Theatergruppe Lampenfieber aus Hambühren entführt in die Kaufhauswelt
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HAMBÜHREN. „Soweit ich das overviewe …“ setzt Anne Peters zu ihrem Text an, stockt kurz und sagt dann – ganz in ihrer Rolle als Karina Maschmeier bleibend – trocken: „Ich glaube, ich habe an dieser Stelle meinen Text vergessen.“ Gelächter auf und vor der Bühne.
Eine ganz normale Szene während der Proben der Theatergruppe Lampenfieber im Pfarrheim der katholischen Kirche in Hambühren. Dort bereitet sich das Ensemble derzeit auf sein neues Stück „Kaufhaus in Trouble“ von Winni Abel vor – eine Komödie voller Wortwitz und turbulenter Situationen.
Im Mittelpunkt stehen die Verkäuferinnen Gina, eine engagierte Influencerin, und ihre etwas chaotische Kollegin Suse. So unterschiedlich die beiden auch sind, verfolgen sie doch dasselbe Ziel: das angeschlagene Kaufhaus „Dickeschanz“ – und damit ihre Arbeitsplätze – zu retten. Denn dem Unternehmen geht es schlecht, und die überforderte Erbin Marlene von Dickeschanz scheint ebenso wenig einen Ausweg zu wissen wie ihre Unternehmensberaterin Frau Maschmaurer, deren Absichten nicht ganz durchsichtig sind.
Unter den wachsamen Augen der Toilettenfrau geben Gina und Suse alles, um Kundinnen von den Ladenhütern auf den Wühltischen zu überzeugen. Als dann auch noch eine Klimakleberin auftaucht, gerät die Situation endgültig außer Kontrolle.
Seit August vergangenen Jahres probt das Lampenfieber-Ensemble für die neue Inszenierung. In diesem Jahr stehen neun Frauen auf der Bühne. Eine Souffleuse gibt es bewusst nicht. „Wir glauben, dass ein Stück lebendiger bleibt, wenn wir auch spontan reagieren können“, sagt Susanne Michels. Ganz ohne Textlernen geht es natürlich trotzdem nicht, fügt sie mit einem Augenzwinkern hinzu.
Auch spontane Ideen aus den Proben fließen immer wieder ins Stück ein. „Manchmal üben wir erstaunlich lange an einer kleinen Szene – etwa daran, wie eine Unterhose über die Bühne geworfen wird“, erzählt Maria Zerbig lachend, die im Stück die Aktivistin Emma spielt.
Der Spaß am Spiel ist dem Ensemble deutlich anzumerken. „Wir möchten, dass unser Publikum einen unterhaltsamen Abend erlebt“, sagt Margarete Gerull, die der Gruppe seit ihren Anfängen angehört. „Das Stück bietet dafür viele Gelegenheiten – und wir geben unser Bestes.“
Doch hinter der Leichtigkeit steckt viel Arbeit. „In so einer Produktion steckt jede Menge Zeit“, sagt Lisa S., die eine der Hauptrollen übernimmt.
Anne Peters blickt zu ihren Mitspielerinnen: „Wo waren wir stehen geblieben?“„Soweit ich das overviewe, haben wir noch eine ganze Menge zu tun“, wirft Kollegin Kim lachend ein.
Text: Lampenfieber














