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Energie aus Abwasser


 Im Abwasserkanal ist der Wärmetauscher zu erkennen. Die Vor- und Rücklaufleitungen liegen rechts und links und werden nach oben aus dem Kanal in Richtung Gebäude geführt. Foto: Stadtentwässerung Celle
Im Abwasserkanal ist der Wärmetauscher zu erkennen. Die Vor- und Rücklaufleitungen liegen rechts und links und werden nach oben aus dem Kanal in Richtung Gebäude geführt. Foto: Stadtentwässerung Celle

CELLE. "In Zeiten des Klimawandels und steigender Energiepreise sind Städte und Kommunen mehr denn je angehalten, ihre Prozesse möglichst effizient und nachhaltig zu betreiben", so die Stadt, die Stadtwerke und die Stadtentwässerung Celle in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Darin informieren sie über das neue Kompetenzcentrum der Stadtwerke Celle und der Stadtentwässerung in der Allerstraße 10, das mit Energie aus Abwasser im Winter beheizt und im Sommer gekühlt wird:


Im Abwasser, das ständig und in großen Mengen in der städtischen Kanalisation vorhanden ist, steckt ein enormes Energiepotenzial. Abwasser ist im Winter etwa 10 bis 12 °C warm, im Sommer 17 bis 20 °C. Diese Temperatur steht für Wärme beziehungsweise thermische Energie, mit der Gebäude im Winter beheizt und im Sommer gekühlt werden können.


Die Energiegewinnung aus Abwasser ist eine Wärmepumpentechnologie. Dazu wird ein maßgefertigtes Kanalwärmetauschersystem, bestehend aus Wärmetauschermodulen und deren optimaler Verbindung mit einer Wärmepumpe, genutzt.


Warum Energie aus Abwasser gewinnen? Abwasser ist eine ständige und in großem Umfang verfügbare Energiequelle. Millionen von Haushalten, aber auch Gewerbe und Industrie, leiten täglich riesige Mengen an Wärmeenergie über das Abwasser in die Kanalisation ein. Diese kann mit Abwasserwärmetauschern zurückgewonnen und genutzt werden. Das ist - auch hinsichtlich der steigenden Kosten für fossile Brennstoffe - ökonomisch sowie ökologisch sinnvoll. Denn mit Energie aus Abwasser lässt sich sowohl heizen als auch kühlen. Bis zu 14 Prozent des Wärmebedarfs in Gebäuden in Deutschland lassen sich somit aus Abwasser decken. Insbesondere im urbanen Raum birgt diese Art der Energiegewinnung erhebliches Potenzial. Denn wo viele Menschen leben, wird bei gleichzeitig hohem Energiebedarf auch viel Abwasser erzeugt. Angebot und Nachfrage passen hier also optimal zusammen.


Bei der Technik handelt es sich um ein patentiertes, modulares Kanalwärmetauschersystem, das in den Abwasserkanal eingebaut wird. So wurde auch der bestehende Kanal direkt neben dem Neubau in der Allerstraße mit entsprechenden Wärmetauschermodulen nachgerüstet. Die maßgefertigten Elemente sind aufgrund ihrer Beschaffenheit optimal für den Einsatz in Abwasser geeignet. Es fließt warm vollflächig über den Wärmetauscher, der wiederum von kühlem Wasser durchströmt wird. Das warme Abwasser gibt Energie an die kühlere Flüssigkeit ab – und heizt sie auf. Durch das Prinzip der Verdichtung steigert die angeschlossene Wärmepumpe bei der so gewonnenen Abwasserwärme das Temperaturniveau und schraubt die nutzbare Energieleistung hoch. Mit dieser Wärmeenergie lässt sich nun das Gebäude heizen.


Da der Sitz der Stadtwerke und der Stadtentwässerung Celle klimatisiert wird, kommt hier eine reversible Wärmepumpe zum Einsatz: Der Kreislauf wird im Sommer einfach umgedreht, so dass der Abwasserstrom kühlt.


Zwischen den Stadtwerken und der Stadtentwässerung wurde ein entsprechender Nutzungsvertrag für die thermische Verwendung von Abwasserwärme und den Betrieb der Abwasserwärmetauscheranlage im Abwasserkanal der Stadtentwässerung Celle abgeschlossen. Somit profitiert dann auch der Gebührenzahler für die „Lieferung“ der Energie.


Mit diesem wegweisenden Projekt nehmen die Stadt und die Stadtwerke auch am diesjährigen Wettbewerb „Klima kommunal“ teil. Er zeichnet seit 2010 vorbildliche kommunale Klimaschutzprojekte sowie -ideen in Niedersachsen aus und findet alle zwei Jahre statt. Träger des Wettbewerbs sind das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz und die kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen führt den Wettbewerb durch.

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