Landtagskandidaten bei "Scheuengespräch" - Kontroverse Themen ausgespart


Erstes Scheunengespräch vor der Landtagswahl Fotos: Anke Schlicht

EICKLINGEN. Überwiegend Einigkeit herrschte am Sonntagabend auf dem Podium in Köneke’s Scheune in Eicklingen. Die Kandidaten der SPD, FDP, CDU und Grünen (AfD und Linke waren nicht eingeladen worden) des Wahlkreises Bergen stellten sich im Rahmen der Reihe „Scheunengespräche“ den Fragen der Landjugend Niedersachsen und der Zuschauer.


Diese waren zahlreich erschienen, durften sich allerdings erst nach der von Nico Burfeind und Erja Söhl moderierten Gesprächsrunde einbringen. Das Konzept der beiden Landjugend-Vertreter sah vor, Ros-Marie Siemsglüß (SPD), Jörn Schepelmann (CDU), Johanne Gerlach (Grüne) sowie Walter-Christoph Buhr (FDP) sowohl persönlich einschließlich ihrer Motivation, zur Landtagswahl Niedersachsen am 9. Oktober anzutreten, vorzustellen als auch inhaltlich zu den Themen Stärkung des ländlichen Raumes, öffentlicher Personen-Nahverkehr (ÖPNV), Wohnraum, Landwirtschaft/Niedersächsischer Weg, Digitalisierung und Raumordnungsprogramm zu befragen.


Große Überschriften also, bei denen sich die Parteien im Grundsätzlichen einig sind, die unterschiedlichen Herangehensweisen liegen eher im Kleinteiligen, was das Podium jedoch nicht abbildete. Widerspruch regte sich von Seiten Johanne Gerlachs zur Aussage Jörn Schepelmanns, „wir werden es nicht schaffen, dass die Menschen in Massen auf den ÖPNV umsteigen“, daher müssten auch deren individualisierten Formen ausgebaut werden. Gerlach wandte ein, man wisse nicht, wie sich die Benzinpreise entwickelten, teurer Treibstoff könne die Nachfrage nach öffentlichem Verkehr erhöhen. Die grüne Kandidatin setzt stark auf Digitalisierung auch in diesem Bereich, mittels einer App könne man beispielsweise Mitfahrgelegenheiten generieren. Weil habe die Digitalisierung gar nicht verstanden, sagte sie, abgeleitet von einem Satz des Ministerpräsidenten, nun läge ein Buch in Form eines iPads auf dem Tisch. Siemsglüß verteidigte ihren Parteigenossen nicht.

Insgesamt sah sie wie Buhr und Schepelmann davon ab, sich negativ über gegnerische Parteien zu äußern.


Alle Vier betonten, wie wichtig es sei, dem ländlichen Raum auf Landesebene eine Stimme zu verleihen. Man müsse sich dafür stark machen, dass junge Leute nicht abwandern bzw. nach der Ausbildung wieder zurückkehren. Einigkeit herrschte auch bei der Ansicht, es gebe keinen Wohnraummangel auf den Dörfern. Wohnen im Bestand versus Neubaugebiete wäre ein Thema gewesen, an dem sich unterschiedliche Positionen hätten festmachen lassen – ebenso wie beim Dauerbrenner Wolf. Dieser hat aktuell eine neue Facette bekommen, da ein Vertreter des Beutegreifers bewiesenermaßen in Hannover gesichtet wurde.


Doch derlei kontroverse Inhalte wurden ausgespart bzw. nicht herausgearbeitet. So blieb es eher bei Allgemeinplätzen, die wenig Raum boten, die Konturen der Parteien abzubilden. Zum Abschluss gab es Präsente für die vier Kandidaten, Selbstgemachtes aus der Region wurde überreicht vom Team der Landjugend Flotwedel, die dem Auftakt der „Scheunengespräche“ einen sehr guten organisatorischen Rahmen verliehen haben.



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