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Neujahrsempfang der Schwarze Könige in Winsen (Aller): Wechsel an der Spitze

  • Extern
  • vor 3 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
Foto: Vereinigung der Schwarzen Könige Winsen (Aller)
Foto: Vereinigung der Schwarzen Könige Winsen (Aller)

WINSEN. Beim traditionellen Neujahrsempfang der Schwarzen Könige von Winsen (Aller) am 24. Januar

2026 stand neben dem geselligen Auftakt ins neue Jahr vor allem ein bedeutender

personeller Wechsel im Mittelpunkt. In bewährter Form trafen sich die Mitglieder der

Vereinigung zum Jahresbeginn zum gemeinsamen Haxen-Essen, um Rückblick zu halten,

aktuelle Themen zu besprechen und die Weichen für die Zukunft zu stellen.


Zentraler Punkt des Abends war die Wahl eines neuen Sprechers der Schwarzen Könige.

Mike Schönemann stellte sein Amt zur Verfügung. Ausschlaggebend hierfür sind eine

zunehmende saisonale Mehrfachbelastung sowie seine Aufgaben im Vorstand des

Kreisschützenverbandes Celle Stadt und Land e.V.. Um beiden Aufgaben gerecht zu werden,

entschied sich Schönemann bewusst für diesen Schritt.


Die Vereinigung wählte mit Marco Hallemann (Schwarzer König 2018) und Jannik Randolph

(Schwarzer König 2024) erstmals eine Doppelspitze. Beide übernehmen gemeinsam und

gleichberechtigt das traditionsreiche Sprecheramt.


Mit dieser Struktur reagiert die Vereinigung auf veränderte Anforderungen:

Das Amt soll künftig auf mehrere Schultern verteilt werden, um nachhaltig und

zukunftsfähig zu bleiben. Ziel ist es, den Mitgliedern der Schwarzen Könige mehr Teilhabe zu

ermöglichen – verbunden mit einer klaren Erwartung an Engagement und Verantwortung.

Die Sprecher betonten, dass eine lebendige Tradition nur dann Bestand habe, wenn sie aktiv

getragen werde.


Ein häufig diskutiertes Thema der vergangenen Jahre – ein möglicher Mangel an künftigen

Schwarzen Königen – wurde dabei bewusst eingeordnet: Aktuell gebe es keinen

Nachwuchsmangel. Vielmehr sei die Bereitschaft zur Übernahme dieser besonderen Würde

vorhanden, wenn Strukturen klar, Aufgaben fair verteilt und Erwartungen transparent seien.


Ganz verabschieden wird sich Mike Schönemann allerdings nicht aus der Arbeit für die

Schwarzen Könige. Künftig wird er sich verstärkt seiner Rolle als Chronist widmen. Ziel ist es,

die Geschichte der Schwarzen Könige weiter aufzuarbeiten, zu sichern und für kommende

Generationen zugänglich zu machen.


Der Blick richtet sich bereits nach vorn:

Zum Gemeinde-, Schützen- und Volksfest 2026 wird turnusgemäß der nächste Schwarze

König proklamiert – ein weiterer Höhepunkt im Jahreslauf der traditionsreichen Vereinigung.


Wer sind die Schwarzen Könige?

Die Schwarzen Könige bilden eine traditionsreiche Gemeinschaft innerhalb des

Schützenwesens in Winsen. Anders als der reguläre Schützenkönig – oft auch „Grüner König“

genannt – wird der Schwarze König nicht durch ein Schießen bestimmt, sondern durch

persönliche Eignung und das Vertrauen der Gemeinschaft. Die ehemaligen Schwarzen Könige

suchen den neuen Würdenträger aus und fragen (vertreten durch den Sprecher der

Schwarzen Könige), ob der Auserwählte, in die Gemeinschaft eintreten möchte. Dabei ist eine

Mitgliedschaft in der Schützengilde Winsen (Aller) nicht vorausgesetzt. Er verpflichtet sich

freiwillig, das Gemeinde-Schützen- und Volksfest sowie den amtierenden Schützenkönig

ideell und organisatorisch zu unterstützen.


Der Titel „Schwarzer König“ steht symbolisch für das Geheimnisvolle – seine Identität bleibt

bis zur feierlichen Proklamation während des Schützenfestes geheim. Die Schwarzen Könige

treten traditionell mit Zylinder auf, tragen den Schwarzen Königsorden und zeichnen sich

durch eine besondere Nähe zur Gemeinde sowie durch gesellschaftliches Engagement aus.

Zum jährlich stattfindenden Konvent werden der jeweilige Schwarze König sowie seine

Partnerin in die Gemeinschaft der Schwarzen Könige aufgenommen und bleiben bis an das

Lebensende ein Teil dieser aktiven Gemeinschaft.


Die Werte der Schwarzen Könige

Die Gemeinschaft der Schwarzen Könige ist kein eingetragener Verein, sondern eine ideelle

Verbindung mit einem klaren Wertefundament. Die drei Leitbegriffe Ehre – Treue –

Gemeinsinn bilden das ethische Rückgrat der Schwarzen Monarchie. Wer in ihren Kreis

aufgenommen wird, soll diese Tugenden nicht nur während des Königsjahres, sondern auch

darüber hinaus im privaten und beruflichen Leben glaubwürdig vertreten.


Zur Aufnahme als Schwarzer König gehört unter anderem:

▪ eine starke Verwurzelung in Winsen (Wohn- und/oder Geschäftssitz),

▪ eine tragende berufliche oder ehrenamtliche Rolle in der Gemeinde,

▪ Integrität, Kommunikationsfreude und soziale Anerkennung,

▪ die Bereitschaft, Verantwortung mit Freude und Gelassenheit zu tragen.


Auch die Partnerinnen der Schwarzen Könige – die sogenannten Schwarzen Hoheiten – sind

fester Bestandteil der Gemeinschaft und tragen die Werte in gleichem Maße mit.


Ein lebendiges Erbe

Die Schwarzen Könige sind ein Beispiel dafür, wie Tradition und Moderne miteinander

verbunden werden können: als verlässlicher Bestandteil des Winser-Schützenwesens, als

stiller Motor des Festes und als Ausdruck gelebter Dorfgemeinschaft.


Text: Vereinigung der Schwarzen Könige Winsen (Aller)

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