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Über 1,1 Millionen Euro: Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Heidekreis

9. Juli
4 Min. Lesezeit
Frau vor digitaler Wand
Symbolbild: WIX

CELLE. Digitalisierung, Energiewende, Unternehmensnachfolge und neue Wirtschaftszweige: Mit einer Förderung in Höhe von über 1,1 Millionen Euro aus dem Programm „Zukunftsregionen in Niedersachsen“ unterstützt das Land mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) die Wirtschaftsregion Heidekreis dabei, zentrale Zukunftsprojekte für die wirtschaftliche Entwicklung der Region bis 2030 voranzubringen. Europa- und Regionalentwicklungsministerin Melanie Walter übergab am (gestrigen) Mittwoch in Soltau den Förderbescheid für das Projekt „TRENDS HK2030 – Transformationsmanagement Wirtschaftsregion Heidekreis“.


Das Projekt ist Teil der Zukunftsregion HeiDefinition, in der die Landkreise Celle, Heidekreis und Uelzen regionale Herausforderungen gemeinsam angehen und kreisübergreifende Entwicklungsprojekte umsetzen.


„Die Wirtschaft steht vor großen Veränderungen – von der Digitalisierung und Energiewende bis hin zu neuen Anforderungen an Unternehmen und Beschäftigte. Mit TRENDS HK2030 entwickelt der Heidekreis im Rahmen der Zukunftsregion HeiDefinition gemeinsam mit Unternehmen, Kammern, Wissenschaft und weiteren Akteurinnen und Akteuren konkrete Ansätze und bereitet Projekte und Maßnahmen vor, damit die Region diese Veränderungen aktiv gestalten kann. Ziel ist es, Investitionen vorzubereiten, Innovationen voranzubringen und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts zu stärken“, sagte Ministerin Walter.


Das Projekt umfasst sechs Handlungsfelder, die für die wirtschaftliche Zukunft des Heidekreises von besonderer Bedeutung und bereits mit konkreten Ansätzen hinterlegt sind:


1. Wandel in Industrie und kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) begleiten


Gewerbe und Handwerk, Mittelstand oder Industrie – der Wirtschaftsstandort Heidekreis ist vielfältig. Gleichzeitig stehen viele Unternehmen vor ähnlichen Herausforderungen wie klimaverträglicherer Energieversorgung, Verstromung von Wärme, Dekarbonisierung, Energie- und Ressourceneffizienz, aber auch Fachkräftegewinnung und der Zugang zu Fördermitteln.


Mit dem Aufbau des Unternehmensnetzwerks „Klimaneutraler Heidekreis“ sollen Kräfte gebündelt, Austausch, Wissenstransfer und Best-Practices gefördert werden. Die Fördermittelberatung soll ebenso wie die die Begleitung von Energie- und Ressourceneffizienz-Projekten in Unternehmen ausgebaut und durch niedrigschwellige Formate wie Vor-Ort-Impulsberatungen noch einfacher zugänglich gemacht werden.


Für die Ausbildungs- und Fachkräfte-Messe „Work & Life Heidekreis“ ist ein eigenes Format geplant, dass die Anforderungen an die energetische Transformation in der Arbeitswelt von morgen aufgreift.


 2. Nachhaltigkeit in Industrie und Wirtschaft vor Ort stärken


Als ländliche Region mit starker Landwirtschaft und industriellen Kernen ist der Heidekreis bestens geeignet, um industrielle Anwendungen im Bereich nachwachsender Rohstoffe voranzubringen. Auch bestehen bereits gute Anknüpfungspunkte, beispielsweise mit dem niedersächsischen Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie (3N).


Es soll geprüft werden, inwieweit Pilotanlagen und auch Projekte der Recycling- und Kreislaufwirtschaft in der Region sinnvoll sind. Um hierfür den Weg zu eben, soll eine regionale Anlaufstelle für die freiwillige Nachhaltigkeits-Berichterstattung geschaffen werden, um insbesondere nachfragende KMU aus der Region mit den passenden Angeboten aus den Bereichen nachhaltiger Unternehmensstrategien und Nachhaltigkeitsberichtserstattung zusammenzubringen.


3. Energiewende voranbringen, insbesondere durch den Ausbau der Infrastruktur


Energiewende braucht Infrastruktur: Um den Heidekreis optimal aufzustellen, soll ein neutraler „Kümmerer“ eingesetzt werden, der alle Beteiligten an einen Tisch holt und regionale Projekte unabhängig begleitet, wie zum Beispiel die Beratung von Kommunen bei der energetischen Konzeption neuer und vorhandener Gewerbestandorte. Zudem liegen gerade aus den Bereichen Energie und Klima eine Reihe von Voruntersuchungen mit Handlungsempfehlungen für Infrastrukturprojekte vor, die für die Umsetzung einer neutralen Begleitung bedürfen.


4. Start-ups fördern und Nachfolgeregelungen für regionale KMU unterstützen


Das Beratungs- und Unterstützungsangebot für Gründerinnen, Gründer und Nachfolgeinteressierte im Heidekreis soll durch die kreisweite, systematische Erfassung und Ansprache von innovations- und technologieorientierten Start-Ups ausgebaut werden. Hierbei sollen auch die umliegenden Hochschulstandorte Hamburg, Lüneburg, Hannover und Bremen einbezogen werden.


Um Akteurinnen und Akteure in der Heimat zu halten, sollen niedrigschwellige Angebote wie Meet-ups oder Stammtische mehr Menschen für Unternehmensgründungen begeistern, die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und zur Vernetzung mit bestehenden Betrieben vor Ort geschaffen und so der Einstieg erleichtert werden.


Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unternehmensnachfolge: Damit bestehende Betriebe nicht schließen müssen, sondern neue Inhaberinnen und Inhaber finden, soll gemeinsam mit den Kammern erarbeitet werden, wie Nachfolgeinteressierte und aus dem Berufsleben ausscheidende Betriebsinhabende persönlich und über digitale Plattformen zusammengebracht werden.


5. Rüstungs- und Verteidigungswirtschaft in der Region ausbauen


Als traditionsreicher Bundeswehrstandort bringt der Heidekreis starke Voraussetzungen mit, um regionale Wertschöpfung mit einem Beitrag zur sicherheitspolitischen Zeitenwende zu verbinden. Mit dem Aufbau eines Netzwerks aus Industrie, KMU, Institutionen, Behörden und Bundeswehr soll untersucht werden, welche regionalen Unternehmen als Zulieferer infrage kommen und wo Entwicklungspotenziale bestehen. Ziel ist es, regionale Wertschöpfungsketten zu stärken, Unternehmen besser zu vernetzen und neue wirtschaftliche Chancen für die Region zu erschließen.


6. Digitalisierung vorantreiben: DATA-Center-Standort Heidekreis


Mit fortschreitender Digitalisierung und zunehmender KI-Nutzung steigt der Bedarf an Rechenzentren. Deshalb soll untersucht werden, welche Voraussetzungen der Heidekreis für mögliche Ansiedlungen mitbringt und welche Anforderungen potenzielle Betreiber und Investoren stellen. Dabei sollen sowohl infrastrukturelle Fragen als auch Aspekte wie Energieversorgung, Flächenverfügbarkeit, Wasserbedarf und Sicherheitsanforderungen betrachtet werden.


Zur Annäherung an das vielschichte Thema braucht es entsprechende Vorbereitung und Koordination durch die Region: Wer sind typische Marktakteure und welche Standortprioritäten und Anforderungen haben sie? Welche Standorte im Heidekreise eignen sich gegebenenfalls für die Ansiedlung eines Data-Centers? Wer sind mögliche Investoren und Betreiber und wie könnte eine kommunale Beteiligung oder Trägerschaft aussehen. Gleichzeitig müssen der umfangreiche Strom- und teils auch Wasserbedarf sowie Sicherheitsanforderungen solcher Anlagen beleuchtet werden.


„TRENDS HK2030“ fördert keine einzelnen Unternehmen. Ziel ist es vielmehr, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Unternehmen, Kommunen und weitere Akteurinnen und Akteure gemeinsame Zukunftsprojekte entwickeln und umsetzen können. Bis 2030 soll der Heidekreis dadurch bei zentralen Transformationsthemen spürbar vorankommen und seine Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz stärken.



Text: Landesregierung

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