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„Allen Grund optimistisch zu sein“ – Christian Wulff in Celle


Fotos: Peter Müller

CELLE. Dem Thema nach sollte es im Gespräch mit dem #Bundespräsidenten a.D. und früheren Ministerpräsidenten Christian #Wulff um Gegenwart und Zukunft gehen. „Herausforderungen für unsere Gesellschaft in einer sich wandelnden Welt“ lautete die Überschrift für eine neue Ausgabe des traditionellen „Celler Wirtschaftstreffs“ der #Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg. Doch Moderator Peter-Michael Zernechel ließ auch die Vergangenheit des CDU-Politikers Revue passieren.


„Ich hätte mir gewünscht, dass auch andere Sätze aus meiner damaligen Rede zitiert worden wären“, sagte der 63-Jährige im Laufe des Interviews, doch es war diese eine Aussage, die damals für Diskussionen sorgte: „Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland“, hatte Wulff während seiner kurzen Amtszeit als Bundespräsident von 2010 bis zu seinem Rücktritt im Februar 2012 gesagt. „Ich stehe dazu, zu dem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt der Sarrazin-Debatte war er notwendig“.

Der einstige Hoffnungsträger der #CDU und langjährige stellvertretende Vorsitzende bezeichnet sich mittlerweile als Rentner. „Der Entscheidungsdruck ist weg, ich stehe nicht mehr im Fokus der Medien“, benannte er als Vorzüge des Endes seiner politischen Karriere.


Alle Ehrenämter und Schirmherrschaften, die er innehat, wollte er nicht aufzählen, aber eines musste hervorgehoben werden. Denn den Auftakt der Veranstaltung in der großen Halle der CD-Kaserne gestaltete der #Juventis-Jugendchor unter der Leitung von Stephan Doormann mit einem isländischen Loblied auf Maria sowie einem französischen Trinklied. Wulff kennt die KAV-Schüler, denn er ist Präsident des Deutschen Chorverbandes, war anlässlich einer Veranstaltung mit den Jugendlichen so begeistert von deren Enthusiasmus und Qualität, dass er sie bat, bei seinem 60. Geburtstag zu singen. Die Mitglieder des Schulchores repräsentieren die Wahrnehmung und Einstellung des Politikers zur Jugend insgesamt: „Ich erlebe eine tolle junge Generation“, betonte er und fügte hinzu, jede Generation habe eine neue Aufgabe, die aktuell seiner Ansicht nach im Erhalt von Freiheit und Demokratie bestehe. „Wir müssen wachsam sein, die Demokratie verteidigen, sie funktioniert nur mit Demokraten.“


Den Defätismus, der sich angesichts der momentanen Krisensituation überall ausbreite, teilt er jedoch nicht: „Wir haben allen Grund optimistisch zu sein“, sagte der Bundespräsident a. D., der einen gut gefüllten Terminkalender hat, worüber er alles andere als traurig ist: „Ich mache gerne viel und habe gerne mit Menschen zu tun“. Dieses zeichne Politiker generell aus. Eindrucksvoll und mit Fotos unterlegt berichtete er von seinem jüngsten Besuch im Sommer dieses Jahres in Japan – ein Land, dem er sich sehr verbunden fühlt und mit dem er sich eingehend auseinandergesetzt hat.


Der Exkurs setzte den Schlusspunkt eines Streifzugs durch Wulffs gegenwärtiges Leben und wurde abgelöst durch eine Reise in die Vergangenheit mit dem Fokus auf den Rücktritt von Christian Wulff vom Amt des Bundespräsidenten im Februar 2012, dem Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Korruption vorausgegangen waren. Der CDU-Politiker beherrschte damals mit seiner Frau Bettina, von der er mittlerweile geschieden ist, monatelang die Schlagzeilen. Im Jahr 2014 wurde er vom Landgericht Hannover vom Korruptionsverdacht freigesprochen. „Glauben Sie, dass Ihr Ansehen wieder hergestellt ist?“, fragte Zernechel. „Ich sehe das ganz realistisch, es bleibt immer was hängen, das wird nie ganz wiederhergestellt werden, aber ich fühle mich rehabilitiert.“



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