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Medikamente in den Apotheken im Kreis Celle günstiger und nicht teurer machen

  • Extern
  • vor 9 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit
Medikamente
Wer krank ist, soll nicht noch zusätzlich leiden: „Höhere Zuzahlungen für Medikamente gehen ins Geld. Außerdem kann der Staat die Mehrwertsteuer für Arzneimittel von derzeit 19 auf künftig 7 Prozent senken und so Patienten und Krankenkassen entlasten“, sagt Philipp Thom von der Gewerkschaft NGG Hannover. Darauf sollen die heimischen Bundestagsabgeordneten achten, wenn sie demnächst über die Gesundheitsreform abstimmen. Außerdem lehnt die NGG die geplante Teilkrankschreibung ab. Symbolbild: NGG, Tobias Seifer

CELLE. Wenn das Kranksein demnächst aufs Portemonnaie drückt: „Wer im Landkreis Celle zum

Hausarzt geht, für den wird es teurer“, sagt Philipp Thom von der Gewerkschaft NahrungGenuss-Gaststätten (NGG). Der Geschäftsführer der NGG Hannover kritisiert das geplante

Sparpaket im Gesundheitsbereich, das die Bundesregierung „stark zu Lasten der Versicherten

verordnen“ wolle: „Für Medikamente sollen Versicherte künftig bis zu 15 Euro dazuzahlen,

mindestens aber 7,50 Euro. Das läppert sich und drückt auf die Haushaltskasse – neben hohen

Ausgaben für Sprit, Lebensmittel, Miete & Co.“ Heute dagegen liege die Zuzahlung bei 5 Euro

und sei bei 10 Euro gedeckelt.


Um Arzneimittel günstiger zu machen, spricht sich die NGG Hannover für eine reduzierte

Mehrwertsteuer bei Medikamenten aus. „Ob Tabletten, Tropfen, Salben, Zäpfchen oder

Infusionen: 7 statt 19 Prozent für das, was in den Apotheken im Kreis Celle an Arzneimitteln über

den Ladentisch geht. Das hätte einen enormen Effekt fürs Portemonnaie der Menschen“, sagt

Philipp Thom. Wenn Medikamente geringer besteuert würden, könnte dies vor allem auch die

gesetzlichen Krankenkassen entlasten. „Die geplanten Zuzahlungen könnten dann wieder nach

unten rutschen“, so der NGG-Geschäftsführer.


Heftige Kritik kommt von der Gewerkschaft an der Teilkrankschreibung, die die Bundesregierung

ebenfalls plant: „Wer länger krank ist, schleicht – oder besser wohl: schleppt – sich dann in

Etappen zurück zur Arbeit. Und das ärztlich verordnet“, sagt Philipp Thom. Homeoffice und eine

Flexibilisierung der Arbeitszeiten sollen das möglich machen, wenn es nach dem Willen der

Bundesregierung geht. „Das sind aber blanke Schreibtischplanungen“, ärgert sich Philipp Thom.

Der NGG-Geschäftsführer verweist auf die Praxis: „Nehmen wir einen Bäcker oder eine Köchin

im Kreis Celle. Auch die sollen künftig zu 25, 50 oder 75 Prozent arbeitsfähig sein können, wenn

sie eigentlich krank sind. Sie gehen dann also zur Arbeit“, so Philipp Thom. Aber in einer

Backstube gebe es genauso wie in einer Restaurantküche „zu jeder Minute Zeitdruck und

Stress“. Denn die Brote müssten morgens ab 2 Uhr in den Ofen und die Gerichte abends um

20 Uhr auf den Teller. „Die Arbeit muss einfach gemacht werden. Sie nimmt keine Rücksicht auf

Halb- oder Dreiviertel-Kranke“, sagt der NGG-Geschäftsführer. Das unterscheide die Arbeit in

Bäckereien und der Gastronomie vom „Schreibtisch-Job im Rathaus“


Unterm Strich sei die Gesundheitsreform in Sachen Teilkrankschreibung nichts anderes als eine

Verschärfung der Krankschreibung. Zwar müssten Arbeitnehmer und Arbeitgeber zustimmen.

„Aber gerade das ist heikel. Die Gefahr, dass Chefs Beschäftigte, die schwer und damit länger

krank sind, dazu auffordern werden, an den Arbeitsplatz zurückzukehren, ist groß. Das kann mit

‚sanftem Druck‘, aber auch schroff mit einer Knallhart-Ansage passieren“, befürchtet Philipp

Thom. Beides sei jedoch „wenig hilfreich“, wenn es darum gehe, gesund zu werden.


An die Adresse der CDU- und SPD-Bundestagsabgeordneten aus dem Landkreis Celle und der

Region gerichtet, appelliert der Geschäftsführer der NGG Hannover, „alles daranzusetzen, die

Gesundheitsreform in puncto Zuzahlung und Medikamenten-Mehrwertsteuer zu ändern sowie

von der Teilkrankschreibung die Finger zu lassen“.



Text: NGG

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