„Sally – der Tanz durch die Nacht“ im Zelt des Schlosstheaters Celle
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- 5. Mai 2025
- 2 Min. Lesezeit
Literatur und Klezmer: Musikalische Lesung mit Heinrich Thies, Mariska Nijhof und Peter Hokema am 16. 5. im Schlosstheater Celle.

CELLE. Zwei Lebensgeschichten im Strudel der Weltgeschichte,Lebensgeschichten, die gegensätzlicher nicht sein könnten: Der Schriftsteller und Journalist Heinrich Thies stellt am Freitag, 16. Mai um 20 Uhr im Zelt des Schlosstheaters Celle auf dem Schlossinnenhof sein neues Buch „Sally – der Tanz durch die Nacht“ vor – musikalisch begleitet von Mariska Nijhof (Akkordeon, Gesang) und Peter Hokema (Geige, Mandoline, Gesang). Die musikalische Lesung ist Teil des Rahmenprogramms der deutsch-israelischen Inszenierung „Durch das Schweigen“, die ebenfalls im Schlosstheater zu sehen ist.
Im Mittelpunkt des historischen Romans „Sally“ steht die jüdische Tänzerin Sally, die nach der Befreiung aus dem KZ eine Art Wiedergeburt erlebt und wie Tausende andere Holocaust-Überlebende in einem Camp für „DisplacedPersons“ in Bergen-Belsen auf die Ausreise nach Palästina wartet. Am Rande der Massengräber entsteht so etwas wie eine jüdische Kleinstadt mit einem lebendigen Kulturleben. Sally spielt hier Theater, tanzt und knüpft Freundschaften. Bei ihren Radtouren lernt sie die Umgebung kennen. In einem nahen Heidedorf trifft sie auf einen Geige spielenden Hühnerhalter, der sich Otto nennt. Die beiden flirten miteinander und kommen sich näher. Schließlich trennen sich die Wege. Erst viele Jahre später wird Sally erfahren, wer der geheimnisvolle Geiger war: Adolf Eichmann, Cheflogistiker des Massenmords an den Juden, der in der Nachkriegszeit in der Heide untergetaucht war.
„Heinrich Thies lenkt den Blick auf eine bisher wenig beleuchtete Epoche der Zeitgeschichte im Landkreis Celle, wo Opfer und Täter verstörend nah beieinander lebten“, schrieb Andreas Babel in der Celleschen Zeitung. „Von den Biografien, die sich in „Sally“ kreuzen, geht eine beklemmende Faszination aus – ein bewegendes Buch, in dem sich ein Stück deutscher Zeitgeschichte spiegelt“, urteilte Simon Benne in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Zu der packenden Geschichte über Liebe, Schuld und die Sehnsucht nach einer sicheren Heimat kommt im Rahmen der Lesung viel Musik. Mariska Nijhof und Peter Hokema werden vor allem Klezmer-Stücke spielen, aber auch – passend zum Buch – Geigenmelodien, Tangorhythmen und Marlene-Dietrich-Lieder vortragen. Die Besucher dürfen sich also auf einen spannenden und unterhaltsamen Abend im Zelttheater auf dem Schlossinnenhof in Celle freuen. Für alle, die bereits „Durch das Schweigen“ gesehen haben oder sehen möchten eine wunderbare Ergänzung.
Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 5 Euro. Karten im Ticketverkauf des Schlosstheaters Celle


















