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Resilienz, die im Alltag ankommt: Hurra, ich lebe!

30. Sept.
5 Min. Lesezeit
Resilienz Fachtag. Foto: Verena Schössow
Resilienz Fachtag. Foto: Verena Schössow

CELLE. Wie bleiben Menschen handlungsfähig, wenn der berufliche Alltag von Konflikten, Krisen, hoher Verantwortung und emotionalen Belastungen geprägt ist? Genau darum geht es beim 4. Celler Fachtag „Hurra, ich lebe!“ am Mittwoch, 24. Februar 2027, in der CD-Kaserne und Congress Union Celle. Unter dem Motto „Resilienz stärken“ erwartet pädagogische, soziale und psychosoziale Fachkräfte ein ganzer Tag voller neuer Perspektiven, konkreter Methoden und vor allem viel Praxis.


Mit Dr. Michael Bohne und Ben Furman stehen zwei international renommierte Keynote-Speaker auf dem Programm. Bohne widmet sich in seiner Keynote der Gamifizierung von Psychotherapie und emotionaler Selbsthilfe. Dabei geht es unter anderem um typische Lösungsblockaden, Selbstwirksamkeit und die Frage, wie Veränderung leichter gelingen kann.


Der finnische Psychiater und Psychotherapeut Ben Furman eröffnet neue Perspektiven auf die Arbeit mit Menschen nach belastenden und traumatischen Erfahrungen und zeigt, wie lösungsfokussierte Ansätze Hoffnung, Ressourcen und Entwicklung stärken können. Furman zählt zu den weltweit prägenden Stimmen des lösungsfokussierten Ansatzes. Er ist Mitbegründer des Helsinki Brief Therapy Institute und Entwickler international verbreiteter Methoden wie Kids’ Skills („Ich schaff’s!“) und Reteaming, die heute in Therapie, Pädagogik, Coaching und Organisationsentwicklung eingesetzt werden.


Nicht nur zuhören, sondern erleben und ausprobieren


Was den Celler Fachtag besonders macht, zeigt sich auch in den über 20 Workshops: Resilienz wird hier nicht nur erklärt, sondern ausprobiert, erlebt und unmittelbar mit dem eigenen beruflichen Alltag verbunden.


„Uns ist wichtig, dass die Teilnehmenden am Ende des Tages nicht nur mit vielen neuen Gedanken nach Hause gehen, sondern mit Dingen, die sie wirklich nutzen können. Gerade Menschen, die täglich andere begleiten, stärken und durch schwierige Situationen führen, brauchen auch selbst gute Werkzeuge, um handlungsfähig zu bleiben. Genau dafür wollen wir mit ‚Hurra, ich lebe!‘ Raum schaffen – für neue Impulse, fürs Ausprobieren, für Begegnung und auch einfach zum Auftanken“, sagt Kai Thomsen, Geschäftsführer der CD-Kaserne und Initiator des Celler Resilienz-Fachtags.


Für die CD-Kaserne als Veranstalterin ist „Hurra, ich lebe!“ dabei mehr als eine einzelne Fachveranstaltung. Der Fachtag verbindet Fachwissen und Prävention mit Austausch und Begegnung und knüpft damit an das Selbstverständnis der CD-Kaserne als Ort für Kultur, Bildung, Begegnung und gesellschaftlichen Austausch an. Menschen aus unterschiedlichen pädagogischen, sozialen und psychosozialen Arbeitsfeldern kommen zusammen, lernen voneinander und nehmen neue Impulse mit in ihre Einrichtungen und Teams.


Dabei gehört die Stärkung derjenigen, die täglich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, ganz bewusst zur pädagogischen Idee des Fachtags. „Wir erleben in unserer pädagogischen Arbeit immer wieder, wie wichtig es ist, nicht nur Kinder und Jugendliche zu stärken, sondern auch die Menschen, die sie jeden Tag begleiten. Wenn Fachkräfte selbst stabil, klar und handlungsfähig bleiben, wirkt sich das auch auf die Menschen und Systeme aus, in denen sie arbeiten. Genau diesen Gedanken wollen wir mit dem Fachtag ganz praktisch erlebbar machen“, sagt Sinja Jaskulla, Pädagogische Leitung der CD-Kaserne und Mitinitiatorin von „Hurra, ich lebe!“.


Wie unterschiedlich die konkreten Werkzeuge dafür aussehen können, zeigt das Workshopprogramm. Anja Pusch macht Selbstregulation über Embodiment körperlich erfahrbar und zeigt, wie körperorientierte Methoden unmittelbar in pädagogische, beratende und therapeutische Kontexte übertragen werden können. Christine Bühler verbindet die sieben Schlüssel der Resilienz mit PEP® und dem „Kreis des Einflusses“, während Helene Hucho PEP basics® gezielt für die eigene Selbstregulation und kollegiale Unterstützung im Berufsalltag einsetzt. Vera Faltin wiederum setzt auf schnelle, körperbasierte Stabilisierung und verbindet Polyvagal-Theorie mit traumasensitivem Yoga.

Mehr Sicherheit in schwierigen Situationen


Auch Fach- und Führungskräfte, die täglich mit Konflikten und herausfordernden Situationen umgehen, finden im Programm konkrete Werkzeuge. Anja Thürnau stellt mit ihrem Beratungskompass eine praxiserprobte Vier-Phasen-Gesprächsstruktur für die Gesprächsführung mit Eltern im Kinderschutz vor. Sie wurde speziell für die besonderen Anforderungen dieses häufig von Konflikten und Zwangskontexten geprägten Arbeitsfeldes entwickelt und soll Fachkräften mehr Sicherheit, Kompetenz und Resilienz vermitteln.


Dagmar Hoefs und Harald Kurp übertragen mit ihrem Ansatz der „Systemischen Autorität in Organisation und Führung“ die Gedanken der Neuen Autorität auf Führung und Organisation. Das Autoritätsdreieck und die aha3-Präsenzdimensionen bieten konkrete Instrumente, um die eigene Führungshaltung und Präsenz zu reflektieren und in Teamkonflikten, Veränderungsprozessen oder der Zusammenarbeit mit Eltern handlungsfähig zu bleiben.


Gerd Janke richtet den Blick bewusst weniger auf einzelne Methoden als auf die systemische Haltung. Sein Workshop zeigt, wie diese zu professioneller Qualität, neuen Perspektiven und psychologischer Sicherheit in pädagogischen Arbeitsfeldern beitragen kann.


Vom eigenen Song bis zur Mind-Set-Reise im Schlossgarten


Dass Resilienzarbeit alles andere als trockene Theorie sein muss, zeigen die ungewöhnlicheren Formate des Tages. Jens Eckhoff, Musiker, Songwriter und Mitglied der Band „Wir sind Helden“, entwickelt gemeinsam mit den Teilnehmenden einen eigenen Song. Musik wird dabei zum Instrument für Resilienz, Gemeinschaft und Selbstwirksamkeit. Wissenschaftliche Erkenntnisse, hypnosystemische Ansätze und Erfahrungen aus der Popkultur fließen zusammen – musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.


Sonja Eiden verlegt ihren Workshop nach draußen in den Celler Schlossgarten. Auf ihrer SNEP-Mind-Set-Reise werden Glaubenssätze mithilfe von Natur, Bewegung und systemischen Methoden erfahrbar und in Bewegung gebracht.


Sinja Jaskulla nimmt die Teilnehmenden mit in die Positive Psychologie. Statt Defizite und Probleme in den Mittelpunkt zu stellen, richtet sie den Blick auf Ressourcen und Stärken. Die Teilnehmenden lernen unter anderem die 24 Charakterstärken kennen und erhalten Interventionen, die sich direkt in Schule, Kita, Jugendhilfe, Beratung und Therapie einsetzen lassen.


Einen ganz anderen Blick auf professionelles Handeln eröffnet Matthias Ohler. Der Philosoph, Linguist und systemische Berater beschäftigt sich mit der Wirkung von Atmosphären auf Beziehungen, Gruppen und Gespräche. Mit Praxisformaten wie dem „Atmosphärischen Interview“ geht es darum, Stimmungen und zwischenmenschliche Dynamiken bewusster wahrzunehmen und für Beratung, Führung und pädagogische Arbeit nutzbar zu machen.


Auch Sonja Winterhoff setzt bei Kommunikation an – allerdings bei der Kraft guter Fragen. Ihr Workshop vermittelt eine systemische Haltung, die jungen Menschen nicht vorschnell Lösungen vorgibt, sondern Gesprächsräume öffnet, in denen eigene Perspektiven und Entwicklung möglich werden. Stefan Fischer macht PEP basics® speziell für den schulischen Kontext nutzbar und verbindet dabei die Selbstregulation pädagogischer Fachkräfte mit der Unterstützung von Schüler:innen in belastenden Situationen.


Mit Ulla Engelhardt wird Resilienzarbeit schließlich zur kreativen Heldenreise: Mit Fantasie, therapeutischem Spiel, hypnotherapeutischen Methoden und PEP® werden Ängste in Abenteuer verwandelt. Fachkräfte erhalten dabei konkrete Impulse für die ressourcenorientierte Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebensphasen.


Ein Fachtag mit direktem Transfer in den Berufsalltag


Das Spektrum reicht damit von systemischer Gesprächsführung, Positiver Psychologie und lösungsfokussierter Arbeit über Selbstregulation, Embodiment und Führung bis hin zu Musik, Natur und kreativen körperorientierten Zugängen. Gemeinsam ist den Workshops ein Gedanke: Die Teilnehmenden sollen nicht nur neues Wissen hören, sondern Erfahrungen, Perspektiven und Werkzeuge mitnehmen, die sie unmittelbar in ihrem eigenen Arbeitsalltag einsetzen können.


„Hurra, ich lebe!“ richtet sich insbesondere an Fachkräfte aus Schule, Kita, Jugendhilfe, Beratung, Therapie und Führung. Im Mittelpunkt stehen Resilienz, Selbstregulation und Präsenz sowie die Frage, wie Menschen auch in herausfordernden Situationen beruflich wie persönlich handlungsfähig bleiben können.


Der Fachtag beginnt um 9 Uhr. Nach den beiden Keynotes am Vormittag folgen am Nachmittag zwei jeweils 90-minütige Workshoprunden. Der Abschluss ist für 17.45 Uhr vorgesehen.


4. Celler Fachtag „Hurra, ich lebe!“ – Resilienz stärken

Mittwoch, 24. Februar 2027

CD-Kaserne und Congress Union Celle


Weitere Informationen zu Workshops, Referent:innen, Teilnahme und Anmeldung: www.resilienztagung.de


Veranstalter: CD-Kaserne gGmbH, Hannoversche Straße 30b, 29221 Celle www.cd-kaserne.de



Text: CD-Kaserne

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