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Landeskirchenamt: Stephanie Springer wechselt ins Justizministerium

CELLE. Stephanie Springer, Präsidentin des Landeskirchenamts der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, wechselt ins Niedersächsische Justizministerium. Die 56-jährige Cellerin wird dort als Abteilungsleiterin für den Bereich Justizvollzug zuständig sein. Die Juristin, die auch Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, tritt ihre neue Stelle am 23. Oktober an. Springer steht seit 2013 an der Spitze der Verwaltung der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland. Ein Gottesdienst zu ihrer Verabschiedung findet am 1. Dezember um 12 Uhr in der Marktkirche in Hannover statt.

Foto: Jens Schulze/Landeskirche Hannovers

Landesbischof Ralf Meister sagt für die kirchenleitenden Gremien: „Wir danken Stephanie Springer für ihr großes Engagement und die tiefe Verbundenheit mit der Hannoverschen Landeskirche. Mit ihrem juristischen Sachverstand hatte sie entscheidenden Anteil daran, dass unsere Landeskirche eine neue Verfassung bekommen hat, in der das Verhältnis zum Judentum grundlegend neu gefasst wurde und Christinnen und Christen zum Einsatz für die Demokratie aufgerufen werden. In der Leitung des Landeskirchenamts schuf sie die Voraussetzungen für umfassende Verwaltungsreformen. Eine wunderbare Erinnerung an ihren Einsatz für den jüdisch-christlichen Dialog wird uns bleiben: Die Skulptur TWINS von Johan Tahon, die vor dem Gebäude des Landeskirchenamts einen künstlerischen Hinweis auf die Verbundenheit von Christentum und Judentum gibt. Persönlich danke ich Stephanie Springer von Herzen für unsere vertrauensvolle Zusammenarbeit. Für ihre neue Aufgabe, die sie nach mehr als zehn Jahren bei der Landeskirche wieder zurück in den Dienst des Landes führt, wünschen wir Stephanie Springer Gottes Segen.“

In die Amtszeit Springers fällt die Erarbeitung einer neuen landeskirchlichen Verfassung, die am 1. Januar 2020 in Kraft getreten ist. Sie räumt Jugendlichen mehr Beteiligungsmöglichkeiten in kirchlichen Gremien ein und eröffnet insgesamt größere Gestaltungsmöglichkeiten für kirchliches Leben. Außerdem definiert die neue Verfassung erstmalig das Verhältnis der Landeskirche zum demokratischen Rechtsstaat und nimmt das Verhältnis zu anderen Konfessionen und Religionen in den Blick. Neu gefasst wurde der Artikel über die enge Verbindung der Kirche zum Judentum, in dem nun betont wird, dass die Landeskirche "jeder Form von Judenfeindlichkeit“ entgegentritt.

Unter der Leitung von Stephanie Springer hat das Landeskirchenamt auch einen umfassenden Neuordnungsprozess für die kirchliche Verwaltung begonnen. Ziel ist es, die kirchliche Verwaltung auf der Ebene der Kirchengemeinden, Kirchenkreise und der Landeskirche schrittweise so umzugestalten, dass sie sich immer neu an die sich verändernden Bedürfnisse kirchlicher Arbeit und die zukünftigen strukturellen Rahmenbedingungen anpassen kann. „Die Arbeit in der Leitung des Landeskirchenamts erfüllt mich mit großer Dankbarkeit und hat mich geprägt. Staatliche Institutionen und Kirchen stehen zum Teil vor ähnlichen Herausforderungen. Der Blick auf die soziale Verantwortung und die Würde des Einzelnen werden mich auch künftig besonders begleiten“, so Springer.

Begleitend zu ihrem Studium der Rechtswissenschaften in Hannover hat Springer ein Jahr in Frankreich studiert und einen Master im Europarecht erworben. Nach ihrem Referendariat promovierte sie bei Prof. Dr. Wolfgang Kilian an der Universität Hannover zum Thema der grenzüberschreitenden Telearbeit. Bereits 2001 war sie ein Jahr als Referentin im niedersächsischen Justizministerium tätig und dort für die Modernisierung der Gerichtsorganisation und das Projekt „e-justice“ zuständig. Von 2002 bis 2006 war sie an die Niedersächsische Landesvertretung bei der Europäischen Union in Brüssel abgeordnet. Nach Ihrer Rückkehr war sie zunächst am Landgericht Hannover tätig und wurde 2007 zur Richterin am Oberlandesgericht in Celle ernannt. Dort leitete sie bis 2013 unter anderem die Präsidialabteilung II, die für Personalangelegenheiten des richterlichen Dienstes zuständig ist, und war im 1. Zivilsenat mit Angelegenheiten des Arzthaftungsrechts befasst.

Stephanie Springer wurde in Hannover geboren, ist verheiratet und lebt in Celle. 2015 und 2021 wurde sie in den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt. Sie ist seit 2016 Vorsitzende des Kuratoriums des Evangelischen Studienwerks Villigst e.V. und unter anderem Mitglied im Aufsichtsrat des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung in Berlin, des Diakonischen Werkes in Niedersachsen sowie der Evangelischen Bank. Bevor sie beruflich in den kirchlichen Dienst getreten ist, war sie mehrere Jahre Kirchenvorsteherin in Lohnde.

Ab 23. Oktober übernehmen die beiden Vizepräsidenten des Landeskirchenamts, Rainer Mainusch und Ralph Charbonnier, kommissarisch die Aufgaben der Präsidentin. Über die Neubesetzung der Stelle entscheidet der Personalausschuss der Landeskirche, dem Vertreterinnen und Vertreter aller kirchenleitenden Organe angehören.

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