Zwischen Schule und Politik: Diese Aufgaben hat der Kreisschülerrat Celle
- Stefan Kübler
- vor 1 Stunde
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CELLE. Wer schon früh etwas bewegen und sich für die Interessen von jungen Menschen einsetzen möchte, der oder die kann sich im Kreisschülerrat Celle engagieren. Der Zugang zum Gremium ist einfach und der Arbeitsaufwand gut mit dem Schulalltag vereinbar. Kontakte in andere politische Entscheidungsebenen können bereits früh geknüpft werden. Doch was macht der Kreisschülerrat genau? Wir haben uns mit dem aktuellen Vorstand getroffen.
„Im Kreisschülerrat merken junge Leute, dass sie mitmachen können und nicht nur zuschauen müssen.“
Viktoria Hohlweger vom KAV-Gymnasium ist die politische Mitbestimmung von jungen Menschen wichtig. Die 19-Jährige steht kurz vor dem Abitur und engagiert sich seit der elften Klasse im Kreisschülerrat (KSR) Celle. „Politik findet nicht nur in Berlin, sondern auch in den Kommunen und Landkreisen statt“, sagt die KSR-Sprecherin. „Im Kreisschülerrat merken junge Leute, dass sie mitmachen können und nicht nur zuschauen müssen.“ Gemeinsam mit Elena Prastalo vom Hölty und Kimberley Ann Carter von der Albrecht-Thaer-Schule bildet sie das aktuelle KSR-Vorstandsteam.
So setzt sich der Kreisschülerrat Celle zusammen
Der Kreisschülerrat setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern aller 18 weiterführenden Schulen im Landkreis Celle zusammen. Mitmachen können alle, die sich über die Gesamtkonferenzen der Schulen für den KSR aufstellen lassen. Die Mitglieder haben meistens Vorerfahrungen als Klassen-, Kurs- oder Jahrgangssprechende, das ist aber kein Muss. „Wer Lust hat, meldet sich, und dem wird dann meistens zugestimmt“, sagt die 18jährige Elena Prastalo.
„Wir sind das Bindeglied zwischen Schule und Politik.“
Die Hauptaufgabe des KSR ist die Interessenvertretung der Schülerinnen und Schüler im Landkreis Celle. Das Gremium ist die Ansprechstelle für schulische Belange sowie Anliegen der Schülerschaft. Schulen können sich bei Problemen an den KSR wenden, um Lösungen zu finden. Beispielsweise geht es um Schultoiletten, Diskriminierung und problematische Lehrkräfte, aber auch Sportfeste und Demos. „Wir sind das Bindeglied zwischen Schule und Politik“, erläutert Viktoria. „Wir sammeln Ideen, machen auf Probleme aufmerksam und geben Themen weiter.“ Viktoria und Kimberley sitzen als KSR-Vertreterinnen außerdem im Kreisausschuss für allgemein- und berufsbildende Schulen.
Vernetzung auf Landesebene
Um sich in Problemlagen behaupten und gut kommunizieren zu können, bekommt das KSR-Team Unterstützung vom Landesschülerrat Niedersachsen. Einmal im Jahr findet in Loccum ein Kennenlernwochenende der niedersächsischen Schülervertretungen statt. „Da geht es um die Vernetzung aller KSRs“, erzählt Elena, die vergangenen Dezember als Celler Vertreterin dabei war. „Es gibt auch Workshops zu Kommunikation und mentaler Gesundheit.“ Gespräche mit der niedersächsischen Kultusministerin Julia Willie Hamburg sowie weiteren Politikerinnen und Politikern standen auch auf dem Programm.
„Wir wollten zu dritt bleiben und uns nicht streiten.“
Große Treffen des KSR Celle gibt es ein- bis zweimal im Jahr, hauptsächlich, um das Vorstandsteam und die Stellvertretenden zu wählen. „Bisher gab es immer zwei Sprecher, doch wir wollten zu dritt bleiben und uns nicht streiten“, erklärt Elena die Konstellation. Die Hauptarbeit liegt bei dem Dreierteam. Aus Zeitgründen finden ihre Absprachen meistens über WhatsApp statt. Im Chat würde beispielsweise über Pressemitteilungen diskutiert, wie zuletzt über die Debatte zu politischer Bildung an Grundschulen.
Wehrpflicht ist schwieriges Thema
Auch in anderen Bereichen versucht der KSR Stellung zu beziehen, beispielsweise bei der Wehrpflicht. „Das ist ein schweres Thema mit vielen Meinungen“, sagt Viktoria, die dazu auch einen Teil ihrer Abiklausur geschrieben hat. „Die Diskussion ist berechtigt, allein schon den Verpflichtungen der NATO gegenüber. Aber die Bundeswehr müsste dringend reformiert werden, vor allem technisch. Grundsätzlich sollte aber jeder seine Freiheit behalten und frei entscheiden dürfen.“
Politik auch im Beruf möglich
Beruflich könnten sich Elena und Viktoria auch etwas mit Politik vorstellen. Festlegen möchten sie sich aber noch nicht. Elena hat noch ein Jahr Schule vor sich und denkt über ein Lehramtsstudium nach. Viktoria macht dieses Jahr Abitur und will danach voraussichtlich Wirtschaftswissenschaften studieren. Im Herbst wird sie aus dem KSR ausscheiden, politisch aber weiter aktiv bleiben. Bei den Kommunalwahlen kandidiert sie für die SPD für den Kreistag sowie den Samtgemeinderat Wathlingen.














