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*Update* Spekulationen, Symbole und „Schwurbler-News“

Aktualisiert: 31. Jan.




CELLE. Die dritte „Ausgabe“ des „Aktionsbündnisses Gelebte Demokratie“ am heutigen Samstag verzeichnete mit laut Polizei 250 Teilnehmern für die heutige „Wanderung“ durch die Stadt mit anschließender Kundgebung auf dem Großen Plan die bisher höchste Teilnehmerzahl. Vergangene Woche waren es 220. Unter der Überschrift „Celle steht auf“ versammelten sich indes an diesem Wochenende laut Polizei 80 Personen, ein seit fast einem Jahr nahezu konstant bleibender Teilnehmerkreis. „Alles ruhig verlaufen“, bewertete ein Bereitschaftspolizist die Demonstration.

Und dieses traf auch auf das Aktionsbündnis zu. „Die sehen doch nicht aus wie welche von uns“: Derartige Spekulationen, ob sich jemand von der anderen Seite unter die Impfbefürworter und Anhänger der staatlichen Corona-Politik gemischt hatte, waren vereinzelt zu hören. Manche fotografierten sich gegenseitig in kreativen, häufig fürs Impfen werbenden Kostümen. Aber ansonsten ereignete sich bis zur Kundgebung auf dem Großen Plan nichts.

Hier trug das Werben der Veranstalter für phantasievolle Ideen Früchte: Die Jugendorganisation der SPD versuchte sich zunächst in Satire, indem sie unter dem Titel „Schwurbel-TV-News“ Einblick gab in Kanäle, die Stoff bieten würden für Verschwörungstheoretiker und Querdenker, und anschließend die Anwesenden aufforderten, sich auf den Boden zu legen, um die „100 Corona-Toten“ im Landkreis zu symbolisieren. Für diesen Zweck hatten sie schwarze Müllsäcke mitgebracht. Die gewünschte Anzahl schloss sich der Idee nicht an, aber eine erstaunlich große Gruppe von circa 30-50 Personen unterschiedlichen Alters legte sich tatsächlich bei nasskaltem Wetter mit Nieselregen auf das Pflaster des Großen Plans.

Um Symbolik ging es auch in der Rede der Leiterin der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Dr. Elke Gryglewski, die von der Linkenpolitikerin Manuela Mast mit den Worten: „Sie kommt aus Bergen-Belsen!“ angekündigt wurde. Ausgehend von den Daten 30. Januar 1933, dem Beginn der Nazi-Diktatur, und der Auschwitz-Befreiung am 27. Januar 1945 erinnerte sie an Ausgrenzung und Gewalt gegenüber vielfältigen Opfergruppen, darunter den „Juden und Jüdinnen als Hauptgruppe“ in der Zeit des Nationalsozialismus und thematisierte anschließend den aktuellen Antisemitismus in Deutschland. So würde die Hemmschwelle, antisemitische Symbole zu nutzen, sinken, was auch bei Versammlungen von Corona-Gegnern zu beobachten sei. Auf Nachfrage von CELLEHEUTE, ob sie dieses auf das bundesweite Geschehen oder auch speziell auf Celle beziehe, sagte sie: „Sowohl als auch. Hier gab es das auch.“ Ob bei den montäglichen „Spaziergängern“ oder den Vertretern von „Celle steht auf“ an jedem Samstag, konnte sie nicht beantworten. Die Polizei hat einen Faktencheck ab Montag zugesagt.*

Auch ihr Vorredner, der Chefarzt am AKH Prof. Dr. Stephan Hollerbach, kam in seiner Rede auf die Vergangenheit zu sprechen. Er referierte kurz über die Spanische Grippe und schlug anschließend den Bogen zur Hitler-Diktatur: „Die Nazis haben Impfungen verteufelt“, überdies seien sie negativ mit jüdischen Menschen in Zusammenhang gebracht worden. Darüber hinaus widmete sich Hollerbach dem Thema Corona aus bekannter wissenschaftlich-medizinischer Sicht. Als ein Opfer der jüngsten Zeit nannte er Meat Loaf, der ein Impfgegner gewesen sei - auch hier Mutmaßungen als Grundlage: Bisher ist weder die Todesursache des Künstlers offiziell bestätigt, noch sein tatsächlicher Impfstatus bekannt. *UPDATE 31.1. 13:00 Uhr*

Die Celler Polizei teilt im Rahmen des Faktenchecks von CELLEHEUTE mit:

„Der Polizei Celle liegen keine Hinweise vor, dass bei Versammlungen im Kontext von Corona verbotene NS-Symboliken in Stadt und Landkreis Celle verwendet wurden.“




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