Trinkgelage und Drogenszene: Stadt plant Alkoholverbot am „Brennpunkt Village“
- Stefan Kübler
- vor 12 Minuten
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CELLE. Moderne Wohnungen in preisgekrönter Architektur mit Bäcker, Drogerie und Supermarkt im selben Gebäude. Dazu Sitzbänke, grüne Bäume und eine unschlagbare Lage in der Altstadt und fertig ist das Umfeld, in dem jeder gerne leben möchte – sollte man meinen. Doch die Mischung aus Sitzgelegenheiten und billigem Alkohol aus dem Discounter zieht auch die Trinkerszene an, die zum Leid der Anwohnenden gerne mal über die Stränge schlägt. Und wer beim Brötchen holen vor der eigenen Wohnung bepöbelt wird und in zerschlagene Schnapsflaschen tritt, fühlt sich in seinem Zuhause schnell nicht mehr wohl.
„Wenn Menschen Angst haben, durch ihre eigene Wohnanlage zu gehen, (…) dann ist eine Grenze überschritten.“
Dieser Zustand ist offenbar traurige Realität am Village, dem Vorzeigeprojekt Ecke Wehlstraße/Bergstraße, das vor acht Jahren an Stelle der abgerissenen Feuerwehr-Hauptwache hochgezogen wurde. „Das ist kein Platz mehr der Begegnung – das ist ein Brennpunkt“, beschreibt Christoph Engelen, Ortsbürgermeister von Blumlage/Altstadt, die Zustände. Anwohner berichteten von Trinkgelagen, Lärmbelästigung, offenem Drogenkonsum und körperlichen Übergriffen. Bis zu 20 Personen würden die Sitzbänke vor den Geschäften als Trinkertreff nutzen. „Wir reden hier nicht über ein gelegentliches Ärgernis“, so Christoph Engelen weiter. „Wenn Menschen Angst haben, durch ihre eigene Wohnanlage zu gehen (…) und wenn sich dort eine offene Drogenszene entwickelt, dann ist eine Grenze überschritten.“
Ortsrat fordert Konsumverbot und Entfernung der Bänke
Der Ortsrat Blumlage/Altstadt hat in seiner jüngsten Sitzung Ende August die Stadtverwaltung erneut zum Handeln aufgefordert. Der Wunsch: Einrichtung einer Alkoholkonsumverbotszone sowie Entfernung der Sitzgelegenheiten am Village. „Wir wollen, dass die Menschen dort wieder ohne Angst wohnen, einkaufen und sich aufhalten können. Das ist keine überzogene Forderung, sondern eine Selbstverständlichkeit“, so Christoph Engelen.
Alkoholverbot aus Sicht der Stadt jetzt möglich
Die Stadt hatte entsprechende Maßnahmen mit dem Verweis auf verwaltungsrechtliche Gründe bisher immer abgelehnt, doch nun kommt Bewegung in die Sache. Auf CelleHeute-Anfrage heißt es aus dem Neuen Rathaus, dass die Voraussetzungen für den Erlass eines Alkoholverbots am Village mittlerweile gegeben seien. „Bereits Anfang Juli 2026 wurde die Entscheidung getroffen“, teilte Sebastian Stottmeier, Stadtrat für Soziales und Bildung, mit. „Da der Großteil der Flächen in Privateigentum steht, ist für diesen Teil die Zustimmung der Eigentümer erforderlich.“ Diese liege seit wenigen Tagen vor.
Rat der Stadt soll Verbotszone am 1. Oktober beschließen
Mit Trinkgelagen, Drogenkonsum und Belästigung der Anwohner im Village soll also bald Schluss ein. Wann genau, ist allerdings unklar. Die Verordnung der Verbotszone soll am 1. Oktober vom Rat der Stadt Celle beschlossen werden. „Der Beschluss (…) wird aus heutiger Perspektive wesentlich zum Entschärfen der Situation beitragen“, so Sebastian Stottmeier. Bis dahin verweist er auf den Kommunalen Ordnungsdienst, der seit mehreren Monaten mehrmals am Tag vor Ort präsent sei und bei Fehlverhalten und Verstößen eingreife.














