160 Jahre Rotkreuzarbeit mit Festakt im Rittersaal gewürdigt

CELLE. „Tradition trifft Zukunft“ lautet das Motto zum 160-jährigen Bestehen der Rotkreuzarbeit in Celle in diesem Jahr. Der Schwerpunkt des Festaktes im Celler Schloss mit 180 Gästen, darunter zahlreiche aus dem Ehrenamt, der Politik, Gesellschaft und dem Wohlfahrtswesen, lag jedoch eindeutig auf dem Blick in die Zukunft.
So widmete sich der Festvortrag von Prof. Dr. med. Tobias Gantner von der HealthCare Futurists GmbH Köln der Frage, welche Bedeutung KI zukünftig in der Medizin haben werde. Er präsentierte in seinem mit intensivem Applaus bedachten Referat einen besonders in ländlichen Regionen von technischen Hilfsmitteln und dem Tele-Doktor geprägten zukünftigen Patientenalltag, der demografische Wandel und der Fachärztemangel mache dies unerlässlich. „Krankheit kostet viel Geld, wir müssen Muster erkennen und verstehen. Dabei kann uns Technologie helfen“, betonte er.
Im Anschluss gratulierte der Generalsekretär und Vorsitzende des Vorstands Deutsches Rotes Kreuz e.V. Berlin, Christian Reuter, zum Jubiläum, griff das Stichwort Mut des Vorgänger-Referates direkt auf und verknüpfte es mit dem Wirken des DRK-Kreisverbandes Celle e.V.: „Sie sind einer der deutlich größeren unter den insgesamt 550 Kreisverbänden deutschlandweit und haben offensichtlich etwas richtig gemacht!“ Mit rund 750 Mitarbeitenden in einem breiten Feld von Tätigkeiten, Angeboten und Serviceleistungen zu den großen Arbeitgebern der Region zu gehören, widerspreche nicht dem Umstand: „Die DNA, die uns ausmacht, ist ehrenamtliches Engagement.“ Reuter stellte ebenso wie der Präsident des DRK-Landesverbandes Niedersachsen e.V., Hans Hartmann, die sieben Grundsätze des Roten Kreuzes, „die die Wertebasis bilden“, heraus. „Unsere Methoden verändern sich, unser Auftrag, jedem nach dem Maß der Not, und nicht nach dem Ansehen der Person, zu helfen, bleibt“, sagte Hartmann und kam noch einmal zurück auf die Grundsätze: „Eines darf nicht verloren gehen – die Menschlichkeit.“
Einer, der diesen Gedanken allein aufgrund seiner besonderen Verbundenheit mit dem Celler DRK teilt, ist Axel Flader: „Hier liegen ja unter anderem auch meine beruflichen Wurzeln“, sagte er in seinem Grußwort. Wie zu Beginn bereits der Präsident des DRK-Kreisverbandes Celle, Ulrich Kaiser, in seiner Festrede widmete sich auch der frühere Kreisgeschäftsführer des DRK und heutige Landrat in einem kurzen Rückblick der Historie: „Das DRK ist eine tragende Säule des sozialen Lebens in unserem Landkreis. Der Weg dorthin war kein geradliniger. Nach dem Zweiten Weltkrieg zum Beispiel musste vieles neu aufgebaut werden…Die Geschichte des Celler DRK zeigt: Rotkreuz-Arbeit war nie ein Selbstläufer. Sie musste in jeder Generation neu organisiert, neu gedacht und neu gelebt werden.“ Der intensive Applaus des Publikums bewies, dass sich viele der Gäste von dieser Aussage angesprochen fühlten.
Bevor es zum geselligen Beisammensein überging, wartete nach den inhaltsreichen Wortbeiträgen noch ein emotionaler Moment auf das Publikum: Vertreter des lettischen Rotkreuz-Partnerverbandes „Kurland (Kurzeme)“ gratulierten herzlich und überreichten als Gastgeschenk unter anderem einen Baum aus Bernstein, der für Glück und Wohlstand steht.














