Zecken breiten sich aus: Landkreis Celle weiterhin als Risikogebiet eingestuft
- Sheenara Wiebke
- vor 5 Tagen
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CELLE. Allmählich steigen die Temperaturen – und damit auch das Risiko, von einer Zecke gestochen zu werden. Durch die milderen Klimaverhältnisse haben wir in Deutschland nur noch kurz Ruhe vor den lästigen Tierchen: Die „Zeckensaison“ reicht mittlerweile von März bis Oktober. In der Region ist besondere Vorsicht geboten: „Der Landkreis Celle ist auch 2026 als FSME-Risikogebiet vom Robert Koch-Institut (RKI) ausgewiesen worden“, teilt die Pressestelle des Landkreises auf CelleHeute-Anfrage mit.
Das RKI spricht von einem Risikogebiet, wenn in einem Zeitraum von fünf Jahren mehr als eine FSME-Infektion je 100.000 Einwohner vorliegt. Seit 2020 wurden dem Gesundheitsamt in Celle zehn FSME-Infektionen gemeldet – eine davon im letzten Jahr.
Was tun bei einem Zeckenstich?
Generell gilt: Je schneller die Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Infektion mit FSME oder der durch Bakterien ausgelöste Lyme-Borreliose. Das Gesundheitsamt Celle empfiehlt: "Bei einem Aufenthalt im Freien, insbesondere beim Durchstreifen des Unterholzes oder einer Wiesenfläche, sollte möglichst helle Kleidung getragen werden, die den Körper vollständig bedeckt." Darüber hinaus werden festes Schuhwerk und Hautsprays gegen Zecken empfohlen.
"Wenn die Zecke innerhalb von zwölf Stunden nach einem Stich entfernt wird, ist das Infektionsrisiko durch Borrelien gering."
Nach einem Aufenthalt im Freien sollte der ganzen Körper und die Kleidung gründlich nach Zecken abgesucht werden. Zecken entfernt man am besten mit einer Pinzette oder Zeckenkarte. Dafür die Zecke am Kopf greifen und senkrecht herausziehen – nicht drehen. Die Einstichstelle anschließend desinfizieren. „Wenn die Zecke innerhalb von zwölf Stunden nach einem Stich entfernt wird, ist das Infektionsrisiko durch Borrelien gering“, so das Gesundheitsamt Celle.
Bildet sich ein roter Ring um die Stelle oder kommt es in den folgenden Tagen zu Grippeerscheinungen oder Fieber, sollte in jedem Fall die Hausarztpraxis aufgesucht werden.
Gegen FSME kann man impfen
Während sich eine Borreliose direkt nach dem Zeckenstich mit Antibiotika behandeln lässt, gibt es gegen eine FSME-Infektion keine ursächliche Therapie. Das bedeutet: Es können nur Symptome, nicht aber der Virus selbst behandelt werden.
"Der Winter ist der optimale Zeitpunkt, um sich gegen FSME impfen zu lassen."
Darum empfiehlt das Gesundheitsamt eine Impfung gegen FSME. "Der Winter ist der optimale Zeitpunkt, um sich gegen FSME impfen zu lassen, damit der Schutz zu Beginn der Zeckensaison aufgebaut ist", teilt das Gesundheitsamt Celle mit. Eine Impfung sei aber das ganze Jahr möglich. "Die impfenden Haus- und Kinderärzte sind hier die richtigen Ansprechpartner."
Mitmachen bei der Zecken-Meldaktion des NABU
Laster, Frachtschiff und Co.: Zecken können als blinde Passagiere weite Strecken zurücklegen. Durch klimatische Veränderungen fühlen sie sich immer häufiger auch in artfremden Regionen wohl. Aktuell gibt es in Deutschland etwa zwanzig verschiedene Zeckenarten. Der NABU möchte mit einer Meldeaktion Daten zu ihrer Verbreitung sammeln. Wer nach einem Spaziergang, Picknick oder Waldbaden eine Zecke an sich oder seinem Haustier entdeckt, kann dabei helfen, indem er sie nach dem Entfernen fotografiert und ein kurzes Meldeformular ausfüllt.














