Busse bleiben im Kreisel stecken: Neue Linienführung in Boye sorgt für Ärger
- Audrey-Lynn Struck

- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit

CELLE. Busse, die sich im Kreisverkehr festfahren, Fahrgäste, die aussteigen müssen, und ein Bordstein, der bereits an mehreren Stellen beschädigt ist: Nur wenige Wochen nach der Verlegung einer Bushaltestelle und der geänderten Linienführung gibt es im Celler Ortsteil Boye Ärger. „Das hat sich niemand vor Ort angeguckt“, ist ein Anwohner überzeugt. Der Kreisverkehr sei für Gelenkbusse zu klein. „Das funktioniert nur, wenn der Fahrer den richtigen Winkel trifft.“
„Das funktioniert nur, wenn der Fahrer den richtigen Winkel trifft.“
Dass das offenbar nicht immer gelingt, ist inzwischen auch am Kreisel zu sehen. An mehreren Stellen wurde der Bordstein bereits in Mitleidenschaft gezogen. Nach Angaben des Anwohners fahren sich Busse dort regelmäßig fest – dabei gibt es die neue Bushaltestelle erst seit wenigen Wochen. In mindestens einem Fall mussten die Fahrgäste aussteigen und ein weiterer Bus wurde geschickt.

CeBus sieht ebenfalls Verbesserungsbedarf
Die Vorfälle bestätigt auch die CeBus: „Aus betrieblicher Sicht ist die aktuelle Linienführung herausfordernd, da infrastrukturelle Restriktionen bestehen.“ Die Ursache liegt auch für die CeBus klar auf der Hand: „die beengten Platzverhältnisse vor Ort“. Das regionale Verkehrsunternehmen sieht daher klares Optimierungspotenzial.

Anwohner bemängeln: Viele Fahrten ohne Fahrgäste
Ein anderer Anwohner hat deshalb einen Tag lang Buch über den Busverkehr im Kirchweg geführt. Mitte August dokumentierte er zwischen 5.55 und 19.39 Uhr insgesamt 51 Busbewegungen und damit nach seiner Rechnung 102 Vorbeifahrten im Kirchweg. Bei zahlreichen Fahrten vermerkte er keinen Fahrgastwechsel. Gerade dieses Verhältnis zwischen Busverkehr und tatsächlicher Nutzung sorgt bei einigen Boyern für Unverständnis. „Wir könnten nicht viel dagegen sagen, wenn jeden Tag 100 Leute einsteigen würden. Aber es gibt viele Leerfahrten und das macht die Boyer verrückt“, sagt der Anwohner.
„Wir könnten nicht viel dagegen sagen, wenn jeden Tag 100 Leute einsteigen würden. Aber es gibt viele Leerfahrten und das macht die Boyer verrückt.“
Beim Landkreis Celle sind die Schwierigkeiten bereits bekannt. Auf Anfrage von CelleHeute bestätigt die Kreisverwaltung, dass es bereits Beschwerden gegeben habe. Die Haltestelle selbst sei auf Wunsch der Stadt Celle in den Fahrplan aufgenommen worden. Grundlage dafür sei ein von der Stadt beauftragtes Mobilitätsgutachten gewesen.
Stadt und Landkreis prüfen Verkehrssituation
Ob die Busse dauerhaft auf diesem Weg durch Boye fahren, ist derzeit allerdings offen. Der Landkreis befindet sich nach eigenen Angaben bereits in Abstimmung mit der Stadt Celle. Dabei werde geklärt, „ob aus Sicht der Stadt Celle weiter an der Haltestelle festgehalten werden soll“. CeBus zählt indes für vier Wochen lang die Fahrgäste, um die Ergebnisse dann dem Landkreis und der Stadt zur Verfügung zu stellen. „Aus unserer Sicht sollte durch die Stadt Celle geprüft werden, ob eine Rückkehr zur bisherigen Linienführung möglich und sinnvoll ist. Dadurch könnten die beschriebenen betrieblichen Herausforderungen reduziert werden.“














