tatkräftig unterstützen und für eine enorme Arbeitserleichterung sorgten.

Eine nicht alltägliche Aufgabe übernahmen die Einsatzkräfte aus Beckedorf. Um eine reibungslose Anfahrt der Rettungswagen zum jeweiligen Einsatzort und zum AKH zu gewährleisten, fuhr ein Feuerwehrfahrzeug die Einsatzstelle mit an und geleitete den RTW von der Rettungswache bis zum AKH und wieder zurück.

Bis 13:00 Uhr mussten die Einsatzkräfte der Gemeindefeuerwehr zu rund 60 Einsätzen ausrücken.

Glücklicherweise verursachte der Orkan Zeynep in der Gemeinde Südheide keine Personenschäden.



Text/Fotos: Daniel Schulz


WINSEN: Auch alle Ortswehren der Gemeinde Winsen (Aller) wurden durch das Sturmtief Zeynep beschäftigt. Im Gerätehaus Winsen hatte die Feuerwehr bereits am späten Nachmittag eine örtliche Einsatzleitung eingerichtet. Von hier erfolgte die Leitung und Koordination der Einsätze der Gemeinden Winsen, Hambühren und Wietze.

Der erste Einsatz erfolgte gegen 18 Uhr. Bis Mitternacht hatten die Feuerwehren ca. 70 Einsätze abgearbeitet. Hierunter waren diverse Bäume, die bereits umgefallen waren oder zu fallen drohten. Allerdings kam es auch zu weiteren Schäden, wo Bäume auf Fahrzeuge oder Gebäude gestürzt waren. Die Feuerwehren der Gemeinde Winsen waren mit allen verfügbaren Fahrzeugen und Kameraden im Einsatz. Obwohl gegen Mitternacht die Sturmintensität nachließ, verblieben alle Kameraden zunächst an ihren jeweiligen Gerätehäusern in den Ortsteilen. Im Wetterbericht war zu ersehen, dass nach Mitternacht eine weitere Sturmwelle zu erwarten war. Um bei der erwarteten Zunahme des Sturm schnell reagieren zu können, verblieb auch die Einsatzleitung im Gerätehaus Winsen. Vereinzelt wurden noch gestürzte Bäume gemeldet, die von den Feuerwehren schnell abgearbeitet werden konnten.

Straßenmeistereien und Feuerwehren konnten sich in der Nacht gegenseitig gut unterstützen und beseitigten unter anderem gemeinsam ein umgefallenes Bushaltehäuschen auf einer Kreisstraße.

Gegen 2.30 Uhr hatte sich die Wetterlage im Kreis Celle weitestgehend beruhigt und es erfolgten nur noch einzelne Meldungen über umgestürzte Bäume. Somit wurde die zentrale Einsatzleitung eingestellt. Ab 3 Uhr konnten die meisten Einsatzkräfte entlassen werden, zwei Fahrzeuge blieben noch bis 04:30 Uhr im Einsatz.

Die Nacht sollte für viele Einsatzkräfte jedoch nur kurz sein. Gegen viertel vor fünf lag ein Baum auf der K63 zwischen Winsen und Meißendorf, der durch die Ortsfeuerwehr Winsen beseitigt wurde. Und auch nachdem es hell wurde, waren die Ortsfeuerwehren erneut gefordert. Die Ortsfeuerwehr Südwinsen musste auf der K4 einen Baum von der Fahrbahn beseitigen. Die Ortsfeuerwehr Thören musste eine schräg stehende Tanne zusammen mit einer Drehleiter aus Celle zurück schneiden.

Wir bitten um Verständnis, dass wir nicht wie andere Wehren einen Live-Ticker oder ähnliches installiert haben, um laufend über das Einsatzgeschehen zu informieren. Wir haben unsere Kräfte auf das Beseitigen der Sturmschäden konzentriert.



Text/Fotos: Frank-Peter Büchle


BERGEN:


Die Feuerwehren im Stadtgebiet Bergen wurden durch die Unwetterlagen am Wochenende in Atem gehalten.

Gegen 18:30 Uhr wurden die Führungskräfte und die örtliche Einsatzleitung zu einer Lagebesprechung ins Feuerwehrhaus Bergen alarmiert. Von dort aus wurden fortan alle Einsätze im Stadtgebiet Bergen und im Gemeindefreien Bezirk Lohheide koordiniert.

Insgesamt rückten am Freitag und Samstag acht Ortsfeuerwehren mit etwa 120 Einsatzkräften zu 45 wetterbedingten Einsätzen aus. Die Einsatzkräfte sicherten herabstürzende Dachteile, beseitigten umgestürzte Bäume und sicherten Bereiche, in denen Bäume zu stürzen drohten.



Text/Fotos: Theo Gehnke

LACHENDORF:


Durch den ersten Orkansturm Ylenia am 17.02.2022 und das dadurch bereits hohe Einsatzaufkommen, wurden bei dem darauf angekündigten Orkan Sturm Zeynep im ganzen Landkreis Vorsichtsmaßnahmen getroffen. So auch in der Samtgemeinde Lachendorf. Hierzu wurden um 18:35 Uhr die ELW- Gruppe aus der Ortsfeuerwehr Ahnsbeck alarmiert, um sich im Ahnsbecker Gerätehaus einzufinden, um hier eine mobile Einsatzleitstelle einzurichten. Hierüber wurden alle für die Samtgemeinde Lachendorf eingelaufenen Einsätze in Zusammenarbeit mit dem ELW Langlingen auf die einzelnen Ortsfeuerwehren verteilt. Dies wurde im Vorfeld durch den Kreisbrandmeister in Absprache mit der Feuerwehreinsatzleitstelle abgestimmt und eine Abschnittsbildung im LK Celle umgesetzt, um einer Überlastung der Feuerwehreinsatzleitstelle vorzubeugen. Insgesamt kam es in der Samtgemeinde Lachendorf zu über 50 Einsätzen. Alle zehn Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde Lachendorf befanden sich ab dem Abend vom 18.02.2022 bis Nachmittags am 19.02.2022 im Dauereinsatz.

Der Großteil der abzuarbeitenden Einsätze bestand aus abgeknickte Äste, Teilen von Bäumen oder komplett entwurzelten Bäumen, welche auf Straßen, Fuß und Radwegen gestürzt waren und diese unpassierbar machten, bzw. eine ehebliche Gefahr darstellten. Diese wurden mit Hilfe von Kettensägen zerkleinert und im Straßenrand abgelegt. Ebenso gab es aber auch Bäume, die auf Häuser gefallen, oder in anderen Bäumen hängen geblieben sind. Wodurch sich das Abarbeiten des Einsatzes schwieriger darstellte. Hierfür mussten unter anderem die Drehleiter aus Celle nachalarmiert werden oder es wurden die Bäume mit Hilfe der Seilwinde vom HLF20 aus Beedenbostel gezogen werden. Weitere Alarmierungen waren unter anderem abgedeckte Dächer, drohendes Wegfliegen von einem privaten Gewächshaus und Bäume, die auf Häuser gefallen sind. Mehrere Bäume waren auf Gleisanlagen gestürzt, und die Bahnschienen unbefahrbar.

Um bei Einsatzfahrten des Rettungsdienstes ein sicheres und schnelleres Durchkommen zu gewährleisten, wurde ein Begleitahrzeug von der Ortsfeuerwehr Lachendorf bereitgestellt.

Glücklicherweise gab es, trotz des stundenlang andauernden Sturmes, keinerlei Personenschäden, sondern nur Sachschäden.

Im Einsatz waren die Ortsfeuerwehren Lachendorf, Beedenbostel, Gockenholz, Ahnsbeck, Hohne, Eldingen, Helmerkamp, Spechtshorn, Jarnsen-Lutter-Bunkenburg, Metzingen-Hohnhorst-Bargfeld, die Feuerwehr aus Celle, die Polizei und der Rettungsdienst.



Text/Fotos: Jessica Götze

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