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Neue Anlaufstelle für queere Jugendliche in der CD-Kaserne


Silvia Seibel, Katrin Dornbusch, Bernd Menzel Foto: Peter Müller

CELLE. Was ist eigentlich queer? Für alle, die die Antwort nicht parat haben: „Queer ist ein Sammelbegriff für Menschen, die aus dem heterosexuellen Raster fallen oder sich nicht einer bestimmten Geschlechtsidentität zuordnen“, so zumindest lautet die Definition auf einem Flyer, der etwas komplett Neues in Celle ankündigt.


Noch gibt es hier keine offizielle Anlaufstelle, die queeren Jugendlichen die Chance bietet, unter sich zu sein, Probleme zu thematisieren, gemeinsam Aktionen zu starten und vieles mehr. Dieses ändert sich vom 8. September an.


Aus der Aktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ des NDR stehen Spendengelder in Höhe von sechs Millionen Euro zur Verfügung. Zum zweiten Mal gehört der Kinderschutzbund Celle e.V. zu den bedachten Organisationen und Verbänden.


„Was können wir zusätzlich anbieten, was sinnvoll und nötig ist, fragten wir uns“, berichtet der Vorsitzende des Ortsverbandes Celle Bernd Menzel. Die Wahl fiel auf die Einrichtung einer queeren Jugendgruppe, die sich jeden Donnerstag von 17 bis 19 Uhr im Haus 7 (1. OG) der CD-Kaserne treffen wird. „Der Bedarf ist definitiv da“, betont die künftige Leiterin Katrin Dornbusch, die als Erzieherin in Teilzeit beim Kinderschutzbund angestellt ist. Celler Jugendliche würden entsprechende Einrichtungen in Hannover aufsuchen mangels eines Angebotes vor Ort. Die Gesellschaft sei langsam soweit, schwule und lesbische Menschen zu akzeptieren. „Dank des queeren Spektrums fächert es sich auf“, sagt die Pädagogin, in der ersten queeren Jugendgruppe in Celle kann man sich ausprobieren im geschützten Raum.“


„Wir schließen damit eine Lücke“, ergänzt die Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Celle, Silvia Seibel. Ein halbes Jahr hat die Vorbereitung in Anspruch genommen, der o.g. Flyer wurde in Umlauf gebracht und eine Website erstellt (www.queere-jugend-celle.de).

Den Rahmen für die Arbeit des Ortsverbandes finanziert die Jugendpflege im Neuen Rathaus, diese hat das auf drei Jahre veranlagte Projekt für gut befunden. Man stehe in engem Austausch, sagt die Geschäftsführerin, die betont, dass der Schwerpunkt des Kinderschutzbundes auf Prävention liege. „Wir wollen Jugendliche stärken!“


Bewusst wurde keine Altersbeschränkung vorgenommen, jeder und jede, der/die sich dem queeren Spektrum zugehörig fühlt, kann kommen. Ein festes Konzept für die Gestaltung der Gruppe in Regenbogenfarben gibt es nicht. Die Leiterin Katrin Dornbusch plädiert für Offenheit und eine demokratische Vorgehensweise bei der Wahl der Inhalte. Der wichtigste Aspekt des neuen Projektes ist der Begriff, der während des Pressegespräches am häufigsten fällt: „geschützt“.

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