Kunstausstellung bei Rathsmühle: Jury wählt 55 Künstler für Fassade aus
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CELLE. Fünf Menschen, zwei Stunden, ein historisches Zimmer an der Trift: Aus 347 eingereichten Arbeiten von 130 Künstlerinnen und Künstlern hat die Jury die 55 Werke ausgewählt, die an die Fassade der Rathsmühle kommen. Der Jüngste unter den Ausgewählten ist 13 Jahre alt, die Älteste über achtzig.
Empfangen wurden die fünf mit Kuchen und kalten Getränken. Am Mittwochnachmittag hat die Jury der Fassadenausstellung im historischen Rosenzimmer von Denk.Mal e.V. an der Trift 32 getagt, und die Gastgeberin Zandra Gröschner hatte den Tisch schon gedeckt, als die ersten kamen. Zwei Stunden später stand die Auswahl: 55 Werke, die als großformatige Banner am Gerüst der Rathsmühle zu sehen sein werden, während das denkmalgeschützte Gebäude saniert wird.
130 Künstler bewerben sich
Der Zuspruch war größer als erwartet. 130 Künstlerinnen und Künstler haben sich beworben und dabei 347 Werke eingereicht. Von der Ölmalerei über Aquarell und Pastell bis zur digitalen Arbeit und zur historischen Fotografie ist fast alles dabei, was sich auf ein Banner drucken lässt.
Damit diese Menge an einem Nachmittag überhaupt zu schaffen war, hat der Verein eigens ein geschütztes Juryportal aufgebaut. Dort konnte jedes Mitglied der Jury vorab von zuhause aus oder unterwegs alle Einreichungen in Ruhe ansehen und für sich bewerten, ohne die Stimmen der anderen zu kennen. Am Sitzungstag wurden diese Vorentscheidungen zusammengeführt, sodass sich die Runde auf die 78 Bewerbungen konzentrieren konnte, bei denen mindestens zwei Stimmen auf dasselbe Werk gefallen waren. Ausgewählt wurde nicht nach Namen, sondern nach Bild: jede Bewerbung durfte bis zu drei Werke zeigen, an die Fassade kommt von jeder Person genau eines.
Das Werk eines 13-Jährigen hängt später neben Arbeiten von Berufskünstlerinnen und Berufskünstlern.
Am Tisch saßen eine Kunstpädagogin, eine Workshopleiterin, ein Grafikdesigner, ein Künstler aus der Straßenkunst und ein Fotograf. „Genau diese verschiedenen Blickwinkel haben den Unterschied gemacht. Bei manchen Bildern habe ich erst durch die anderen gesehen, was darin steckt", sagt Roman Thomas, 2. Vorsitzender von Denk.Mal e.V. und Leiter der Sitzung. „Man merkt wieder, wie wichtig das Gespräch von Angesicht zu Angesicht ist. Und wie viele engagierte Menschen es hier in Celle gibt." Vielfalt war dem Verein wichtig, und die Auswahl zeigt sie. Das Werk eines 13-Jährigen hängt später neben Arbeiten von Berufskünstlerinnen und Berufskünstlern, dazu kommen Menschen, die seit Jahrzehnten in den Malkreisen und Ateliers der Stadt arbeiten. Die Älteste unter den Ausgewählten ist Jahrgang 1941.
Schaufenster der Celler Kunstszene
Die 55 Ausgewählten werden in den nächsten Tagen benachrichtigt. Danach beginnt die Arbeit an den Druckdaten: für die Banner braucht es die Werke in hoher Auflösung, einige davon werden dafür noch einmal eigens abfotografiert.
Wer nicht dabei ist, ist damit nicht abgelehnt. Für die Fassade standen 55 Plätze zur Verfügung, beworben haben sich mehr als doppelt so viele. Am Ende entsteht an der Rathsmühle ein Schaufenster der Celler Kunstszene, so bunt wie die Menschen, die mitgemacht haben. Öffentlich, kostenlos und an einem Ort, an dem täglich viele auf dem Weg in die Innenstadt vorbeikommen.
Wer saß in der Jury?
Die Jury: Susanne Gudehus, Kunstdozentin und Malerin, seit dreißig Jahren Kunstpädagogin, davon fünfundzwanzig Jahre an der FaBi Celle. Svitlana Lutsenko, Künstlerin, gibt in Celle unter dem Namen paint.wine.cheese Art Workshops. Andreas Sprenger, Grafikdesigner, führt unter dem Namen Allernixe eine Designagentur mit Laden in der Schuhstraße. Daniel Wunn, bildender Künstler des Kollektivs DIEVANDALS, 2. Vorsitzender von Kultur Allerorts e.V. Roman Thomas, Fotograf und Künstler, 1. Vorsitzender des BBK Celle und 2. Vorsitzender von Denk.Mal e.V. Moderiert und protokolliert hat Zandra Gröschner, 1. Vorsitzende von Denk.Mal e.V., ohne Stimmrecht.
Text: DENK.MAL E.V.














