Bessere Löhne und Arbeitsbedingungen fallen nicht vom Himmel
- Extern
- vor 9 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

CELLE. Wechsel an der Spitze der IG BAU in der Region: Simone Hoffmeister ist zur Vorsitzenden des Bezirksverbands Nord-Ost-Niedersachsen der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) gewählt worden. Damit kümmert sich die 49-Jährige in den kommenden vier Jahren um die Interessen von Bauarbeitern, Reinigungskräften sowie Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft. Nach Angaben der Arbeitsagentur sind allein im Landkreis Celle rund 1.790 Menschen im Bauhauptgewerbe und etwa 880 in der Gebäudereinigung tätig.
Auch Simone Hoffmeister kennt die Branche aus eigener Erfahrung: Sie ist gelernte Zimmerin und arbeitet seit 2017 als Haustechnikerin.
„Ob auf der Baustelle, im Garten- und Landschaftsbau, in der Reinigungsfirma oder im Maler- und Dachdeckerbetrieb – gerade am Arbeitsplatz kommt es darauf an, dass die Menschen an einem Strang ziehen. Gute Löhne und gute Arbeitsbedingungen fallen nicht vom Himmel“, sagt Simone Hoffmeister.
Die Gewerkschafterin appelliert an die Beschäftigten in der Region, sich aktiv für ihre Interessen einzusetzen – besonders in unsicheren Zeiten. Die IG BAU Nord-Ost-Niedersachsen stehe dabei auch künftig fest an der Seite der Beschäftigten. „Das gilt nicht nur bei Fragen zu fairer Bezahlung, guten Arbeitsbedingungen oder Mitbestimmung im Betrieb, sondern auch dann, wenn es Konflikte mit dem Arbeitgeber gibt“, so Hoffmeister.
Die neue Bezirksvorsitzende kündigt zudem an, dass sich die IG BAU weiterhin in politische Debatten einbringen werde. „Viele Vorhaben der Berliner Koalition haben direkte Auswirkungen auf unsere Region und die Beschäftigten. Ein Beispiel ist der Wohnungsbau: Es geht um bezahlbare Wohnungen und mehr Sozialwohnungen. Hier ist dringend mehr Unterstützung vom Bund notwendig.“
Auch bei der Stärkung der Tarifbindung fordert Hoffmeister klare Signale von der Bundesregierung: „Der Tariflohn sollte zur Regel werden – davon würden auch die Beschäftigten in der Region profitieren.“
Zugleich spricht sich Hoffmeister deutlich gegen zusätzliche Belastungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus. „Ob Kürzungen bei der Lohnfortzahlung, die Abschaffung des Acht-Stunden-Tages oder eine Erhöhung des Renteneintrittsalters – solche Forderungen sind respektlos und gehen an der Realität vieler Beschäftigter vorbei. Gerade im Bau und im Handwerk ist für viele schon heute ein Renteneintritt mit 65, 66 oder 67 kaum erreichbar.“ Statt sozialer Einschnitte fordert sie sinnvolle Reformen – insbesondere eine verlässliche, sichere und gerechte Rente.
Text: IG-BAU














