Gesichert rechtsextrem: Welche Rolle spielt die AfD nach der Kommunalwahl in Celle?

CELLE. Die AfD ist bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen landesweit drittstärkste Kraft geworden. Die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei bekam am Sonntag nach offiziellen Angaben 15,9 Prozent der Stimmen. Die meisten Stimmen im Bundesland holte die CDU (27,2) vor der SPD (24,6). Knapp hinter der AfD auf Platz vier landeten die Grünen (14,1). In Stadt und Landkreis Celle unterscheidet sich der Zuspruch für die AfD teilweise stark. Mancherorts spielt sie eine große Rolle, woanders gar keine.
AfD wird im Kreistag zweitstärkste Kraft
Im Celler Kreistag holte die AfD mit 19,4 Prozent mehr als im Landesdurchschnitt und ist hier jetzt zweitstärkste Kraft hinter der CDU (32). Im Rat der Stadt Celle kam die Partei mit 16,9 Prozent auf Platz drei. In beiden Gremien hat sie ihren Stimmenanteil gegenüber der letzten Kommunalwahl mehr als verdoppelt.
Neustadt/Heese: Trotz Wahlsieg nur ein Sitz im Ortsrat
Im Celler Stadtgebiet sticht unter anderem Vorwerk hervor. Hier bekam die AfD mit 25,2 Prozent den größten Zuspruch, erreichte hinter den Unabhängigen (32,9) aber nur Platz zwei. Kurios ist es dagegen im Stadtteil Neustadt/Heese. Die Partei wurde mit 23,9 Prozent stärkste Kraft, kann im Ortsrat aber nur einen Sitz einnehmen, weil sie offenbar nicht mehr Kandidaten hat. In vielen Ortsräten der Stadt Celle ist die AfD nun mit einem Sitz vertreten. Groß Hehlen/Scheuen/Hustedt sowie Altenhagen/Bostel/Lachtehausen und Boye kommen weiterhin ohne sie aus.
So sieht die aktuelle Sitzverteilung in Stadtrat (links) und Kreistag (rechts) nach den Kommunalwahlen aus.
Wathlingen kommt weiterhin ohne AfD aus
Auf Kreisebene sehen die Verhältnisse ebenfalls unterschiedlich aus. Den größten Zuspruch im Landkreis Celle bekam die AfD im Ortsrat Unterlüß mit 30 Prozent. In der Gemeinde Hambühren erreichte sie 25,3 und in Wietze 22,7. Stärkste Kraft ist sie im Landkreis Celle aber nirgendwo geworden. In vielen Ortsräten ist sie nach wie vor gar nicht vertreten. Und beim Blick auf die Auswertungen des Landkreises Celle fällt auf, dass die Samtgemeinde Wathlingen inklusive aller Ortsräte komplett ohne AfD-Einflüsse weiterarbeiten kann.
Unterstützung von Alice Weidel ohne Erfolg
Die AfD muss nach den Kommunalwahlen auch ein paar Niederlagen verarbeiten. In Wietze holte Bürgermeisterkandidat Dennis Jahn nur 15,7 Prozent der Stimmen und spielt bei der anstehenden Stichwahl keine Rolle mehr. Da hat auch die prominente Wahlkampfunterstützung von AfD-Bundeschefin Alice Weidel nichts gebracht. Und auch in Bergen schaffte es Bürgermeisterkandidat Kees Bouma mit 19,1 Prozent der Stimmen nicht ins Rathaus.
AfD weiter im Visier des Verfassungsschutzes
Was auch immer die Gründe für den allgemein wachsenden Zuspruch der AfD sind, die Partei gilt in Niedersachsen weiterhin als gesichert rechtsextrem und wird vom Verfassungsschutz als Beobachtungsobjekt von erheblicher Bedeutung eingestuft. Ein Eilantrag der Partei gegen diese Einstufung wurde abgelehnt. Zu den Konsequenzen gehört, dass Mitarbeitende im öffentlichen Dienst, die sich aktiv für die AfD engagieren, mit disziplinarischen Maßnahmen rechnen müssen.














