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Wenig Chancen auf Baumerhalt


Denkmalgeschützte Lindenallee Breite Straße Richtung Jägerstraße Foto: Peter Müller

CELLE. Zu wenig Vitalität und zu viel Wurzelwerk. Auf diese Formel lässt sich die gestern in der #Ratssitzung von Jens #Hanssen dargelegte Begründung reduzieren, weshalb rund 56 der insgesamt 66 Alleebäume in der #Breiten #Straße nach dem Willen der Stadt gefällt werden sollen. Die Stadt hat ihren neuen Entwurf für die Gestaltung des denkmalgeschützten Straßenzuges im Rahmen der Sanierung des Stadtteils #Neuenhäusen finalisiert und nun den Antrag auf Genehmigung bei der Unteren Denkmalschutzbehörde im Neuen Rathaus gestellt. Verantwortlich für die Entscheidung, mit der man Anfang des neuen Jahres rechne, ist damit Lukas Brammer. 10 Bäume sollen über den Straßenzug verteilt erhalten bleiben, Kriterium für die Auswahl sei laut Fachbereichsleiter Grün und technische Dienste Hanssen ihre Höhe.


Alles sei abgestimmt mit dem #Denkmalschutz, „auch die Auswahl des Klinkers für die Pflasterung“, sagt Hanssen. Nach Informationen von CH fand der Ortstermin auf dem Bauhof jedoch ohne Herrn Brammer statt. Auch mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD), das beratend tätig wird, wenn man es hinzuzieht, habe es einen Vororttermin gegeben. „Mit allen beteiligten Behörden haben wir gesprochen“, sagt Hanssen. Vielleicht handelt es sich um eine zeitliche Überschneidung, aber am Dienstagnachmittag teilt das NLD CH auf eine Anfrage zur Thematik Breite Straße mit, es handele sich um ein laufendes Verfahren, in dem sie um fachliche Beratung gebeten worden seien. „Der endgültige Entwurf für die Bauausführung ist uns nicht bekannt.“ (Antwort in voller Länge s. Anhang.)


Teile der Politik fühlen sich nicht mitgenommen bei der Neugestaltung des Areals unweit der Altstadt. Von Beginn an hatte Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge den Prozess zu einem Geschäft der laufenden Verwaltung erklärt – ein Grund für Intransparenz, die sich wie ein roter Faden durch diesen Vorgang zieht. Bestrebungen, ihn in den Rat zurückzuziehen und demokratisch abstimmen zu lassen über die Entwurfsvariante, der letztendlich die Sanierung folgen soll, scheiterten. Eine Celler Bürgerin stellte eine Fachaufsichtsbeschwerde, woraufhin die Obere Denkmalschutzbehörde im Ministerium für Wissenschaft und Kultur in Hannover einschritt. Das Neue Rathaus informierte den Rat nicht, begann den als „nicht genehmigungsfähig“ deklarierten Entwurf zu überarbeiten, ohne den Ortsrat zu beteiligen.


Das Vorgehen hinter verschlossenen Türen führt zu Unmut bei einigen Ratsmitgliedern, der auch gestern in der Ratssitzung zutage trat, etwa durch Einlassungen von Johanna Thomsen (Grüne), die den Oberbürgermeister direkt ansprach. Mehrfach haben die Grünen bereits Akteneinsicht genommen. Dass zur Breiten Straße überhaupt noch einmal öffentlich Stellung genommen wurde, geht auf Anfragen der Gruppe für Vielfalt und Nachhaltigkeit zurück. Auch der Neuenhäusener Ortsbürgermeister und Ratsmitglied Dr. Jörg Rodenwaldt hat vor geraumer Zeit #Akteneinsicht beantragt, erst am 21. Dezember wird ihm diese gewährt. Wieso einige Angehörige des Stadtparlaments offenbar früher Zugang zu den Unterlagen erhalten als andere, ist eine der vielen offenen Fragen bei diesem Thema.


Für Jens Hanssen ist es das letzte große Projekt, zu Ende führen wird er es nicht, er verabschiedet sich zum Jahresende in den Ruhestand. Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge äußerte sein großes Bedauern darüber, einen Nachfolger stellte er indes in der letzten Ratssitzung des laufenden Jahres nicht vor.




Am 6.12.2022 antwortete die Pressestelle des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege auf eine Anfrage von CH:

„Die Planungen für die Sanierung der Breiten Straße in Celle sind ein laufendes Verfahren, zu dem unser Haus um fachliche Beratung gebeten wurde. Der endgültige Entwurf für die Bauausführung ist uns nicht bekannt. Wir gehen davon aus, dass im Rahmen einer Abwägung mit anderen öffentlichen Belangen, denkmalpflegerische Aspekte berücksichtigt werden. Insoweit Bäume nicht gehalten werden können, wird eine Ersatzpflanzung erfolgen. Im Sinne von Denkmalpflege werden auch Bäume als Bau- bzw. Gestaltungsmatetrial gesehen. Es besteht ein grundsätzliches Erhaltungsinteresse insbesondere wenn es sich um Originalsubstanz handelt. Es können sich allerdings Gründe ergeben, die einem Erhalt entgegenstehen. In solchen Fällen ist im Einzelfall ein Ersatz zu schaffen oder im Rahmen einer konzeptionellen Bearbeitung des Denkmals eine nachhaltige Lösung zu finden.

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