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+Update fortlaufend+ Reaktionen zum Karstadt-Aus in Celle


CELLE. Zum Ende von Karstadt am 30. Juni dieses Jahres die Reaktionen aus Politik und Wirtschaft. Reihenfolge nach Posteingang - unzensiert und unkommentiert. (Artikel wird sukzessive ergänzt).



Björn Espe, FDP-Vorsitzender Celle

„Die Nachricht ist erstmal schwer zu verdauen. Über Jahrzehnte gehörte Karstadt zu einem der Fixpunkte der Innenstadt, wenn es auch deutlich zu sehen war, dass sich die Zeiten geändert haben. Die Frage wie es weitergeht, obliegt natürlich dem Eigentümer und ist auch zu diesem Zeitpunkt verfrüht. Vorstellen könnte ich mir vieles, wobei das wichtigste nun ist, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schnellstmöglich Klarheit über ihre Zukunft bekommen.“


Dr. Jörg Nigge, Oberbürgermeister Celle:

„Das Thema Galeria Kaufhof, bis vor kurzem noch Karstadt, beschäftigt uns alle ja schon seit einigen Jahren. So wahr die Erkenntnis auch ist, dass das klassische Warenhauskonzept in seiner bisherigen Form heute nicht mehr tragfähig ist, so traurig ist diese Erkenntnis dann doch ganz konkret für Celle. Insbesondere tut es mir für die hiesigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leid, die in den vergangenen Jahren so viele schmerzhafte Schritte mitgetragen haben, um ihren Arbeitsplatz doch noch zu retten.


Gleichwohl begreife ich diesen klaren Schnitt jetzt auch als Chance und Aufgabe für Celle, etwas Neues entstehen zu lassen. Wir als Stadtverwaltung haben bereits mehrfach mit den Eigentümern der Galeria-Immobilien in der Bergstraße Gespräche geführt, ich denke hier wird es nun endlich Bewegung geben. Und das ist gut für Celle, wenn ich an das marode Parkhaus im Südwall oder die bereits seit längerem geschlossenen Verkaufsflächen in der Bergstraße denke. Insofern überwiegt gerade ganz klar das weinende Auge um das, was wir verlieren, aber perspektivisch eröffnen sich für die Innenstadtentwicklung auch neue, spannende Möglichkeiten.“


Dr. Udo Hörstmann - Fraktionsvorsitzender "Die Unabhängigen"

"Jetzt bin ich doch etwas überrascht - zumal die Zahlen von Karstadt Celle wohl nicht so schlecht gewesen sein sollen. Vielleicht würde sich ein 'abgespecktes ECE' am Standort des jetzigen Karstadtgebäudes realisieren lassen. Bekanntlich möchte z. B. Zara gern nach Celle, nur die angebotenen Verkaufsflächen waren in der Vergangenheit wohl zu klein. Bestimmt gibt es noch andere Anbieter, die mit einer erweiterten Verkaufsfläche den Gang nach Celle wagen würden. Ich hielte diesen Weg für möglich.


Gleich wie sich die Sache entwickelt, die Verwaltung (Wirtschaftsförderung) ist jetzt an erster Stelle gefordert. Die Politik kann begleitend helfen. Noch eine Bemerkung, wenn die Aussage denn zutrifft: mit welcher Begründung wird Karstadt in Celle geschlossen, in Lüneburg aber offen gehalten?"

Dirk-Ulrich Mende, SPD-Bundestagsabgeordneter ("Pressemeldung") Der Bundestagsabgeordnete der SPD, Dirk-Ulrich Mende, ist bestürzt über die heute veröffentlichte Nachricht, dass die Galeria-Filiale in Celle geschlossen werden soll. „Ein Schock für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Filiale und meine Heimatstadt. Ich werde die Beschäftigten vor Ort und die Stadt Celle mit ganzer Kraft unterstützen“, so Mende.

Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof will nach Angaben des Gesamtbetriebsrats 52 der noch verbliebenen 129 Warenhäuser schließen, darunter auch den Standort in Celle. Etwa 5000 Beschäftigten bundesweit droht damit die Kündigung. Der kriselnde Konzern war bereits mehrfach auf staatliche Hilfe angewiesen. Insgesamt unterstütze der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) das Traditionsunternehmen in zwei Hilfsaktionen mit 680 Millionen Euro, leider ohne Erfolg. „Im Hinblick auf konkrete Hilfen habe ich mich heute schon mit einer Vielzahl von Kolleginnen und Kollegen ebenso betroffener Kommunen in Verbindung gesetzt. Diese Gespräche werden wir in dieser Plenarwoche weiterführen“, verspricht Mende.

„Eine schlechte Nachricht auch für die Stadt Celle, die seit Jahren mit dem Problem des Leerstands in der Innenstadt zu kämpfen hat“, ergänzte der ehemalige Celler Oberbürgermeister. „Die Schließung der Galeria-Filiale würde diese Herausforderung angesichts der Größe des Kaufhauses deutlich vergrößern. Auch hier werde ich der Stadt Celle helfen, wo ich kann“, versichert Mende.


Anatoli Trenkenschu, AfD-Fraktionsvorsitzender

"Heute ist ein schwarzer Tag nicht nur für die Mitarbeiter von Karstadt, sondern für die ganze Innenstadt. Die Schließung wird sicherlich negativ auf unsere Innenstadt auswirken. Die Fehler des Managements, die keine passende Antwort auf die Veränderung des Marktes gefunden haben, werden jetzt auf den Rücken der Mitarbeiter ausgetragen. Auch die große Politik ist an diesem Desaster nicht ganz unbeteiligt. Hier wurde bisher kein Weg gefunden, wahrscheinlich auch nicht wirklich gewollt, die großen internationalen Onlinekonzerne mit den Firmensitzen in den Steueroasen endlich steuerrechtlich gleich zu behandeln und damit für fairen Wettbewerb zu sorgen."


Alexander Wille, CDU-Fraktionsvorsitzender

"Die heutige Entscheidung des Galerie Karstadt Kaufhof Konzerns zur Schließung des Standortes Celle ist eine schlechte Entscheidung für unsere Stadt. Ich denke dabei vor allem auch an die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in wenigen Wochen ihre Arbeitsplätze verlieren werden und in den letzten Jahren bereits etliche schwere Einschnitte ertragen haben.

Unsere Stadtverwaltung beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit der Entwicklung eines Konzeptes zur Nachnutzung der Immobilie, da die jetzt eingetretene Situation bereits seit langer Zeit immer wieder zu befürchten war.

Der Standort Celle steht allerdings nicht im Besitz des Galerie Karstadt Kaufhof Konzerns, sondern ist Eigentum eines Immobilienfonds. Wir müssen hier nun unverzüglich das Gespräch mit dem Eigentümer suchen und ohne Denkverbote die besten Optionen zur Nachnutzung entwickeln. Keinesfalls darf sich mit dieser Immobilie im Herzen unserer Stadt eine destruktive Entwicklung wie beispielsweise mit dem Ihme Zentrum in Hannover wiederholen."


Dr. Jörg Rodenwaldt, Gruppe Die Linke./Zukunft Celle

"Mal wieder müssen die Beschäftigten für Managementfehler büßen. Hoffentlich können sie über die Transfergesellschaft gleichwertige Jobs finden. Auch für die Celler Altstadt ist es eine schlechte Nachricht. Es will gut überlegt sein, ob es anderen Nutzungsmöglichkeiten für das Gebäude gibt. In anderen Städte gab es nach Schließungen durchaus interessante Umnutzungen. Der Oberbürgermeister sollte sich umgehend an die Eigentümer der Immobilien wenden, um etwas über deren Absichten mit den leerstehenden Warenhäusern zu erfahren."


Thomas Ehrhorn, AfD-Bundestagsabgeordneter:

Die Schließung von Karstadt ist für Celle ein großer Verlust. Über Generationen ist Celles Innenstadt vom Karstadt-Kaufhaus geprägt worden. Dies war immer ein Kundenmagnet, von dessen Anziehungskraft auch andere Geschäfte und Lokale in Celles Altstadt profitiert haben.


Innenstädte leben aber nun einmal, worauf wir als AfD regelmäßig hingewiesen, von ihrer guten Erreichbarkeit, vor allem derjenigen mit dem eigenen Pkw. Seit Jahren wird aber in Deutschland der ideologische Kampf gegen das Autofahren betrieben, leider auch in Celle. Anstatt gerade in Zeiten der Outlet-Center auf der grünen Wiese und erst recht aus dem Internet alles dafür zu tun, die Innenstädte für die Bürger mit dem Kfz schnell, kostengünstig und bequem erreichbar zu erhalten, setzt die Politik der Altparteien inzwischen alles daran, Autofahrer möglichst abzukassieren und zu schikanieren. Unsinnige Fahrradstraßen und verengte Kreuzungen mit wirren Fahrradschutzstreifen sowie immer weiter abgebaute freie Parkplätze sind Ausdruck dieses linksgrünen Verkehrskampfes gegen die Mehrheit der Bürger. Kein Wunder, dass den Menschen zunehmend der Spaß daran vergeht, in die Innenstadt zu fahren, um dort einzukaufen.


Erschwerend kam in der jüngsten Vergangenheit auch noch die verheerende Coronapolitik mit ihren Lockdowns, Test- Impf- und Maskenzwängen hinzu, die den Händlern in den deutschen Städten massiv zugesetzt hat. Als AfD haben wir uns immer gegen den übertriebenen Coronawahn, der jedes vernünftige Maß weit hinter sich gelassen hatte, ausgesprochen und leider erfolglos eingefordert, dass Wirtschaft und Einzelhandel nicht unter den Maßnahmen leiden dürften.


Und, wenn nun auch noch die Inflation aufgrund der verfehlten Eurorettungspolitik sowie der verantwortungslos halsbrecherischen Energiewende zuschlägt, ist klar, dass damit auch noch der letzte Sargnagel für das einmal blühenden Leben in unseren Innenstädten eingeschlagen wird.

Seit unserer Gründung beklagten wir als AfD diese politischen Fehlentwicklungen, ohne dass dies die Altparteien davon abhalten würde, ihren zerstörerischen Weg fortzusetzen. Mir tut es besonders um die vielen Mitarbeiter von Karstadt leid, die nun diese Politik ausbaden müssen, indem sie ihren Arbeitsplatz verlieren. Nicht nur die Insolvenz von Karstadt, sondern auch die der Schuhkette Görtz oder des Düsseldorfer Zweiges von Peek & Cloppenburg unterstreichen, welche wohlstandsfeindliche Politik von den regierenden Parteien in unserem Land betrieben wird. Deren Vertreter können sich ihre geheuchelten Tränen über den Verlust von Karstadt in Celle sparen. Sie haben ihn sehenden Auges selbst herbeigeführt.


Henning Otte, CDU-Bundestagsabgeordneter (Pressemeldung):

„Sollte es tatsächlich zu einer Schließung kommen, wäre das ein schwerer Schlag für den innerstädtischen Einzelhandel und für Celle als attraktive Einkaufsstadt. Karstadt ist seit rund einem Jahrhundert eine feste Größe in der Stadt Celle und ein Ankermieter in der Fußgängerzone“, bedauert Henning Otte die Nachricht. Er sieht auch die Nachnutzung des großen Gebäudes als eine sehr schwierige Aufgabe, die die Stadt Celle zusammen mit privaten Akteuren vor sich habe. Man bekomme den Eindruck, dass es ein geplantes dauerhaftes Schrumpfen der Verkaufsflächen ist, wenn man an die alte Größe mit dem Hobbyhaus und Technikhaus (heute Drogerie Müller und Saturn) sowie an die Sonderflächen an der Bergstraße denke. „Insbesondere besorgen mich die Situationen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit dem Wegfall der Arbeitsplätze. Hier gilt es schnell Alternativen zu finden auch mit der Unterstützung über die Agentur“, so Henning Otte.


Patrick Brammer, SPD-Fraktionsvorsitzender:

„Wir möchten an dieser Stelle der gesamten Belegschaft unsere Solidarität aussprechen. Wir hoffen, dass für die vielen Mitarbeitenden eine pragmatische Lösung in ihrem Sinne gefunden wird bzw. dass alle möglichst bald eine neue Einstellung finden. Leider war das Ende von Karstadt hier in Celle bereits seit langer Zeit absehbar, sodass wir davon ausgehen, dass die Celler Fachverwaltung Ihre Hausaufgaben gemacht hat und sich für einen solchen Fall mit einem Notfallplan vorbereitet hat.“

Christoph Engelen, Ortsbürgermeister Altstadt/Blumlage:

„Wir brauchen dringend einen Pan wie das Karstadt-Areal weiter genutzt werden kann, denn wenn ein großes Warenhaus erst einmal leer steht, ist es häufig schwer, eine Nachnutzung zu finden. Einen Abriss halte ich aus ökologischen Gründen für die schlechteste Option.

Für mich als Ortsbürgermeister ist deshalb für eine mögliche Nachnutzung Kreativität gefragt. Die einzelnen Etagen des Gebäudes müssen zukünftig sinnvoll genutzt werden. Die richtigeMischung von Angeboten ist gefragt. Möglichkeiten gibt es sicher viele: Büros, Restaurants oder Bars mit Eventcharakter, Sportangebote gemischt mit Einzelhandel könnten hier das große Gebäude weiter mit Leben füllen.

Vielleicht wären ein oder zwei Etagen auch geeignet für eine Seniorentagesstätte oder einer Mehrgenerationen-WG. Ob sich das Gebäude auch für einen Umbau zu generellen Wohnraum eignet, sollte sicher auch hinterfragt werden. Eine Jugendherberge mitten in der Innenstadt hätte auch einen besonderenCharme. Natürlich würde eine solche Umgestaltung zu hohen Investitionskosten führen.

Kurzfristig könnte ich mir auch eine spontane Nutzung vorstellen. Zum Beispiel begleitend zum Weihnachtsmarkt einen indoor Kunsthandwerkermarkt oder ähnliches.“


Johanna Thomsen - Fraktionsvorsitzende Bündnis 90 / Die Grünen:

"Für die Mitarbeitenden braucht es schnell eine gute Lösung. Ihre Sorgen und Nöte müssen jetzt an erster Stelle stehen. Wie es dann weiter gehen kann? Hier stecken erst einmal Eigentumsverhältnisse den Rahmen ab, wenn es um eine mögliche Nachnutzung geht. Der Oberbürgermeister und die Verwaltung sind hier gefordert, mit dem Eigentümer 'Demire AG' in Kontakt zu treten, um dessen Zukunftspläne auszuloten. Sollten wir als Stadtpolitik und Stadtgesellschaft in die Lage versetzt werden, eine Nachnutzung zu durchdenken, ob etwa ein Zwischenerwerb förderfähig ist o.Ä., sollte uns bewusst sein, dass Karstadt Sinnbild für eine Innenstadt-Entwicklung ist, die nicht aufzuhalten ist. Die Bedeutung des Einkaufens schwindet. Man kann sich nicht über die Nachnutzung von Karstadt Gedanken machen, ohne sich auch über andere große Einzelhandelshäuser, die vielleicht in eins, zwei Jahren leer stehen, Gedanken zu machen. Im Zuge dessen sollte unbedingt thematisiert werden, wie wir unsere Innenstadt im Jahr 2030 sehen, wo wir mit Blick auf die Innenstadt-Entwicklung hin wollen oder müssen? Das Schlosstheater hat jüngst viele Ideen für Karstadt in 'Wunschfunk' von Bürger*innen aufgenommen. Visionen gibt es genug. Ob diese realisierbar sind, gilt es zu prüfen."


Torsten Schoeps, Fraktion WG / Die Partei:

Hier hat offensichtlich eine unternehmerische Entscheidung auf Basis des wirtschaftlichen Ergebnisses des Hauses stattgefunden - möglicherweise war hier aber auch die monatliche Miete bzw. Pacht angesichts der veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu teuer.

Leidtragende sind leider die Mitarbeitenden und ihre Familien durch den Verlust des Arbeitsplatzes. Wir hoffen sehr, dass an dieser zentralen Stelle in der Innenstadt neuer Handel und Wandel entsteht, wo diese Menschen einen neuen Arbeitsplatz finden. Kurzfristig bedeutet dies eine Verringerung der Angebotsvielfalt. Langfristig ist eine Neugestaltung an diesem Standort erforderlich, da das Konzept "Kaufhaus" heute so nicht mehr funktioniert. Der erste Impuls dazu muss allerdings vom Immobilieneigentümer/ -betreiber ausgehen. Stillstand mit zugeklebten Schaufenstern darf keinesfalls passieren.


Zunächst bedarf es nun der schnellen und intensiven Kommunikation mit dem Immobilieneigentümer/ -betreiber - denn bereits am 30.Juni 2023 erfolgt ja die Schließung. Für Celle bieten sich nun allerdings ungeahnte Möglichkeiten der Stadtentwicklung. Es sollte völlig ergebnisoffen und innovativ ein achnutzungskonzept erdacht werden und nicht bereitsjetzt -wie vom Ortsbürgermeister zu lesen - einen Abriss des Gebäudes von vornherein zu verwerfen.


Wie wäre es mit einem kurzfristig anberaumten Kreativworkshop, unter Federführung der Stadt Celle, bei der die Bürger*innen eingebunden werden? Die Stadt sollte die Entwicklung des alten Karstadt-Standortes keinesfalls aus der Hand geben, das bebaute Grundstück ggf. selbst erwerben und dann innenstadtverträglicn entwickeln. Man stelle sich vor, man parkt in der Tiefgarage des Grundstücks Karstadt, um dann die neue Gestaltung dieses Hauses an zentraler Stelle der Innenstadt zu erleben: Im Erdgeschoss in einem Geschäft a la Peek und Cloppenburg shoppen, in der ersten Etage ein Indoor-Spielparadies für Kinder (ählich wie das leider nicht mehr vorhandene Elfenland), dazu Bowling für Erwachsene, eine Etage höher z.B. Betreutes Wohnen, und letztendlich über den Dächern von Celle in einem Restaurant mit Sonnendach und Sandstrand den Sonnenuntergang zu erleben. Also alles Dinge, die es in der Innenstadt bislang nicht gibt und keine Konkurrenz zur vorhandenen Geschäftswelt darstellen. Celle neu denken - hier bieten sich gute Chancen - wo sich eine Türe schließt, öffnet sich eine andere.


Anja Schulz, FDP-Bundestagsabgeordnete:

„Das Aus für Galeria Karstadt Kaufhof in Celle ist bitter und belastend für die Beschäftigten, das Stadtleben und den Standort Celle. So sehr dies ein bedeutender Einschnitt für viele deutsche Innenstädte sein wird, ist es in meinen Augen nicht vertretbar, dass der Staat und damit die Steuerzahler ein dauerhaftes Stützrad für den Betreiber wird. Bereits in den vergangen Jahren wurde dem angeschlagene Kaufhausgigant mit mehr als 660 Millionen Euro geholfen. Genützt hat es leider nur temporär. Was dort passiert ist, ist nicht nur Coronaspätfolge, sondern auch das Ergebnis von Managementfehlern. Galeria Karstadt Kaufhof ist unternehmerische Risiken eingegangen und hat sein Geschäftsmodell nicht dem geänderten Verhalten der Marktteilnehmer angepasst und somit u.a. den Anschluss an den Onlinehandel verpasst. Für die Beschäftigten ist der Verlust des Arbeitsplatzes natürlich eine enorme Belastung. Viele von ihnen arbeiten hier seit Jahrzehnten, schätzen ihren Arbeitsplatz, ihre Kunden und ihre Kollegen. Ein schwacher allerdings bedeutsamer Trost ist es, dass sich die Suche nach einem neuen Arbeitgeber aussichtsreich gestalten wird. In Zeiten eines akuten Arbeitskräfte - und Fachkräftemangels bin ich davon überzeugt, dass die bisher Beschäftigten schnell wieder einen Arbeitsplatz finden werden. Qualifizierte und erfahrene Arbeitnehmer werden an vielen Stellen und ganz besonders im Einzelhandel händeringend gesucht. Für die Stadt Celle hoffe ich, dass das Haus schnell einen neuen Mieter findet, der die Innenstadt weiter belebt und interessante Angebote schafft.“


Johannes Knauf, IHK Celle: "Aus Sicht der innerstädtischen Entwicklung kann man sagen: Generell sind zunehmende Leerstände, bedingt durch hohe Mieten, sowie die steigende Konkurrenz durch Online-Anbieter in vielen Innenstädten und Ortskernen schon länger eine Herausforderung. Mit der angekündigten Schließung von Karstadt in Celle entsteht nun ein neuer Brandherd in der Innenstadt. Für jeden Handelsstandort oder auch jede Innenstadt ist es wichtig, Magnetbetriebe zu haben. Diese Betriebe haben bedingt durch Angebot und Lage eine überdurchschnittliche Anziehungskraft auf Kunden und Besucher, wodurch Kaufkraft angelockt wird und die ganze Innenstadt profitiert. Karstadt war für Celle so ein Magnetbetrieb. Es gilt nun zeitnah Ideen und Konzepte zu entwickeln, wie zumindest auf Teilen der Fläche eine Nachnutzung gelingen kann, um die Innenstadt weiter zu stärken."


Dr. Joachim Schwanitz, Inhaber Huth's Kaffee: Die Schließung ist für mich schon ein herber Schlag, nicht nur, aber in erster Linie für die Beschäftigten und auch die Innenstadt selbst. Das Warenhaus hat mich seit frühester Kindheit begleitet. Ich erinnere mich noch gut, wie wir als Kinder nach der Neueröffnung zu Beginn der 60er diese neue Welt bestaunten und uns insbesondere die Nutzung der Rolltreppen magisch anzog. Karstsdt war aber auch für Ältere ein Magnet und damit gut für die Innenstadt. Ich habe dort gerne und häufiger eingekauft, dass dies nun alles zu Ende sein soll, ist schwer zu realisieren.

Bei der Frage der Nachnutzung ist zunächst der auswärtige Eigentümer gefragt. Ein langjähriger Leerstand- wie etwa bei der "Kaufhalle" in Uelzen- sollte unbedigt vermieden werden. Ich glaube nicht, dass eine großflächige Vermietung angesichts der Situation des stationären Handels einfach sein wird. Vielleicht liegt die Chance eher im kleinteiligen Handel, der Gastronomie, dem Gesundheitswesen im weitesten Sinne (Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Fitness) sowie Räumlichkeiten für Freiberufler (Steuerberater, Ärzte, Rechtsanwälte u.ä.). Oder Räumlichkeiten, in denen Bürgerversammlungen, Ratssitzungen u.ä. stattfinden, um diese wieder ins Zentrum der Stadt zu holen. Oder Veranstaltungsräume für Workshops, Aufführungen u.ä., die bislang etwa in der CD- Kaserne stattfinden. Vielleicht könnte man auch Räumlichkeiten für Start-ups bereitstellen, statt wie angedacht in der Ross'schen Villa in der Magnusstraße."








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