Lachendorfer Bürgerbegehren gegen neues Rathaus abgelehnt, zweiter Anlauf geplant
- Stefan Kübler
- vor 3 Stunden
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LACHENDORF. Im Streit um den Rathausneubau in Lachendorf kann die Gemeindeverwaltung einen Punkt für sich verbuchen. Die Opposition im Samtgemeinderat ist mit ihrem Bürgerbegehren gegen das Projekt vorerst gescheitert. Die Fraktionen der Unabhängigen Bürger (UB), der Union Lachtetal (UL) sowie der Grünen hatten den Antrag Ende 2025 eingereicht, um die Bürgerinnen und Bürger über das umstrittene Vorhaben abstimmen zu lassen. In seiner jüngsten Sitzung hat der Samtgemeindeausschuss den Antrag nun abgelehnt. Bei den Initiatoren des Bürgerbegehrens wird bereits über einen neuen Anlauf nachgedacht.
Fragestellung und Formulierungen bemängelt
Grund für die Ablehnung des Bürgerbegehrens seien formale und inhaltliche Mängel in der Fragestellung, heißt es aus der Gemeindeverwaltung. Die gesetzlichen Anforderungen seien eindeutig geregelt. „Das eingereichte Bürgerbegehren wird diesen Anforderungen nicht gerecht“, erklärt Samtgemeindebürgermeisterin Britta Suderburg. „Die Fragestellung ist unbestimmt, wesentliche Tatsachen wurden unvollständig oder fehlerhaft dargestellt, und die tatsächlichen Folgen des Begehrens wurden der Öffentlichkeit nicht zutreffend vermittelt.“ Vor diesem Hintergrund sei die Feststellung der Unzulässigkeit zwingend gewesen.
Bemängelt wird unter anderem die Formulierung „Aufhebung des Beschlusses zum Neubau eines Rathauses mit möglichem späteren Bürgersaal direkt an der Lachte“. Die Wortwahl entspreche nicht dem tatsächlichen Inhalt des Ratsbeschlusses zum Rathausneubau und sei missverständlich. „Es bleibt unklar, ob der Ratsbeschluss aufgehoben, der Neubau eines Rathauses insgesamt, der Bau eines Bürgersaals oder lediglich der Standort infrage gestellt werden soll“, heißt es in der Mitteilung der Gemeindeverwaltung. „Die Samtgemeindebürgermeisterin zeigt sich enttäuscht über die Vorgehensweise der Initiatoren und appelliert erneut an eine sachliche und transparente Auseinandersetzung.“
„70 Prozent der Lachendorfer sind dagegen.“
Die Initiatoren des Bürgerbegehrens, bestehend aus UB, UL und Grünen, wollen sich von dieser Entscheidung nicht entmutigen lassen. „Wir haben das erstmal so akzeptiert“, sagt UB-Sprecher Egbert Ehm gegenüber CelleHeute. Über das weitere Vorgehen müsse jetzt beraten werden. Möglicherweise werde mit Hilfe von Rechtsexperten eine andere Frageform für einen erneuten Antrag erarbeitet. Die UB ist vom Erfolg eines möglichen Bürgerbegehrens gegen ein neues Rathaus überzeugt. „70 Prozent der Lachendorfer sind dagegen“, so Egbert Ehm.

Neues Rathaus Lachendorf: Das ist geplant
Der Bau eines neuen Rathauses war vom Samtgemeinderat im Oktober 2025 beschlossen worden. Geplant sind demnach mehrere neue Gebäude am Rehrkamp nahe der Lachte. Es soll mindestens ein neues Verwaltungsgebäude und ein Versorgungsgebäude geben. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte ein neuer Bürgersaal hinzukommen. Die Kosten dafür werden derzeit auf etwa 9,8 Millionen Euro geschätzt.
Diese Schätzung ist der Opposition zu wenig. Sie fordert eine genaue Berechnung. Überhaupt sei das ganze Projekt zu teuer. Weiterer Kritikpunkt ist die Lage im Hochwassergebiet an der Lachte, die zu weiteren Kosten führen könnte. Ob UB, UL und Grüne einen neuen Anlauf für ein Bürgerbegehren starten, soll sich in den kommenden Tagen entscheiden.













