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"Noch immer volle Pulle ohne Alkohol" – Ex-Nationalspieler Uli Borowka liest in CD-Kaserne




CELLE. Das Ende vom Anfang hat es in sich: „Mein Name ist Uli Borowka“, endet der Prolog in der Biografie „Volle Pulle – mein Doppelleben als Fußballprofi und Alkoholiker“, „und ich werde mir jetzt das Leben nehmen.“




Ende der neunziger Jahre ist Uli Borowka ein gefallener und gebrochener Mann. Mehr als ein Jahrzehnt lang galt der gebürtige Sauerländer als der härteste Verteidiger der Bundesliga, ehrfurchtsvoll nannten sie ihn „die Axt“ oder „Eisenfuß“, weil nun wirklich niemand gerne gegen diesen Typen spielen wollte. Bei Borussia Mönchengladbach ausgebildet, bei Werder Bremen zum Nationalspieler gereift, hat Borowka Meisterschaften und Pokale gewonnen, vor allem aber auch die Herzen der Werder-Fans. Ausgerechnet den Bad Boy der Bundesliga haben die Hanseaten zu ihrem Publikumsliebling auserkoren.

Doch nun, in diesem Moment der völligen Einsamkeit des Süchtigen, von der Borowka im Prolog erzählt, ist er am Ende. Seine Alkoholsucht existiert schon seit vielen Jahren, inzwischen hat sie völligen Besitz eingenommen und Borowkas Leben zerstört. Seine Frau ist mit den beiden gemeinsamen Kindern aus Angst vor dem völlig unkontrollierbaren Ehemann und Vater weggezogen. Sein Geld, seine Autos, sein Haus – alles ist versoffen und durchgebracht. Im deutschen Fußball gilt der Kranke als ein Pflegefall, seine so glanzvolle Karriere ging krachend in die Brüche. Jetzt, wo alles weg ist und niemand mehr da zu sein scheint für ihn, entschließt sich Uli Borowka, Fußballprofi und Alkoholiker, das Leben zu nehmen.

Borowka hat seine Sucht überlebt. Seit 2000 ist er trocken, er selbst nennt das die mit Abstand größte Leistung in seinem Leben. 2011 lernte er während eines Interviews den Celler Journalisten Alex Raack kennen, ein Jahr später erschien die von Raack geschrieben Autobiografie des Fußballers. Schonungslos offen berichtet er da von seinen Eskapaden als Fußballprofi, von wilden Bordellbesuchen mit prominenten Kollegen, von den großen Siegen und Partys, vor allem aber von seinem persönlichen Absturz. Für seinen offenen Umgang mit der eigenen Sucht hat Borowka zu Recht viel Anerkennung bekommen, die Reaktionen aus der Öffentlichkeit motivierten ihn kurz nach Bucherscheinen zur Gründung des „Uli Borowka Suchtprävention und Suchthilfe e.V“.

Zehn Jahre nach der Veröffentlichung von „Volle Pulle“ treffen sich Borowka und sein Co-Autor Alex Raack in Celle wieder. Der 38-jährige Raack zog 2018 zurück nach Celle, und arbeitet inzwischen in einer halben Stelle als Öffentlichkeitsbeauftragter für die Kirche. Als freier Journalist und Autor schreibt er weiterhin regelmäßig für Spiegel Online, 11FREUNDE oder Zeit Online, neben Borowka hat er bereits die Biografien von Mario Basler und Marco Russ geschrieben, die Biografie des ehemaligen Europameisters Markus Babbel ist in Planung.

Am Samstag, den 24. September 2022 um 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr) stehen Borowka und Raack gemeinsam in der CD-Kaserne auf der Bühne. „Uli wird natürlich aus seinem Buch lesen, gemeinsam sprechen wir über die Abenteuer mit Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach, insbesondere aber auch über das weiterhin riesige Thema Alkohol“, sagt Raack, der am Samstag-Nachmittag mit Borowka die JVA Celle besuchen wird, um auch dort eine Lesung anzubieten.

Borowka selbst gibt offen zu, dass ihn die Corona-Pandemie zeitweise an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht habe: „Ein Süchtiger bleibt immer von der Sucht bedroht. Wer weiß, ob ich in diesen ganz schwierigen Monaten, wo alle Vorträge und Lesungen abgesagt wurden, nicht zur Flasche gegriffen hätte, wenn meine Frau und meine Tochter nicht gewesen wären“, sagt Borowka.

Dass er jetzt, zehn Jahre nach Erscheinen seines Buches, weiterhin sein Leben im Griff hat und voller Einsatz den Kampf gegen die Sucht unterstützt, wertet Borowka als das, was es ist: ein großer Erfolg und eine besondere Geschichte. Am Samstagabend erzählt er davon.

Tickets kosten ab 18 Uhr und sind auch an der Abendkasse erhältlich. Alle weiteren Infos unter:

Ein Teil der Ticketeinnahmen kommt dem „Uli Borowka Suchtprävention und Suchthilfe e.V.“ zu Gute.

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