„Unter dem Meer“: Oberschule Welfenallee begrüßt neue Fünftklässler
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CELLE. Am 13. August wurde es an der Oberschule an der Welfenallee maritim: Mit dem Motto „Unter dem Meer" begrüßte die Schule ihre neuen Fünftklässler, deren Einschulung ein knapp 100-köpfiges Kollegium aus Lehrkräften und Mitarbeitenden in den Tagen zuvor vorbereitet hatte.
Eine Einschulung unter dem Motto „Unter dem Meer“
Während andere Schulen zum Schulbeginn ihre Flure mit Luftballons schmücken, verwandelte sich die Oberschule an der Welfenallee in Celle für einen Tag in eine Unterwasserwelt – zumindest in der Vorstellung. Das Motto prägte nicht nur die Dekoration der Einschulungsfeier, sondern lieferte zugleich ein Bild für das, was den neuen Schülerinnen und Schülern bevorsteht.
Wie beim Tauchen, so ließe sich sagen, verhält es sich auch mit dem Start an einer neuen Schule: Wer sich in unbekanntes Terrain begibt, muss sich zunächst orientieren, ehe aus der Fremdheit etwas Vertrautes werden kann. Genau darauf war die Feier angelegt.
Begrüßt wurden die Kinder von Schulleiterin Melanie Zuch und Konrektorin Martina Smutek, deren „Moin!" den Ton des Tages vorgab. Durch das Programm führte die Lehrerin Andrea Heinsohn, die sich für diesen Anlass als friesische Fischerin verkleidet hatte. Gemeinsam mit Kindern und Eltern stimmte sie einen „Meeres-Chor" an, in dem der gesamte Saal im selben Takt mitsang.
„Was ihnen jetzt noch wie ein unbekanntes Gewässer erscheine, werde sich mit der Zeit erschließen – so, wie man ein Meer erst kennenlerne, indem man es erforsche.“
In ihrer Ansprache machte Melanie Zuch den Kindern Mut, sich auf das neue Umfeld einzulassen: "Was ihnen jetzt noch wie ein unbekanntes Gewässer erscheine, werde sich mit der Zeit erschließen – so, wie man ein Meer erst kennenlerne, indem man es erforsche." Die Feier sollte vor allem eines leisten: einen Einstieg in eine Umgebung ermöglichen, in der zunächst vieles neu ist, von den Mitschülern über die Lehrkräfte bis zu den Räumen und Abläufen der Schule.
Schritt für Schritt zu mehr Selbstständigkeit
Besonders im Gedächtnis blieb dabei das Bild der Muschel, die aus einem Fremdkörper im Laufe der Zeit eine Perle entstehen lässt. Etwas Ähnliches, so Zuch, dürfe man auch bei den Kindern erwarten: ein Wachsen und Selbstständig werden, das sich nicht erzwingen lässt, sondern Schritt für Schritt geschieht, im jeweils eigenen Tempo. Für den neuen Jahrgang, der sich auf sechs Klassen verteilt, ist die Sechszügigkeit inzwischen keine Besonderheit mehr, sondern gewohnte Struktur.
Vorausgegangen war dem ein Kraftakt im Kollegium. Bereits seit Wochenbeginn waren Lehrkräfte und Mitarbeitende im Einsatz, richteten Klassenräume her, planten das kommende Schuljahr und stärkten in Teamspielen die eigene Zusammenarbeit – neben den üblichen Dienstbesprechungen, die zu jedem Schuljahresstart gehören.
Auch die älteren Jahrgänge beginnen das Schuljahr nicht mit Fachunterricht, sondern mit Orientierungstagen, an denen das soziale Miteinander im Vordergrund steht. Erst danach nimmt der reguläre Unterricht wieder Fahrt auf – ein bewusst ruhiger Einstieg, den die Schule offenbar für ebenso wichtig hält wie das fachliche Lernen selbst.
Schritt für Schritt zu mehr Selbstständigkeit
Zur Schulentwicklung gehört auch das Lernlevelsystem, das im vergangenen Jahr im fünften Jahrgang eingeführt wurde und die Schülerinnen und Schüler schrittweise zu mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung führen soll. In diesem Schuljahr wird es mit dem Jahrgang fortgeführt. Man verstehe Schulentwicklung nicht als einmaligen Sprung ins kalte Wasser, heißt es an der Welfenallee, sondern als fortlaufenden Prozess, der regelmäßig überprüft und angepasst wird.
In anderen Bereichen bleibt die Schule ihren Schwerpunkten treu: Die Berufsorientierung nimmt im Schulalltag breiten Raum ein, Französisch wird als zweite Fremdsprache angeboten, und über das Erasmus-Programm bestehen Kontakte zu Partnerschulen in ganz Europa. Hinzu kommen die Teilnahme am Startchancen-Programm, die Projekte „Schule vor Ort" und „Schule der Vielfalt" sowie die Mitgliedschaft im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage".
Umbau der Schule steht bevor
Am Horizont zeichnen sich unterdessen neue Aufgaben ab. Für die Zukunft ist ein Umbau der Schule geplant, deren Gelände sich schon heute mit der Grundschule Neustadt teilt – ein Nebeneinander, das auf Dauer gute Absprachen erfordert.
Von all dem dürften die neuen Fünftklässler an ihrem ersten Schultag noch wenig geahnt haben. Mit ihren Rucksäcken zogen sie durch die Flure – aufgeregt, neugierig und, wie man vermuten darf, nicht ohne Stolz darauf, nun zu den Großen zu gehören.
TEXT: A. Feldhaus u. U. Böhme














