Un nu up platt: Südheider Dörfer führen plattdeutsche Ortsschilder ein
- Sheenara Wiebke
- vor 3 Tagen
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SÜDHEIDE. Hamsborch, Olenderp und Wääsen – noch nie gehört? Das ändert sich bald. In den kommenden zwei Monaten werden die Ortsschilder von insgesamt neun Ortschaften in der Gemeinde Südheide um die plattdeutsche Schreibweise ergänzt. Damit soll die nordseegermanische Sprache in das kulturelle Gedächtnis zurückgeholt werden. Finanziert wird die Aktion zu einem großen Teil aus EU-Mitteln.
"Damit auch die jüngere Generation die Sprache erlernen und weitergeben kann, muss Plattdeutsch im Alltag sichtbar werden."
Am Nachbartisch in der Dorfkneipe oder beim Plattdeutschen Abend des Heimatvereins Bergen: Es gibt sie noch, die Orte an denen Platt gesnackt wird. Doch die niederdeutsche Sprache ist vom Aussterben bedroht. "Damit auch die jüngere Generation die Sprache erlernen und weitergeben kann, muss Plattdeutsch im Alltag sichtbar werden", erklärt Südheide-Bürgermeisterin Katharina Ebeling.
Im Juni und Juli 2026 werden darum insgesamt 57 Ortstafeln in der Gemeinde Südheide ausgetauscht. Becklingen hat schon den Anfang gemacht. Vor Jahren kam dort die Idee der neuen Ortstafeln auf. Auch in Nindorf, das zur Stadt Bergen gehört, ziert die plattdeutsche Übersetzung bereits seit 2022 das Ortsschild.
Diese Dörfer bekommen neue Ortsschilder
Wer sich am Kooperationsprojekt der LEADER-Region Oberes Örtzetal beteiligt, durften die Ortsräte selbst entscheiden. Mit dabei sind nun Baven, Beckedorf, Bonstorf, Barmbostel, Hetendorf, Hermannsburg, Lutterloh, Oldendorf und Weesen.
EU-Mittel fließen in plattdeutsche Ortsschilder
Doch Platt ist nicht gleich Platt: Die Aussprache unterscheidet sich stark von Region zu Region. Das Institut für die niederdeutsche Sprache e.V. hat in einem Gutachten die plattdeutschen Bezeichnungen für die einzelnen Dörfer festgelegt. Die Gelder für das Projekt kommen zu 80 Prozent aus dem LEADER-Förderprogramm der EU, das mit solchen Aktionen den ländlichen Raum in Mitgliedsstaaten unterstützen soll.
So ist es wohl auch der Europäischen Union zu verdanken, wenn es bald in der Südheide heißt: Kumm, wi foht na Hamsborch.














