Gegen Fake News und Meinungsmache: Politikunterricht ab Grundschule gefordert
- Stefan Kübler
- vor 6 Stunden
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CELLE. Schülerinnen und Schüler sollten bereits ab der ersten Klasse in politischer Bildung unterrichtet werden. Diese Forderung kommt nicht etwa aus der Politik oder dem Lehrerzimmer, sondern von den Schülern selbst. Und sie richtet sich an die Politik. Der Kreisschülerrat Celle spricht sich dafür aus, dass Politikunterricht verbindlich und durchgängig von der Grundschule bis in alle weiterführenden Schulen verankert wird. Das Gremium schließt sich damit den Forderungen des Landesschülerrates Niedersachsen an.
Kreisschülerrat Celle für frühzeitige politische Bildung
„Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer Informationsflut auf, in der Fakten und Falschinformationen oft schwer zu unterscheiden sind“, erklärt Celles Kreisschülersprecherin Elena Prastalo. „Umso wichtiger ist es, Demokratie früh zu erklären und auch erlebbar zu machen.“ Der Kreisschülerrat Celle unterstreicht die zentrale Bedeutung politischer Bildung für eine lebendige Demokratie. Junge Menschen müssten frühzeitig befähigt werden, demokratische Prozesse zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und aktiv mitzugestalten. Zwar leisteten Klassenräte, Projekttage und AGs einen wichtigen Beitrag, sie könnten jedoch keinen verbindlichen Politikunterricht ersetzen, der dauerhaft Raum und Zeit für politische Bildung schafft.
„Politikunterricht müsste die ersten Social-Media-Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen aufgreifen.“
In einem offenen Brief an Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies und Kultusministerin Julia Willie Hamburg hatte der Landesschülerrat Niedersachsen eben diese Forderung formuliert. In dem Brief wird bemängelt, dass der Politikunterricht in Niedersachsen derzeit meist erst ab der siebten Klasse beginne. Zu diesem Zeitpunkt bewegten sich Kinder und Jugendliche aber längst im politischen Raum. „Insbesondere die intensive Nutzung von Social Media ist bereits im frühen Teenageralter die Regel und nicht die Ausnahme“, so der Landesschülerrat. „Politikunterricht müsste die ersten Social-Media-Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen aufgreifen und Räume für Diskussionen und Aufklärung schaffen, findet in diesem Alter in Niedersachsen aber meist nicht statt.“ Kinder und Jugendliche seien bereits täglich mit Meinungsmache, Desinformation und Fake News konfrontiert, würden aber kaum Orientierung bekommen.
Demokratie und Rechte kindgerecht vermitteln
Gefordert wird ein kindgerechter Politikunterricht bereits in der Grundschule, um Rechte, Beteiligung und Demokratie verständlich zu machen. Ab der fünften Klasse soll Politik zum Pflichtfach und später auch in berufsbildenden Schulen in allen Bildungsgängen verankert werden. „Politische Bildung braucht Verlässlichkeit. Sie darf nicht davon abhängen, ob einzelne Lehrkräfte Zeit oder Möglichkeiten haben“, betont Elena Prastalo. Neben dem Kreisschülerrat Celle haben zahlreiche weitere Schüler- und Elternvertretungen, Bildungsorganisationen sowie die Grüne Jugend und die Jusos den offenen Brief unterzeichnet.













