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"Polittheater" - Lädt Schlosstheater nur "genehme Parteien" zum Podium?


Foto: Mehmet / stock.adobe.com



CELLE. "Die Kultur fordert von der Politik mehr Dialog, Unterstützung und Miteinander", so heißt es in der heutigen Pressemeldung des Schlosstheaters, das zu einer "Wahlveranstaltung" einlädt. Den Dialog und das Miteinander jedoch sucht es nicht mit allen Parteien. Entgegen den Gepflogenheiten für solche Formate sind gleich zwei Vertreter der Linken, nicht im Landtag, auf der Gästeliste, und die AfD, im Landtag, nicht.


Die Entscheidung wirft zusätzliche Fragezeichen auf, da mit diesem Konzept auch andere nicht im Landtag vertretene Parteien nicht berücksichtigt werden. In den Wahlkreisen Celle und Bergen betrifft das die Direktkandidaten der Freien Wähler und der "Basis". Das verfassungsrechtlich verankerte Recht der politischen Parteien auf Chancengleichheit ist hier nicht erkennbar.



"Bedenklich, wenn eine Institution, die nicht unerheblich durch Steuergelder finanziert wird, politisch so einseitig agiert"

Aber um genau ein solches "Ausufern" zu verhindern, ist es ein ungeschriebenes Gesetz, nur Wahlkreiskandidaten der im Landtag vertretenen Parteien einzuladen. Auch das ist durchaus rechtlich bedenklich und wird gelegentlich angefochten - mit Erfolg vor allem dann, wenn eine Partei Aussichten auf den Einzug in einen Landtag hat. Nach der jüngsten NDR-Umfrage trifft das bei der getroffenen Auswahl aber in Niedersachsen nicht zu. Die Linke scheitert demnach an der 5-Prozent-Hürde, während die AfD sogar Zuwächse verzeichnet. Trotzdem werden nun gleich zehn KandidatInnen und weitere drei "kulturpolitische Sprecher" sowie zwei weitere Diskutanten teilnehmen. Eine Herausforderung für die externe Moderatorin, wenigstens in der Redezeit Gleichberechtigung zu schaffen.


"Wir hätten gerne an der Diskussion teilgenommen, uns hat aber keine Einladung des Schlosstheaters erreicht", bedauert Jens-Christoph Brockmann, Landtags-Kandidat und Fraktionsvorsitzender der AfD-Kreistagsfraktion. "Es ist sehr bedenklich, wenn eine Institution, die nicht unerheblich durch Steuergelder finanziert wird, politisch so einseitig agiert. Wir finden, der Bürger hat das Recht, sich die Standpunkte aller relevanten politischen Parteien anzuhören und dann selbständig zu entscheiden, wer die besten Argumente hat. Hierzu brauchen die Bürger keine Vorauswahl durch das Schlosstheater."


CELLEHEUTE hatte das Schlosstheater bereits vergangene Woche nach einer Vorabinformation nach den Gründen gefragt - eine Antwort blieb bisher aus, es folgte lediglich die heutige offizielle Pressemitteilung, unzensiert und unkommentiert:

"Nach zwei Jahren Pandemie und angesichts anhaltender Krisen fordert die Kultur von der Politik mehr Dialog, Unterstützung und Miteinander. Das Schlosstheater Celle veranstaltet deshalb zusammen mit der CD Kaserne zum ersten Mal für kulturinteressierteBürgerinnen und Bürger eine Wahlveranstaltung - und das Interesse ist sehr groß. Denn zehn Direkt-Kandidat*innen und kulturpolitische Sprecher*innen der Parteien stellen sich am 2.10. im Schlosstheater vor der Wahl wichtigen Fragen.

Was ist Kultur in diesen Zeiten wert? Welche Aufgaben ergeben sich daraus für die Landespolitik? Welche Fehler, die in der Corona-Krise gemacht wurden, sollen verbessert werden? Wie lässt sich der kulturellen Entwöhnung begegnen? Welche Ziele und welche Prozesse stehen zu Wahl?

KULTUR TRIFFT POLITIK

Podiumsgespräch mit Celler Kandidat*Innen für die Landtagswahl (Wahlkreis 44 & 45)

und kulturpolitischen Sprecher*Innen

Sonntag, 02.10.2022, Beginn 20:00 Uhr im Schlosstheater Celle


Damit ist diese Veranstaltung, neben den Wahlveranstaltungen der Celleschen Zeitung (27.9. in Celle, 5.10. in Bergen) eine einmalige Gelegenheit, zum Thema Kultur die Kandidat*innen und kulturpolitischen Perspektiven der Parteien kennen zu lernen und mit Ihnen in den Dialog zu treten.


Mit den Politiker*Innen diskutieren stellvertretend für die Kultur Andreas Döring, Intendant des Schlosstheaters Celle, und Kai Thomsen, Kulturberater und Geschäftsführer der CD-Kaserne, der landesweit soziokulturelle und andere Kulturbetriebe berät.

Das Gespräch moderiert Tanja Schulz, die als freie Journalistin und Moderatorin arbeitet und aus Hannover stammt.

Auf dem Podium werden für die CDU Herr Wille und Herr Schepelmann, für die FDP Herr Bode und Herr Buhr, für die Grünen Herr Prof. Dr. Kirschstein und Frau Gerlach, für die Linke Frau Mast und Herr Wagner, für die SPD Herr Engelen und Frau Siemsglüß sitzen. Angemeldet wurde die Beteiligung der kulturpolitischen Sprecher*innen von den Grünen mit Frau Viehoff, von der FDP mit Herrn Alt und von der SPD mit Frau Naber.


Diese Veranstaltung ist kostenlos. Damit jede und jeder auch garantiert einen Platz erhält, empfiehlt das Schlosstheater eine digitale Anmeldung vorab unter karten@schlosstheater-celle.de."

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