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Nach brutalen Attacken auf Frauen in Celle: Landgericht spricht Angeklagten frei

Unterführung Fuhserandweg Celle
Im November kam es im Bereich dieser Unterführung am Fuhserandweg zu einem Angriff auf eine 70-jährige Passantin. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich an der Lachtebrücke nahe der Dammaschwiesen. (Foto: David Borghoff)

LÜNEBURG/CELLE. Das Landgericht Lüneburg hat am Dienstag Darius E. freigesprochen. Der 38-Jährige stand im Verdacht, zwei Frauen im vergangenen Herbst in Celle schwer verletzt zu haben. Der Vorsitzende Richter Franz Kompisch sah seine Schuld als nicht hinreichend erwiesen an. Wie die Cellesche Zeitung berichtete, kritisierte der Franz Kompisch außerdem die Ermittlungsarbeit der Celler Polizei.


Verdacht auf versuchten Totschlag in zwei Fällen


Im November war es zu einer Reihe brutaler Angriffe auf Frauen in Celle gekommen. Darius E. wurde versuchter Totschlag in zwei Fällen vorgeworfen. Er stand im Verdacht, am 12. November eine 63-jährige Frau an der Lachtebrücke nahe der Dammaschwiesen attackiert zu haben. Am 22. November kam es zu einem weiteren Angriff auf eine 70-Jährige am Fuhserandweg


Der aus Litauen stammende Darius E. war am 30. November 2025 an den Dammaschwiesen festgenommen worden, nachdem eine Passantin die Polizei gerufen hatte. Der Angeklagte habe sich nach Aussage der Zeugin verdächtig verhalten. Darius E. saß seitdem in der JVA Celle in Untersuchungshaft.


Dammaschwiesen
Ein Vorfall ereignete sich an den Dammaschwiesen.

Früher Freispruch im Gerichtsprozess


Am Donnerstag (21. Mai) begann nun der Prozess am Landgericht Lüneburg. Überraschend: Bereits am zweiten Verhandlungstag kam es zum Freispruch durch den Vorsitzenden Richter Franz Kompisch. Grund für die Entscheidung des Richters: Die Beweise reichten nicht aus, um Darius E. als Täter zu überführen.


Fotos auf dem sichergestellten Handy des Angeklagten hätten gezeigt, dass er sich am 22. November am Fuhserandweg aufhielt. Außerdem gab der vorbestrafte Darius E. vor Gericht zu, sich am 12. November an der Lachtebrücke aufgehalten zu haben – nach eigener Aussage, um dort Kokain von einem Dealer zu kaufen. Die Aussagen der geschädigten Frauen hätten dem Richter für eine Verurteilung des Verdächtigten nicht ausgereicht.


Staatsanwaltschaft Celle plant Revision


Wie die Cellesche Zeitung berichtete, kritisierte Richter Franz Kompisch außerdem die Celler Polizei für gleich mehrere Versäumnisse in ihrer Ermittlungsarbeit. So sei sie unter anderem dem Hinweis einer der angegriffenen Frauen, der Täter hielte sich in der Celler Neustadt auf, nicht nachgegangen. Darüber hinaus habe die Polizei es versäumt, bei einer weiteren Tat im Bereich der Dammaschwiesen DNA-Spuren zu sichern.


Die Celler Staatsanwaltschaft will nun gegen das Urteil Revision einlegen.

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