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Der Notenkeller von Celle: Wie Familie Kunert den Geheimtipp für Musiker schuf


Daniel und Sabine Kunert in ihrem Notenkeller in Celle
Daniel und Sabine Kunert verkaufen neue und gebrauchte Noten für faire Preise. Das spricht sich rum: Ihre Kundschaft reist zum Teil extra aus Bonn oder München an. (Fotos: Sheenara Wiebke)

CELLE. In der Blumlage liegt ein Schatz vergraben. Zwischen Kirche und Bauking stapeln sich im Keller eines Mehrfamilienhauses unzählige Notenblätter – Schatzsuchern reichen sie bis zur Brust. Von Bach und Chopin bis zu Werken kleiner Dorforganisten: Für ein paar Wochen im Jahr lässt sich in Sabine und Daniel Kunerts Notenkeller nahezu alles finden. Die Preise: Fair. Noten gibt es ab einem Euro. Ihre Kundschaft nimmt für die außergewöhnliche Auswahl oft weite Wege auf sich. "Die, die uns kennen, erzählen es weiter", verrät Daniel Kunert mit einem Lächeln. Während der Gebrauchtnotenwochen von Februar bis Ende März ist der Notenkeller nun auch für Besucher geöffnet.


"Die, die uns kennen, erzählen es weiter."

Musiknoten stapeln sich im Celler Notenkeller
Ihre Sammlung umfasst mehrere Tonnen Notenblätter. Im Notenkeller landet nur ein Teil davon.

Vom Online-Forum zum eigenen Verlag


Daniel Kunert entdeckte früh seine Liebe zur Musik. Als junger Mensch begann er in seiner Kirchengemeinde mit dem Orgelspielen. Inzwischen spielt er seit über 45 Jahren. Als reisender Organist im Celler Kirchenkreis hat er seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. 2008 gründete er mit seiner Frau Sabine Kunert ein Online-Forum für Kirchenorgeln. Die Community ist nicht zu unterschätzen – 50.000 monatliche Aufrufe kämen schon einmal vor.


"Uns ist wichtig, dass auch die kleinen Stücke nicht in Vergessenheit geraten. Die Schubladenstücke, die wollen wir rausbringen."

Etwas später gründeten Kunerts ihren eigenen Verlag. "Uns ist wichtig, dass auch die kleinen Stücke nicht in Vergessenheit geraten. Die Schubladenstücke, die wollen wir rausbringen", erklärt Daniel Kunert. Ihre Komponisten stammen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein.


Besuchern des Notenkellers fällt schnell der überdimensionierte Drucker in der Ecke auf. Hier werden die selbst herausgegebenen Noten gedruckt und versandfertig gemacht. Ein Fulltimejob, der laut Daniel Kunert ohne die Arbeit seiner Frau nicht möglich wäre. Sabine Kunert nennt es "familiäre Mithilfe". Ihr Mann findet hingegen andere Worte: "Retterin in der Not" etwa, oder "beste Ehefrau der Welt".


"Wir haben ungefähr 110 Kartons, die wiegen alle so 40 Kilogramm."


Über vier Tonnen Musiknoten


Ihre Sammlung ist schier überwältigend. Sie stammt aus Chorauflösungen, aus alten Bibliotheksbeständen und von privaten Spendern. Wie viele Werke es genau seien, kann das Paar nicht beziffern. Sabine Kunert überschlägt: "Wir haben ungefähr 110 Kartons, die wiegen alle so 40 Kilogramm."


Die knapp viereinhalb Tonnen Musikblätter werden an verschiedenen Orten gelagert und eine Auswahl für die Gebrauchtnotenwochen extra in den Keller geschleppt. Ob das nicht ein irrsinniger Aufwand sei? „Ja, wir sind schon ein bisschen verrückt“, sagt Daniel Kunert lachend und küsst seine Frau auf die Stirn.


Notenkeller Celle
"Ein bisschen verrückt": Sabine und Daniel Kunert haben mit der Musik eine Lebensaufgabe gefunden.

Gebrauchtnotenwochen im Notenkeller Celle

Braunschweiger Heerstraße 7, 29221 Celle

2. Februar bis 31. März 2026

Montag bis Samstag, 10 bis 18 Uhr geöffnet



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Bahnhofstraße 1-3 • 29221 Celle

Telefon 0176-14683078

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