Jetzt steht's fest: Meißendorf bekommt mit Tante Enso endlich einen Dorfladen
- Sheenara Wiebke
- vor 4 Tagen
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MEISSENDORF. Seit 13 Jahren müssen Meißendorfer zum Einkaufen in das rund sieben Kilometer entfernte Winsen fahren. Der einstige Dorfladen Edeka Bansleben schloss 2013 seine Türen. Seit Mittwochmorgen steht nun fest: Meißendorf bekommt endlich einen neuen Dorfladen. Damit sich der genossenschaftliche Supermarkt „Tante Enso“ hier niederlässt, hatte die Dorfgemeinschaft einen Monat Zeit, 600 Teilhaber zu finden – mit Erfolg. Oder, wie Ortsbürgermeister Holger Beckmann sagt: „Da hat das Dorf geliefert.“
Meißendorf holt sich den Dorfladen zurück
Bis zuletzt sei nicht klar gewesen, wie viele Genossenschaftsanteile für den Tante Enso-Markt gekauft wurden. Die Organisatoren hatten zwar einen Überblick über die Papieranträge, doch wussten nicht, wie viele Anteile online gekauft werden.
"Heute Morgen kam der Anruf", berichtet Holger Beckmann erleichtert. Das Ergebnis liegt knapp ein Drittel über dem Ziel: 780 Anteile wurden verkauft. Bei einem Ort mit knapp 1740 Anwohnern ein beachtliches Ergebnis.
Dorfgemeinschaft mobilisiert für den Supermarkt
Die vergangenen vier Wochen waren geprägt von Infoveranstaltungen, Flyeraktionen und zahlreichen Gesprächen mit Bürgern. Im Dorfgemeinschaftshaus boten Holger Beckmann und seine Mitstreiter mehrfach in der Woche Sprechstunden an.

Ein Genossenschaftsanteil kostet 100 Euro. Davon gibt es jährlich fünf Euro zurück. Außerdem erhalten Teilhaber einen Rabatt von zwei Prozent auf jeden Einkauf. Ein weiterer Vorteil des Markts: Kunden können 24 Stunden an sieben Tagen die Woche einkaufen. 20 Stunden die Woche ist die Kasse besetzt. Mit einer Mitgliedskarte ist das Einkaufen auch außerhalb der Geschäftszeiten möglich. Eine digitale Kasse ermöglicht dann die Selbstbedienung.
"Am Anfang war meine Angst, dass die Senioren nicht mit der digitalen Kasse zurechtkommen. Im Gespräch sagten sie dann: Das kennen wir schon von Rossmann, da machen wir das auch immer", berichtet Holger Beckmann.
"Ein ganz großer Teil im Dorf ist dankbar, dass es losgeht."
Bis Tante Enso in Meißendorf öffnet, dauert es noch etwas. Das Geschäft soll in einem Baugebiet des Investors Sebastian Wickert errichtet werden. "Wir haben jetzt geliefert, jetzt liegt der Ball bei Tante Enso und bei Sebastian Wickert", sagt Holger Beckmann und fügt hinzu: "Ein ganz großer Teil im Dorf ist dankbar, dass es losgeht."
Was ist ein genossenschaftlicher Supermarkt?
Das Konzept funktioniert so: Anwohner kaufen noch vor dem Bau Genossenschaftsanteile bei Tante Enso. Das eingesammelte Geld finanziert einen Teil der Errichtung der Filiale und senkt so die Kosten. Gleichzeitig sichert sich Tante Enso ab: Wer Teilhaber ist, wird auch später im Dorfladen einkaufen.














