Konflikt rund um "Freiraum": Chance für Künstler oder Kontrollverlust für Verein?
- Audrey-Lynn Struck

- 17. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit

CELLE. Weniger Leerstand, mehr Kultur und mehr Austausch: Der „Freiraum“ in der Schuhstraße in Celle ist eine Erfolgsgeschicht. Seit April 2024 finden hier Ausstellungen, Workshops, Lesungen und Konzerte statt, organisiert vom Verein „Kultur allerorts“. Ein CDU-Antrag sieht nun vor, ein weiteres Gebäude quasi als zweiten Freiraum anzumieten. Problem: Mit dem Verein wurde laut Berichten der Celleschen Zeitung nicht gesprochen. Künftig sollen die Termine der Künstler über ein zentrales Buchungssystem koordiniert werden. Der Verein fühlt sich laut Medienberichten übergangen, nun hat sich die Celler Kulturdezernentin Nicole Mrotzek mit ungewohnt harten Worten gemeldet.
„Die Diskussion rund um den Freiraum nimmt derzeit nahezu abstruse Formen an.“
„Die Diskussion rund um den Freiraum nimmt derzeit nahezu abstruse Formen an. (...) Wir sehen nicht ein, uns von einem kleinen Kreis, der zu Unrecht die gesamte Szene aufheizt, am Nasenring durch die Manege führen zu lassen“, schreibt sie in einer Pressemitteilung.
Stadt Celle plant zweiten Freiraum
Die Kulturdezernentin betont, dass die Pläne nicht das bestehende Konzept beschneiden, sondern erweitern würden: „Es soll einen zweiten, zusätzlichen Freiraum geben. Dagegen kann doch niemand etwas haben, denn das bedeutet noch mehr Platz und Entfaltungsmöglichkeiten für die Kultur in Celle. Und das obendrein kostenfrei, das heißt aus Steuermitteln finanziert.“
Geplantes Buchungssystem sorgt für Streit
Das neue Buchungssystem sei bereits Usus im Sportbereich und solle den Akteuren organisatorisch aufwändige und zeitintensive Arbeit abnehmen. Gleichzeitig weist Nicole Mrotzek auf Kritik aus der Szene hin, ohne Namen zu nennen: „Bemängelt wird dabei unter anderem, dass es immer der gleiche Kreis sei, der sich der Immobilie bemächtige und dass eben nicht – wie von den Akteuren derzeit beschworen - die gesamte kulturelle Vielfalt partizipieren könne.“ Gleichzeitig macht die Kulturdezernentin deutlich, dass das bestehende Freiraum-Programm weiterhin stattfinden und die Aktivitäten der Künstler nicht eingeschränkt werden sollen.














