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Streit um neues Rathaus in Lachendorf: Opposition startet Bürgerbegehren

Rathaus in Lachendorf mit grünen Bäumen.
Der Bau eines neuen Rathauses in Lachendorf ist beschlossen. Die Opposition möchte lieber das alte behalten. (Foto: Stefan Kübler)

LACHENDORF. In Lachendorf gibt es Streit um die Planungen für ein neues Rathaus. Die Samtgemeinde möchte einen neuen Amtssitz errichten lassen, weil das Gebäude am derzeitigen Standort zu klein geworden ist und unter anderem nicht mehr den Brandschutzbestimmungen entspricht. Der Opposition im Ort ist das neue Rathaus jedoch ein Dorn im Auge. Es werde zu groß und zu teuer. Die Pläne, es im Überschwemmungsgebiet errichten zu lassen, würde außerdem weitere Kosten nach sich ziehen. Trotz der Gegenwehr ist der Neubau im Samtgemeinderat im Oktober 2025 beschlossen worden. Die Opposition stellt sich weiter dagegen und hat jetzt ein Bürgerbegehren gestartet.

 

UB, UL und Grüne wollen Bürger selbst entscheiden lassen


„Beim Rathausneubau geht es um erhebliche finanzielle Mittel und langfristige Weichenstellungen für die Samtgemeinde“, sagen die Initiatoren. „Daher sollte die Entscheidung darüber von den Bürgerinnen und Bürgern selbst getroffen werden.“ Das Bürgerbegehren ist auf Initiative der Unabhängigen Bürger (UB), der Union Lachtetal (UL) sowie der Grünen im Samtgemeinderat Lachendorf gestartet worden.


„Wir rechnen realistisch mit 12 bis 13 Millionen Euro.“

Ein großer Kritikpunkt sind die zu erwartenden Kosten des Projekts. Von Seiten der Verwaltung werden sie auf rund 9,8 Millionen Euro geschätzt. Allerdings mit dem Hinweis, dass es sich bislang nur um eine unvollständige Berechnung handele und Abweichungen von bis zu 20 Prozent möglich seien. Aufgrund des geplanten Standortes des Neubaus im Überschwemmungsgebiet der Lachte geht die Opposition von zusätzlichen Bau- und Folgekosten aus. „Wir rechnen realistisch mit 12 bis 13 Millionen Euro“, heißt es. Bei öffentlichen Bauprojekte müsse jedoch verantwortungsvoll mit Steuergeldern umgegangen werden. „Uns geht es um Ehrlichkeit und Transparenz (…). Denn jeder Euro, der falsch geplant oder ausgegeben wird, fehlt später bei Schulen, Kitas oder Vereinen.“


Gegenvorschlag soll nur die Hälfte kosten


Nach den Vorstellungen der UB könne das bisherige Rathausgebäude weiterhin genutzt werden, zumal es vor einigen Jahren aufwendig saniert worden sei. „Das jetzige Rathaus ist zu klein, aber es ist intakt.“ Für notwendige neue Büroräume wird ein zweites, kleineres Gebäude auf dem Grundstück hinter dem Olen Drallen Hof vorgeschlagen. Das Grundstück sei hochwassergeschützt und würde der Gemeinde bereits gehören. Zusammen mit einer Modernisierung des bestehenden Rathauses rechnet die UB für ein solches Projekt mit Kosten von nur sechs Millionen Euro.


Unterschriftenaktion nötig


Über die Zukunft des Lachendorfer Rathaus sollen nach Ansicht der Oppositionsparteien am besten die Bürgerinnen und Bürger bestimmen. Die Einleitungsanzeige für ein Bürgerbegehren ist gestellt worden, nun muss die Samtgemeinde entscheiden. Sollte das Begehren zugelassen werden, ist zunächst eine Unterschriftenaktion nötig. Wenn zehn Prozent der Wahlberechtigten in der Gemeinde unterschreiben, könnte es zum Bürgerentscheid kommen.

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