Qualifizierung von SterbebegleiterInnen bei den Maltesern


Elfriede Kollarz, Leiterin des Kurses (2. von rechts) mit Hospizkoordinatorin Daniela Albrecht (3. von links) und dem Malteser-Stadtbeauftragten Michael Nowak (ganz rechts) mit Absolventinnen des Kurses; Bildquelle: Lukas/Malteser

CELLE. Die Malteser in Celle stärken ihre ambulante Hospizarbeit: Nach dem Ende ihres Qualifizierungskurses erhielten acht neue ehrenamtliche Begleiterinnen am vergangenen Samstag, 25. Juni, im Pfarrsaal von St. Ludwig ihre Urkunden. In Zukunft werden sie im Auftrag des Malteser Hilfsdienstes schwerstkranke und sterbende Menschen in deren Zuhause begleiten.


Es war mehr als ein Verwaltungsakt: Elfriede Kollarz, Referentin und Leiterin dieses zweiten Hospizkurses der Malteser in Celle, und Daniela Albrecht als Hospizkoordinatorin der Malteser, gestalteten den Abschluss des Kurses gebührend feierlich mit Übergabe des Malteser-Halstuches an die Absolventinnen, Entzünden einer Kerze und einem alkoholfreien Sekt. Auch Michal Nowak, ehrenamtlicher Stadtbeauftragter der Malteser in Celle und Diözesanarzt der Malteser, war eigens gekommen, um den acht Damen die verschiedenen Dienste und Angebote der Malteser vorzustellen und sie herzlich im Kreis des katholischen Hilfsdienstes willkommen zu heißen.


Pater Thomas Marx vom Pastoralteam der Pfarrgemeinde St. Ludwig erteilte der kleinen Gruppe schließlich seinen Segen, verbunden mit der Zusage, dass Gott sie begleite auf ihrem Weg zu den Kranken und Sterbenden. „Ihr Dienst ist eine Öffnung auf das Höhere hin“, gab der katholische Geistliche den neuen Begleiterinnen mit auf den Weg. „Bei diesem Dienst berührt der Himmel die Erde.“


Seit Januar haben sich die acht neuen Begleiterinnen in drei Grundkursen und drei Vertiefungskursen an insgesamt sechs Wochenenden mit ihrem zukünftigen Dienst auseinandergesetzt. Wer todkranke Menschen auf ihrem letzten Lebensweg begleiten und trösten möchte, der benötigt nicht nur fachliches Grundwissen, sondern muss sich auch mit sich selbst auseinandergesetzt haben, um später nicht überfordert zu sein. Neben der Kunst des aktiven Zuhörens und Aushaltens von Leid und Krankheit standen daher auch Themen wie das Helfersyndrom und der notwendige Selbstschutz der Helfer auf dem Ausbildungsprogramm. Auch Aufbau und Wertegerüst des Malteser Hilfsdienstes wurden angesprochen. Ergänzt wird der theoretische Unterricht durch ein Praktikum in Altenhilfeeinrichtungen.


Alle acht Absolventinnen haben sich verpflichtet, für die Malteser zu arbeiten. Eine Absolventin wird die Hospizarbeit der Malteser in Hannover stärken, die anderen sieben bleiben in Celle. Eine davon ist Anissa Schuy, Grundschullehrerin aus Celle-Oldau. Sie kam durch den „Letzte-Hilfe-Kurs“ der Malteser in Kontakt mit dem katholischen Hilfsdienst und freut sich auf ihre neue Aufgabe – „ein Ausgleich zu meiner Arbeit mit Kindern“, sagt die 51-Jährige. Und auch das: „Ich beschäftige mich hier mit Fragen, über die ich im Alter von 30 Jahren nicht nachgedacht habe. Ab 50 ändern sich die Themen!“


Dieser abgeschlossene Qualifizierungskurs ist der zweite in Celle und der erste, der in Präsenz stattfand. Der erste Kurs im vergangenen Jahr musste aufgrund der Coronapandemie noch hybrid stattfinden. Insgesamt stehen in Celle nun 13 ausgebildete Begleiterinnen und Begleiter im Dienst der Malteser. In Hannover gehört der Malteser Hilfsdienst mit fünf Hospizgruppen und rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bereits zu den größten Anbietern auf dem Gebiet der ambulanten Hospizarbeit.


Der nächste Qualifizierungskurs in Celle ist für den Herbst geplant und beginnt im Oktober.

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