Neue Ausstellung zur Saline in Sülze


Eine neue Ausstellung zur Salinengeschichte wurde heute Vormittag in Sülze eingeweiht. Fotos: Susanne Zaulick

SÜLZE. Nicht nur in Lüneburg hat man über Jahrhunderte das „weiße Gold“ gewonnen. Auch in und um Sülze wurde vom 14. bis ins 19. Jahrhundert eine Saline zur Salzgewinnung betrieben. Darüber informiert seit heute eine neu gestaltete Ausstellung.


Bereits 2011 hatte die Stadt Bergen auf dem zum Sülzer Rabehof gehörenden Grundstück am Salinenbach ein kleines Fachwerkgebäude errichtet, in dem eine damals von Wilhelm Helms erarbeitete Ausstellung zur Salzgewinnung untergebracht wurde. Auf der umgebenden Fläche wurde das Modell eines Gradierwerks nachgebaut; ein Torfkahn und einige Holzskulpturen erinnern an die Salzsiedezeit.


Zum Heizen der Siedepfannen wurde damals Torf gestochen und dieser nicht etwas nach Sülze transportiert, wo salzhaltiges Wasser (Sole) an die Oberfläche trat, sondern das Salzwasser wurde durch ein Röhrensystem aus Holz dorthin geleitet, wo der Torf abgebaut wurde. „Saline auf Wanderschaft“ lautet daher der Name der heute eröffneten, neuen Ausstellung. Die Gradierwerke – bis zu 170 Meter lange Holzgerüste, ausgefüllt mit Geäst von Weiß und Schwarzdorn, in denen die Sole konzentriert wurde - baute man im Laufe der Jahrhunderte immer wieder an anderen Stellen auf: Bei Altensalzkoth, Twisselhop, Hassel – und zuletzt dort, wo heute das Restaurant „Gradierwerk“ in Sülze steht.


Wie das „weiße Gold“ gewonnen wurde, wie sich die Saline über die Jahrhunderte entwickelte und welche Spuren ihrer Geschichte man noch heute im Dorf entdecken kann - das zeigt jetzt eine neue Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Blattwerk Grafikgemeinschaft Kreativagentur in Hannover konzipiert wurde. „Wir sind überzeugt worden, dass es nicht reicht, Tafeln aufzuhängen“, berichtet Ortsbürgermeister Michael Buhr, der auch dem Verein „Saline Sülze e.V.“ angehört. So hat man trotz der kleinen Ausstellungsfläche einige Exponate untergebracht und die Tafeln und Schaubilder so gestaltet, dass sich auch Kinder angesprochen fühlen können.


Aus dem LEADER-Programm (Kulturraum Oberes Örtzetal) sowie vom Lüneburgischen Landschaftsverband erhielt der Verein Unterstützung für seine Investition. Immerhin 26.000 Euro kostete die Renovierung des Gebäudes, Konzeption und Umsetzung der neuen Ausstellung. Gabriele Link, die Vorsitzende des Vereins Saline Sülze, berichtete zur Eröffnung heute Vormittag über zunehmendes Interesse an diesem Teil der Sülzer Geschichte. Sie und weitere zertifizierte Natur- und Landschaftsführerinnen bieten Führungen an und erläutern Interessierten – auch Schulklassen – die Details rund um die Salzgewinnung. Die Ausstellung kann nach Anmeldung unter 0170/3841450 besichtigt werden. Im August und September ist jeweils sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.



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