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Oskar Ansull begeistert Publikum im Celler Direktorenhaus


Oskar Ansull

CELLE. "Hätte es einen besseren Ort für Oskar Ansull geben können als das Direktorenhaus in der Magnusstraße, um sein jüngstes Buch „Papierstreifzüge“ vorzustellen?", fragte sich Lothar Haas, Vorsitzender der Ernst-Schulze-Gesellschaft, nach der Buchvorstellung des bekannten Celler Autoren. Ein großes Publikum war zusammengekommen, um Oskar Ansull zu hören, mit ihm nachzudenken, sich selbst zu begegnen.


Ansulls Neuerscheinung ist eine Fortsetzung seines Buchs „Papierstreifen“ von 2020. In elf Abteilungen mit Überschriften, wie: „Menschenbilder“, “Krieg I bis XII“, „Dichten und Denken“, analysiert und beschreibt Ansull konkretes Leben. Er bringt die Lesenden dazu, sich selbst einzubringen, wenn er die Weltgeschichte wie auch die Weltliteratur durchkämmt.


Das Thema „Krieg“ beschäftigt Ansull sehr. Unsere „innere Wildnis“ (S. 11), vom realen Wolfstier-Verhalten nicht weit entfernt, bringt immer wieder Mord, Totschlag und Kriege hervor, wie gerade zur Zeit in Europa und in Palästina. Jener „Dammbruch“ 2022 in der Ukraine, nur als Beispiel, hatte die Vernichtung von Leben zum Ziel, selbstgefällig „verstärkt durch die Leugnung, diesen Druck je ausgeübt und ausgelöst zu haben“ (S. 106).


Ein größerer Themenbereich in dem Band „Papierstreifzüge“ bezieht sich auf Celle, wo Ansull aufwuchs und wo er ja auch seinen Weg zur „Schreibfeder“ fand. Er erzählt aus seiner Kindheit und Jugend, von Straßen und Plätzen, von seinen Eltern, von der Zeit, die sehr schnell vergeht und doch prägend war. Schließlich fand Ansull ja auch schon in jungen Jahren zur Literatur, so dass er mit seiner Gabe auch „das Prinzip Hoffnung“ (S.118) zu seinen Leserinnen und Lesern transportieren kann. –

Im zweiten Teil der Lesung nahm das Thema „Cafés in Celle“ einen besonders inspirierenden Platz ein. Ansull beschreibt mehrere alte wie auch neugegründete Cafés. Welch’ große Idee hatte sich doch in Celle schon einmal realisiert, es gab ein sog. „Knastcafé“, das der Zuchthausdirektor Fritz Kleist für seine Gefangenen Anfang der 1930er Jahre schuf, um sie dort mit kulturellen Vorträgen und Lesungen zu stärken. – Ansulls Publikum freute sich sehr zu hören, dass der Autor Lust habe, einmal eine Lesung nur mit dem Thema „Cafés in Celle“ anzubieten.


Oskar Ansull zeigte sich nicht nur als Meister der Sprache, sondern auch als Meister des Vortrags. Die Aufmerksamkeit der Zuhörenden war groß, keines seiner Worte sollte verloren gehen. Für die Ernst-Schulze-Gesellschaft als Veranstalter dankte Lothar Haas dem Autor, und das Publikum applaudierte nachhaltig. "Oskar Ansull zu lesen lohnt sich, ihn zu hören noch viel mehr", so Haas.


Text: Lothar Haas

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