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Wietze: Jugendliche dort abholen, wo sie sind

  • Extern
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit
Junge Leute
Symbolbild: WIX

WIETZE. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Gemeinderat Wietze hat einen Antrag gestellt, die Einrichtung aufsuchender Jugendarbeit (Streetwork/Mobile Jugendarbeit) für das gesamte Gemeindegebiet zu prüfen.


Die Verwaltung soll konkret untersuchen, wie und unter welchen Rahmenbedingungen ein solches Angebot aufgebaut werden kann. Dabei geht es um die Ermittlung des Bedarfs, mögliche Trägermodelle, Kooperationspartner sowie eine Kostenschätzung unter Einbeziehung externer Fördermöglichkeiten – etwa durch den Landkreis Celle, das Land Niedersachsen oder den Bund.

Für Jens Polster, Mitglied im Sozialausschuss, ist der Antrag ein wichtiges Signal an die junge Generation: „Jugendliche müssen spüren, dass die Gemeinde sie ernst nimmt und auf sie zugeht – nicht nur dann, wenn es Konflikte gibt. Mobile Jugendarbeit bedeutet, auf Augenhöhe zu handeln und Jugendlichen echte Teilhabe zu ermöglichen. Ich bin überzeugt, dass ein solches Angebot das Miteinander in Wietze langfristig stärkt."


Der Antrag sieht ausdrücklich vor, zunächst nur eine sachliche Prüfungsgrundlage zu schaffen, ohne finanzielle Vorentscheidungen zu treffen. Die Verwaltung soll verschiedene Umsetzungsvarianten vergleichen und dabei auch Erfahrungen anderer niedersächsischer Kommunen sowie die Empfehlungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Streetwork/Mobile Jugendarbeit berücksichtigen.

Hintergrund ist die Beobachtung, dass Teile der Jugendlichen in Wietze informelle Treffpunkte im öffentlichen Raum bevorzugen – auf Plätzen, Spielplätzen oder an Bushaltestellen – und durch bestehende Angebote kaum erreicht werden. Aufsuchende Jugendarbeit setzt dort an, wo sich junge Menschen tatsächlich aufhalten, und bietet niedrigschwellig Unterstützung und Orientierung, bevor aus kleinen Alltagskonflikten größere Probleme entstehen.


„Wir wollen Jugendliche nicht als Problem betrachten, sondern als Teil unserer Gemeinschaft, die Unterstützung verdient", sagt Gabriele Ruschmeier, Fraktionsvorsitzende der Grünen. „Streetwork ist ein bewährtes Instrument der Prävention: Es baut Brücken zwischen Jugendlichen, Anwohnerinnen und Anwohnern und Institutionen. Wir brauchen frühe Unterstützung statt Repression – und genau das wollen wir mit diesem Prüfauftrag auf den Weg bringen."



Text: Grüne

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