Angewandte Psychologie am Christian-Gymnasium



HERMANNSBURG. Psychische Erkrankungen sind auch unter Kindern und Jugendlichen verbreitet: Nahezu jede oder jeder fünfte Heranwachsende ist betroffen. Jenny Weber vom Verein Kopfvitamin hat dieses Thema zusammen mit Schülerinnen und Schülern der neunten Klassen am Christian-Gymnasium aufgegriffen und sie in einem Workshop informiert und sensibilisiert.


Welche Arten psychischer Störungen gibt es? Welche Ursachen und Folgen können Depressionen haben? Wie fühlt sich eine erkrankte Person, wie sollte man ihr begegnen? Diese und weitere Fragen standen beim ersten Workshop im Mittelpunkt, den Jenny Weber am Christian-Gymnasium geleitet hat. „Das Interesse der Jugendlichen war sehr groß“, so die Chemnitzer Psychologiestudentin und freiberufliche Mitarbeiterin des Vereins Kopfvitamin, der im Bereich der angewandten Psychologie tätig ist. Dabei hätten 20 Prozent der Teilnehmenden davon berichtet, bereits Erfahrungen mit depressiven oder anderweitig psychisch erkrankten Menschen gemacht zu haben. „Viele hatten Fragen oder einfach Redebedarf, um ihre Erlebnisse zu teilen.“ Auch diejenigen, die bisher nicht mittelbar oder unmittelbar betroffen seien, hätten viel Interesse gezeigt, was durch eine Evaluation des viertägigen Programms bestätigt wird, das am Ende durchgeführt wurde.


Dies freut die Schulleitung, die bereits Anschlussveranstaltungen für den kommenden Juli und das nächste Schuljahr plant, wo es - ganz an der Praxis orientiert - um Stressbewältigung gehen wird. Zudem sollen Lehrerfortbildungen und ein Elternabend stattfinden. „Wir blicken mit Sorge auf die Zunahme psychischer Erkrankungen unter Schülerinnen und Schülern“, so Dirk Gerlach-Strzelski, Koordinator für pädagogische Fragen am CGH. Auch wolle man dem Thema Gesundheit in Schule ins gesamt mehr Gewicht geben, als dies durch die zurzeit bestehenden Programme, etwa zur Sexualaufklärung oder Suchtprävention, schon geschehe.



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