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„Meinen Glauben weitergeben“ - Impressionen vom Lektorensonntag


Foto: Alex Raack

CELLE. Ein Gottesdienst ohne Pastorin? Eine Predigt ohne Pastor? Alles möglich, wenn man engagierte Prädikanten und Lektoren in seiner Gemeinde hat. Laien, die selbstständig Gottesdienste halten dürfen. Am vergangenen Sonntag feierte der Ev.-luth. Kirchenkreis Celle den „Lektorensonntag“. In verschiedenen Gemeinden übernahmen die ehrenamtlich Tätigen die Gestaltung und Ausführung der Gottesdienste.


So wie in der Westercelle Christuskirche, wo die Gemeinden Altencelle, Blumlage und Westercelle gemeinsam feierten. Dafür verantwortlich: die Lektoren Michael Schröder (Blumlage) und Josef Riga (Westercelle), sowie die Lektorin Theresia Blanz (Blumlage), Prädikant Hans-Ulrich Schrafnagel (Blumlage) und Prädikantin Ute Kronemeyer aus Westercelle (auf unserem Foto neben den Bläsern von links nach rechts). Begleitet wurden die fünf Ehrenamtlichen vom örtlichen Bläserquartett.

Welche Aufgaben hat ein Lektor? Wie sinnvoll ist die Tätigkeit als Prädikantin? Und warum eignet sich all das hervorragend für die Zeit im Ruhestand? Drei Beteiligte vom Lektorensonntag ziehen Bilanz.


Ute Kronemeyer, Prädikantin aus Westercelle

Ich bin jetzt schon seit über 30 Jahren tätig und finde es immer noch sehr schön, auf diese Art und Weise meinen Glauben an Gott weiterzugeben. Mir gefällt die Arbeit an dem Predigttext, sich mit den Bibeltexten auseinanderzusetzen stimuliert das Gehirn. Früher schrieb ich meine Texte oft in der Nacht, als Rentnerin habe ich genügend Zeit für die Ausarbeitung. Aber ich schreibe die Predigten nicht nur gerne, ich trage sie auch gerne vor, eine besondere Aufgabe. Ich bin sehr interessiert an den unterschiedlichen Fortbildungen, zum Beispiel über die Fähigkeit, moderne Predigttexte zu verfassen. In Erinnerung geblieben ist auch ein Workshop mit einer Schauspielerin zum Thema Bühnenpräsenz. Für mich selbst bedeutet die Aufgabe als Prädikantin auch, sich mit den verschiedenen Emotionen auseinanderzusetzen, die zu einem Gottesdienst dazugehören. Wie am Wochenende, als wir für das Zwölfjährige Mädchen aus Freudenberg beteten.


Hans-Ulrich Schrafnagel, Prädikant aus der Gemeinde Blumlage

In den neunziger Jahren wirkte ich mit im Kirchenvorstand der Gemeinde Blumlage, aus beruflichen Gründen musste ich das Amt irgendwann abgeben. Kurz vor meinem Ruhestand als stellvertretender Direktor vom HBG kam Pastor Michael Wohlgemuth von der Gemeinde Klein Hehlen auf mich zu und sagte: „Such dir doch was Sinnvolles für die Zeit danach.“ Er hatte auch gleich eine Idee für mich. So begann ich die Ausbildung zum Lektor, später zum Prädikanten. Es erfüllt mich, das jeweilige Thema der Predigt in einen Gottesdienst zu übertragen – um dann sogar etwas zu bekommen, was mir in meinen Jahren als Lehrer verwehrt geblieben ist: direktes Feedback von den Anwesenden, in diesem Fall den Gottesdienstbesucher. So war es auch am Sonntag in Westercelle. Nach dem Gottesdienst kamen die Menschen auf uns zu und sprachen ihr Lob aus, so eine Rückmeldung gibt einem natürlich sehr viel. Auch in Celle spüren wir den Personal- bzw. Nachwuchsmangel in den Gemeinden, umso wichtiger wird die Arbeit von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sein, die drohenden Lücken zu stopfen. Dabei sieht es bei uns noch vergleichsweise gut aus. Einer meiner Freunde ist Pastor in Sachsen. Der muss nicht selten vier Gottesdienste an nur einem Sonntag halten, weil es an Geistlichen fehlt.


Josef Riga, Lektor aus Westercelle

Die evangelische Kirche befindet sich im Wandel und ich finde es spannend, in meiner Rolle als Lektor dabei mitzuwirken. Besonders die Gestaltung der jeweiligen Gottesdienste ist interessant – gerade mit Blick darauf, dass Traditionen aufgebrochen werden und neue Einflüsse an Bedeutung gewinnen. Als ursprünglich katholisch erzogener Mensch kenne ich noch ein ganz anderes Verständnis von Gottesdiensten. Für mich ist die Arbeit als Lektor also auch eine ganz eigene Herausforderung. Immer auch mit Blick darauf, was meine Gemeinde sich eigentlich wünscht, welche Wege sie gehen möchte. Die Wahrnehmung und Bedeutung von uns Lektoren und Prädikanten ist in den vergangenen Jahren durch den zunehmenden Stellenabbau immer größer geworden. Und wir wiederum bekommen dadurch noch häufiger die Gelegenheit, unsere Pastorin zu entlasten. Was zu solchen schönen Szenen führen kann, wie wir es am Sonntag erleben durften. Eine Familie, die in Celle einen 70. Geburtstag feierte, überraschte uns vor dem Gottesdienst mit einer kleinen Einlage. Praktisch alle Familienmitglieder spielen Blasinstrumente und präsentierten uns zur Freude der Gottesdienstbesucher Choräle.


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