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Heidekreis-Klinikum gewinnt Dr. med. Annekatrin Schwanstecher als Leitende Oberärztin

Foto: Heidekreis-Klinikum
Foto: Heidekreis-Klinikum

WALSRODE. Nicht jede Erkrankung beginnt dort, wo die Beschwerden auftreten, oft liegt der eigentliche Schlüssel im Stoffwechsel. Genau diesen Blick bringt Dr. med. Annekatrin Schwanstecher an das Heidekreis-Klinikum mit. Die Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie verstärkt das Haus jetzt als Leitende Oberärztin und bringt zusätzlich die Schwerpunkte Diabetologie und Ernährungsmedizin mit. Ihr Ziel: Stoffwechselerkrankungen früh erkennen, die Entstehung vieler anderer Erkrankungen dadurch verhindern und deren Behandlung verbessern.

„Die meisten denken bei Innerer Medizin und Gastroenterologie zunächst an Magen- oder Darmspiegelungen“, sagt Dr. Schwanstecher. „Das gehört natürlich dazu. Aber mein Schwerpunkt ist eigentlich viel breiter. Mich interessiert der Stoffwechsel des Menschen. Denn der entscheidet oft darüber, wie gut jemand gesund wird und es auch bleibt.“


Mehr als nur Übergewicht

Für viele klingt der Begriff „Stoffwechsel“ nach einem Modewort. Medizinisch betrachtet steckt jedoch deutlich mehr dahinter, wie die Ärztin erklärt: „Viele denken beim Wort Stoffwechsel nur an Übergewicht. Unser Stoffwechsel nimmt durch seine Wirkung auf Entzündungsreaktionen im Körper, aber auch unser hormonelles Gleichgewicht und das Immunsystem erheblichen Einfluss auf zahlreiche akute und chronische Erkrankungen. Er beeinflusst die Entstehung und den Verlauf von Herz-Kreislauf-Leiden, Krebserkrankungen, die Wundheilung und vieles mehr. Wenn wir den Stoffwechsel verbessern, verbessert sich häufig die gesamte Behandlung.“

Ein Begriff, den Dr. Schwanstecher in diesem Zusammenhang häufig verwendet, ist das Metabolische Syndrom: die Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und einem gestörten Zuckerstoffwechsel. „Diese Faktoren verstärken sich gegenseitig“, so die Ärztin. „Das Gefährliche daran ist, dass viele Betroffene lange gar nicht merken, wie stark ihr Körper bereits belastet ist.“ Besonders das Bauchfett spielt dabei eine Rolle: Es produziert durch Zelluntergang dauerhaft Entzündungsstoffe, die dazu führen, dass der Körper schlechter auf Insulin reagiert. Deshalb dürfe nicht nur das Körpergewicht interessieren – Taillenumfang und eine differenzierte Messung der Körperzusammensetzung sagten oft mehr aus.


Stoffwechselmedizin in fast jeder Abteilung

Ihre Arbeit beschränkt sich dabei keineswegs auf Diabetespatientinnen und -patienten. „Ob beispielsweise in der Chirurgie, der Gynäkologie oder der Intensivmedizin – überall spielt der Stoffwechsel eine Rolle bei der Genesung“, sagt Dr. Schwanstecher. Am Heidekreis-Klinikum wird deshalb ein neues Diabetes- und Ernährungsteam dazu beitragen, stoffwechselmedizinische Probleme und Optimierungspotenziale in der Behandlung stärker in den Fokus zu rücken. „Wenn auffällige Blutzuckerwerte oder andere Hinweise auf Stoffwechselerkrankungen auftreten und auch, wenn es Anhalt für eine bestehende Mangelernährung gibt, reagieren wir früh. Das verbessert häufig den gesamten Heilungsverlauf“, so die Ärztin. Wichtig sei dabei die enge Zusammenarbeit im Team: „Moderne Medizin funktioniert nicht ohne Teamarbeit. Unser Diabetes- und Ernährungsteam begleitet Patienten intensiv und gibt ihnen Sicherheit für den Alltag. Das ist ein ganz wichtiger Baustein einer erfolgreichen Behandlung.“


Zweites Standbein: die Endoskopie

Neben der Stoffwechselmedizin gilt Dr. Schwanstechers besonderes Interesse der Endoskopie. Viele Erkrankungen im Bereich des Magen-Darm-Trakts lassen sich heute mit ausgefeilten endoskopischen Resektionstechniken wie der endoskopischen Submukosadissektion (ESD) oder mit ultraschallgesteuerten Eingriffen (Endosonographie) minimal-invasiv behandeln – größere Operationen können den Patientinnen und Patienten so mitunter erspart bleiben. „Das Heidekreis-Klinikum verfügt über eine hervorragend aufgestellte Endoskopie. Das war einer der Gründe, warum ich mich für diesen Standort entschieden habe“, sagt die neue Oberärztin.


Austausch mit der Region gesucht

Ihre Expertise möchte Dr. Schwanstecher nicht nur im Krankenhaus einbringen, sondern auch in den direkten Austausch mit den Menschen im Heidekreis treten. „Ich wünsche mir, dass wir ins Gespräch kommen. Vorträge, Informationsabende oder Veranstaltungen bei Vereinen kann ich mir sehr gut vorstellen“, sagt sie. Interessierte können sich unter ukomm@heidekreis-klinikum.de melden. „Es ist mir wichtig, medizinisches Wissen verständlich zu vermitteln. Denn am besten bleiben wir alle gesund.“


Auch persönlich hat die Ärztin einen Ernährungstipp parat: „Ich schwöre auf Hafer – nicht nur bei unseren Pferden auf dem Hof, sondern auch bei uns zu Hause. Am Ende sind gesunde Ernährungsgewohnheiten und regelmäßige Bewegung die beste Grundlage für einen vitalen Stoffwechsel.“ Hafer sei weit mehr als ein Energielieferant: Seine Beta-Glucane und komplexen Ballaststoffe nährten das Mikrobiom und förderten die Bildung bioaktiver Metaboliten, die unter anderem die Blutzuckerregulation und Entzündungsprozesse beeinflussen - mit artspezifischen Unterschieden sowohl beim Menschen als auch beim Pferd.


Auch Dr. med. Annekatrin Schwanstecher wird am Stand des Heidekreis-Klinikums auf dem Walsroder Stadtfest vertreten sein, die Zeiten werden noch bekannt gegeben.


Text: Heidekreis-Klinikum

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