Rehkitzrettung vor neuer Saison – Hand in Hand mit den Landwirten und Jägern
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CELLE. In einigen Wochen beginnt die Mahd auf Wiesen und Feldern, die eine lebensgefährliche Zeit für Rehkitze und andere Wildtiere darstellt. Die ehrenamtlichen Drohnenteams der Jägerschaft Celle sind wieder bestens für die bevorstehende Rehkitzrettungssaison gerüstet.
Jedes Jahr ist der erste Einsatztag etwas ganz Besonderes. Zum einen, weil teilweise Weiterentwicklungen im Bereich Hard- und Software zum Einsatz kommen und nur ein routinierter Umgang mit der neusten Technik einen reibungslosen Ablauf gewährleistet. Zum anderen ist das erste gerettete Rehkitz immer ein besonderes Erlebnis für das gesamte Team bestehend aus Piloten, Spotter und Helfern die die Jungtiere im Gras aufsuchen und vor dem Mähtod in Sicherheit bringen.
Die Suche nach Jungwildtieren mittels Wärmebildkamera, die in den Drohnen integriert sind, ist seit einigen Jahren Stand der Dinge, um die gut im Gras versteckten Tiere zu finden. Die beeindruckenden Zahlen der Jägerschaft Celle aus der Saison 2025 zeigen auf, dass sich jeder der 452 Einsätze gelohnt hat. Insgesamt wurden 6252ha (ca. 8750 Fussballfelder) von den ehrenamtlichen Teams abgesucht und 489 Jungtiere gerettet – eine beindruckende Zahl!
Rehkitze, Feldhasen und Bodenbrüter sind besonders gefährdet, wenn die Traktoren mit dem Mähwerk anrücken. Die natürlichen Schutzstrategien der Tiere – Ducken und Tarnen – helfen gegen Fressfeinde, nicht aber gegen Mähwerke. Umso wichtiger ist es, die Mahd mit gezielten Maßnahmen zu begleiten.
Ab dieser Saison steht eine von der BINGO Stiftung anteilig geförderte DJI Matrice 4T Drohne dem Hegering Celle als Ersatz für eine ältere ausgesonderte Drohne zur Verfügung. Für den Hegering Bergen steigt ab sofort eine gegen Spritzwasser geschützte DJI Matrice 30T, die von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung anteilig gefördert wurde, in die Lüfte. Insgesamt verfügt die Jägerschaft Celle derzeit über 10 Drohnen, die im gesamten Landkreis Celle zum Einsatz kommen. Bei etwaigen Engpässen unterstützen uns weitere private Anbieter und ehrenamtliche Teams (Feuerwehr, DLRG und auch DRK).
Die Kooperation zwischen Landwirten, Jägern und Drohnenteams ist entscheidend, um den sogenannten „Mähtod“ zu verhindern. Die Landwirte sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Flächen vor der Mahd nach Jungtieren abzusuchen und diese zu retten. Wildtiere, ohne den Nachweis der Vorsorge bei Mäharbeiten zu verletzen oder zu töten ist kein Kavaliersdelikt und wird bei Anzeige auf der Grundlage §17 und 18 TierSchG strafrechtlich verfolgt.
Für eine vorrausschauende Planung bitten wir die Landwirte sich möglichst 2-3 Tage vor dem Mähtermin bei den Ansprechpartnern, die auf der Homepage der Jägerschaft Celle und der Hegeringe gelistet sind zu melden. Alternativ per Email an: jungwildrettung@jscelle.de
Text: Volker Phielipeit-Spiess














