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Musik für den Frieden: Konzert in der Celler Stadtkirche


Hanns Eisler und Bertolt Brecht

CELLE. Am Sonntag, den 10.7.2022, findet um 17.00 Uhr unter dem Motto „Friede sei auf Erden“ in der Stadtkirche St. Marien Celle ein Konzert mit der Sopranistin Anna-Elisabet Muro, dem Bariton Achim Hoffmann, den Chören des Gymnasiums Ernestinum Celle, der Kinder- und Jugendkantorei der Ev. Singschule Celle und dem Consensus Quartett und Orchester unter der Leitung von Bärbel Budtke, Maria Meynecke und Michael Voigt statt. Zu hören sind vorwiegend Werke von Hanns Eisler (1898 - 1962).


Eisler ist als Schüler Arnold Schönbergs einer der wichtigsten Vertreter der „Zweiten Wiener Schule“,

die unter anderem mit der Zwölftontechnik die Neue Musik begründete. Anders als Schönberg sah Hanns Eisler die Musik aber nicht als „weltenthobene Kunst“, sondern er wollte mit seinen Liedern die Gesellschaft ganz konkret verbessern. So kam er mit der Arbeitersängerbewegung in Kontakt und lernte 1930 Bertolt Brecht kennen, mit den ihn eine lebenslange Freundschaft und künstlerische Zusammenarbeit verband. Eisler war einer der wenigen Komponisten, die von Anfang an klar gegen den Nationalsozialismus Stellung bezogen und aus dem Exil Widerstand leisteten. Nach dem 2. Weltkrieg siedelten Brecht und Eisler nach Ost-Berlin über und setzten dort ihre Hoffnung in den Aufbau eines neuen Staates, der aus den Fehlern der Vergangenheit lernt und auf Frieden und die Freundschaft mit anderen Völkern aufbaut. Im Konzert sind unter anderem die „Neuen deutschen Volkslieder“ zu hören, die dieses Ziel ausdrücken. Auch die Nationalhymne der DDR, deren Textzeile „Deutschland einig Vaterland“ zum Ruf der friedlichen Revolution 1989 wurde, wird, wie auch die bundesdeutsche Hymne und die Europahymne, Beethovens „Ode an die Freude“, von den Kindern und Jugendlichen gesungen.


Eisler muss jedoch bald erkennen, dass auch der neue deutsche Staat die Hoffnung auf eine bessere Welt nicht einlösen kann. In seinem letzten Werk, den berückend schönen „Ernsten Gesängen“ für Bariton und Streichorchester, zieht er eine ganz persönliche Bilanz seines Kampfes und schließt mit einem hoffnungsvollen Ausblick. Obwohl Eisler sich nicht als religiös bezeichnet, sind seine Lieder von einem humanistisch geprägten Menschenbild durchzogen, das in einem politisch engagierten Christentum seine Entsprechung findet. Am Schluss des Konzertes steht die Kinderhymne von Brecht und Eisler, deren Text wohl aktueller ist denn je: „Dass die Völker nicht erbleichen, wie vor einer Räuberin, sondern ihre Hände reichen uns wie andern Völkern hin.“


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